"Ich wollte nicht zurückkommen"

Von Interview: Philipp Böhl
Mittwoch, 30.07.2014 | 11:48 Uhr
Martin Bengtsson spielte unter anderem für Schwedens Junioren und für Inter Mailand
© Privat
Advertisement
Premier League Darts
Do22.02.
Berlin Calling! Wer rockt die Premiere in der Hauptstadt?
DAZN World Freestyle Masters
Do22.02.
So spektakulär wird der Titel-Streit der Ball-Artisten
Primera División
Leganes -
Real Madrid
Championship
Derby County -
Leeds
World Freestyle Masters
DAZN World Freestyle Masters
Indian Super League
Mumbai CIty -
NorthEast Utd
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Serie A
Cagliari -
Neapel
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkischer Kommentar)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Montevideo -
Gremio
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkisch)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Superliga
Midtylland -
Brondby
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guangzhou R&F
Ligue 1
Nizza -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Bordeaux
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
A-League
Newcastle -
FC Sydney
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Premier League
Burnley -
Everton
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nottingham -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Ligue 1
Troyes -
PSG
Serie A
Lazio -
Juventus
Eredivisie
PSV -
Utrecht
Premier League
Liverpool -
Newcastle
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
Ligue 1
Angers -
Guingamp
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon
Premier League
Southampton -
Stoke (Delayed)
Premier League
Watford -
West Bromwich (Delayed)
Primera División
Levante -
Espanyol
Serie A
CFC Genua -
Cagliari
League One
Blackburn -
Wigan
Premier League
Brighton -
Arsenal
Serie A
Benevento -
Hellas Verona
Primera División
Valencia -
Real Betis

Martin Bengtsson landete sehr früh im Profifußball. Als Youngster stand ihm bei Inter Mailand eine große Fußballkarriere bevor. Doch dann wurde Bengtsson depressiv - und beendete nach einem Suizidversuch frühzeitig seine Karriere. Mittlerweile ist der 28-Jährige als Musiker aktiv. Im Interview spricht der Schwede über einen Tunnel für Marco Materazzi, ein geklautes Sandwich und das Leben nach dem Fußball.

SPOX: Herr Bengtsson, mit sechs Jahren haben Sie angefangen, Fußball zu spielen. Wann wussten Sie, dass es für eine professionelle Karriere reichen kann?

Martin Bengtsson: Da war ich etwa neun Jahre alt. Zuvor spielte ich eigentlich nur zum Spaß. Als ich aber die Weltmeisterschaft 1994 sah, bei der Schweden sensationell Dritter wurde, wurde mir klar, dass ich das auch schaffen kann. Ich sah, dass es möglich war, als Schwede eine WM zu spielen. Daraufhin fing ich sofort an, hart zu trainieren, um das auch zu erreichen.

SPOX: Das war der Anfang?

Bengtsson: Ja. Ich erinnere mich, wie ich eine Dokumentation über Ajax Amsterdam geschaut habe und sehen konnte, wie hart junge Spieler dort trainierten. Außerdem las ich einen Artikel über Brasiliens Ronaldo. Darin stand, dass er sechs Stunden am Tag trainierte. Daher dachte ich, ich müsse das auch tun, obwohl ich noch in einem kleinen Klub spielte.

SPOX: Und das hat funktioniert?

Bengtsson: Die Sache wurde praktisch über Nacht mathematisch. Ich wollte wie Ronaldo werden, also musste ich sechs Stunden am Tag trainieren. Ich fing an zu rechnen: Ich brauche zehn Minuten in die Schule, auf dem Weg kann ich also schonmal mit dem Ball jonglieren. Danach habe ich 20 Minuten Pause, in der ich mich auf einen Fußballplatz stellen konnte und dann aufs Tor schoss. Nach der Schule trainierte ich erneut eine Stunde. Somit war ich bei rund drei Stunden Fußballtraining angelangt, noch ehe mein reguläres Training losging.

SPOX: Wie sahen die ersten Rückmeldungen aus?

Bengtsson: Im Verein haben alle gesehen, dass ich besser wurde. Ich wurde zu einem Beispiel, das die Trainer den anderen Spielern vorführten. Allerdings habe ich zu sehr auf meinen Körper geachtet. Ich nahm anorexische Züge an, hatte weniger Appetit. Das war schon sehr manisch bei mir, so dass ich bei weitem nicht mehr zum Spaß Fußball spielte.

