"Ich habe mich für nichts zu schämen"

SID
Donnerstag, 09.01.2014 | 09:18 Uhr
Thomas Hitzlsperger (l.) wandte sich am Mittwoch an die Öffentlichkeit
© getty
Advertisement
Primera División
Real Sociedad -
Levante
Serie A
FC Turin -
Juventus
Championship
Norwich -
Ipswich
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Hajduk Split
Serie A
Benevento -
Crotone
Serie A
Bologna -
Sassuolo
Serie A
Neapel -
SPAL
Primera División
Atletico Madrid -
Bilbao
Eredivisie
Zwolle -
Ajax
Ligue 1
Lille -
Lyon
Championship
Leeds -
Bristol City
First Division A
Charleroi -
Lüttich
Serie A
Atalanta -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Villarreal
Primeira Liga
FC Porto -
Rio Ave
Primera División
Real Betis -
Real Madrid
Serie A
AC Mailand -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Bordeaux
Superliga
Banfield -
Boca Juniors
League One
Blackburn -
Bury
Serie A
Lazio -
Hellas Verona
Primera División
Getafe -
Celta Vigo
Ligue 1
Troyes -
Dijon
Primera División
Leganes -
Real Madrid
Championship
Derby County -
Leeds
World Freestyle Masters
DAZN World Freestyle Masters
Indian Super League
Mumbai CIty -
NorthEast Utd
J1 League
Tosu -
Kobe
Ligue 1
Straßburg -
Montpellier
Championship
Hull -
Sheffield Utd
Primera División
La Coruna -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Eibar
Premier League
Leicester -
Stoke
Premier League
Liverpool -
West Ham
Championship
Preston -
Ipswich
Primera División
Real Madrid -
Alaves
Ligue 1
Toulouse -
Monaco
Serie A
Bologna -
CFC Genua
Premier League
Watford -
Everton
Primera División
Leganes -
Las Palmas
Championship
Fulham -
Wolverhampton
Ligue 1
Dijon -
Caen
Ligue 1
Guingamp -
Metz
Ligue 1
Lille -
Angers
Ligue 1
Nantes -
Amiens
Ligue 1
Rennes -
Troyes
Premier League
West Bromwich -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
FC Barcelona -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
Benevento
Primeira Liga
Pacos Ferreira -
Benfica
Premier League
Brighton -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Southampton (DELAYED)
J2 League
Fukuoka -
Gifu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Villarreal -
Getafe
Eredivisie
Ajax -
Den Haag
Serie A
Crotone -
SPAL
Eredivisie
Feyenoord -
PSV
Premiership
Aberdeen -
Celtic
Super Liga
Partizan -
Zemun
Ligue 1
Bordeaux -
Nizza
Serie A
Florenz -
Chievo Verona
Serie A
Sassuolo -
Lazio
Serie A
Hellas Verona -
FC Turin
Serie A
Sampdoria -
Udinese
Premier League
Man United -
Chelsea
Primera División
Bilbao -
Malaga
1. HNL
Rijeka -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Lyon -
St. Etienne
League Cup
Arsenal -
Man City
League Cup
Arsenal -
Man City (Rocket Beans)
First Division A
Lüttich -
Brügge
Serie A
Juventus -
Atalanta
Superliga
Kopenhagen -
Odense
Primera División
Valencia -
Real Sociedad
Primera División
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Serie A
AS Rom -
AC Mailand
Ligue 1
PSG -
Marseille
Primeira Liga
Portimonense -
FC Porto
Serie A
Cagliari -
Neapel
Premier League
Crystal Palace -
Tottenham
Primera División
Levante -
Real Betis
Cup
Akhisar -
Galatasaray
Cup
Akhisar -
Galatasaray (Türkisch)
Primera División
Espanyol -
Real Madrid
Coupe de France
Les Herbiers -
Lens
Primera División
Girona -
Celta Vigo
Copa Libertadores
Defensor -
Gremio
Coppa Italia
Juventus -
Atalanta
Coupe de France
Chambly -
Straßburg
Primera División
Getafe -
La Coruna
Primera División
Bilbao -
Valencia
Primera División
Malaga -
FC Sevilla
Coppa Italia
Lazio -
AC Mailand
Coupe de France
PSG -
Marseille
Primera División
Atletico Madrid -
Leganes
Primera División
Eibar -
Villarreal
Indian Super League
Bengaluru -
Kerala
Cup
Besiktas -
Fenerbahce
Cup
Besiktas -
Fenerbahce (Türkisch)
Primera División
Real Betis -
Real Sociedad
Premier League
Arsenal -
Man City
Primera División
Las Palmas -
FC Barcelona
Coupe de France
Caen -
Lyon
Primera División
Alaves -
Levante
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Ligue 1
Nizza -
Lille
Championship
Dundee United -
St. Mirren
Championship
Middlesbrough -
Leeds
Primeira Liga
FC Porto -
Sporting
J1 League
Kobe -
Shimizu
Primera División
Villarreal -
Girona
Serie A
SPAL -
Bologna
Championship
Nott´m Fortest -
Birmingham
Primera División
FC Sevilla -
Bilbao
Primera División
Leganes -
Malaga
Primera División
La Coruna -
Eibar
Championship
Wolverhampton -
Reading
Ligue 1
St. Etienne -
Dijon

Als erster prominenter Fußballer hat sich Thomas Hitzlsperger zu seiner Homosexualität bekannt. Seinen Schritt an die Öffentlichkeit zu gehen, begründete er ausführlich. Seine