SPOX: Sondern?

Bengtsson: Mit 14 hatte ich bereits das klare Ziel, in der ersten schwedischen Liga spielen zu wollen. Mit 16 wollte ich dann unbedingt zum AC Milan.

SPOX: Das haute so schnell nicht hin.

Bengtsson: Mit 15 Jahren ging ich zunächst nach Örebro, dem größten Klub in der Gegend. Dort durfte ich allerdings nur in der zweiten Mannschaft ran. Mit 16 gab ich aber mein Debüt in der ersten Liga. Wirklich heimisch fühlte ich mich in Örebro jedoch nie. Für mich war es sehr stressig, die Schule und das harte Training zu vereinbaren.

SPOX: Also ab ins Ausland!

Bengtsson: Ich absolvierte bei Ajax Amsterdam und dem FC Chelsea ein Probetraining. In der U 17 von Schweden wurde ich zum Kapitän ernannt. Und im Sommer kontaktierte mich Inter Mailand und bot mir einen Vertrag an.

SPOX: Sie nahmen ihn an, obwohl es der Rivale Ihrer Traummannschaft war?

Bengtsson: Milan war zwar lange mein Traum, aber das Angebot von Inter ließ mich sehr nah heran kommen. Das Trikot hatte nur andere Farben, so erschien es mir zumindest. Bei Inter spielte ich im Primavera-Team, das war im Jahr 2004.

SPOX: In Mailand gab es angeblich eine interessante Begegnung mit Marco Materazzi, stimmt das?

Bengtsson: Ja, die gab es. Ich habe in meinem ersten Trainingsspiel zeigen wollen, dass ich ein guter Fußballer bin und wollte den Vorgesetzten beweisen, dass es richtig war, mich zu verpflichten. Also habe ich Marco Materazzi getunnelt. Der war für seine harte Gangart schon immer bekannt und hat sich das natürlich nicht gefallen lassen. In der nächsten Aktion hat er mich richtig umgetreten. Das war ein etwas schmerzhafter Weg zu lernen, was es heißt, Marco Materazzi zu tunneln (lacht). Den Trainer hat es aber offenbar beeindruckt.

SPOX: Im Probetraining beim FC Chelsea sind Sie auch schon früh in ein Fettnäpfchen getreten.

Bengtsson: Stimmt, ich bin nach dem Training versehentlich in die falsche Umkleide gelaufen. Plötzlich stand ich im Umkleideraum der ersten Mannschaft. Dort war ein Behälter mit Sandwiches, aus dem ich mir eines nahm. Als der damalige Ersatzkapitän Graeme Le Saux das bemerkte, wurde er richtig sauer. Er hat mich in ein kleines Nebenzimmer gezerrt und mich dort richtig zusammengestaucht.

SPOX: Ihr Start bei Inter verlief gut, doch dann begannen die Probleme. Erzählen Sie.

Bengtsson: Ich hatte wirklich einen guten ersten Monat bei Inter, habe auch früh ein Tor erzielen können und oft gespielt. Ich habe das sehr genossen und auch Freunde gefunden wie beispielsweise den Australier Nathan Coe oder Carl Valeri, die beide etwas älter waren als ich. Am Ende der ersten Saison zog ich mir aber eine Meniskusverletzung zu und musste vier Monate pausieren. Deshalb habe ich unter anderem das Pokalfinale gegen Juventus Turin verpasst.

SPOX: Inwiefern hat Sie das psychisch mitgenommen?

Bengtsson: Ich war das erste Mal verletzt und wurde aus dem regulären Fußballerleben gerissen. Das war das Schlimmste. Ich war einsam, saß daheim und konnte mich nicht bewegen. Das hat Fragen in mir aufgeworfen, die zuvor in meinem Leben einfach keinen Platz hatten. Es waren eigentlich normale Fragen, die einen Teenager bewegen: "Wer bin ich?", "Wo bin ich?", "Was will ich tun?". Ich arbeitete zuvor so hart, um Profi zu werden und nun saß ich da und fragte mich, was mein nächstes Ziel sein sollte. Ich war Fußballer in Italien, mein Traum war eigentlich bereits in Erfüllung gegangen.

Seite 1: Bengtsson über einen Tunnel für Materazzi und einen Anschiss von Le Saux

Seite 2: Bengtsson über seinen Suizidversuch und die Abkehr vom Fußball

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung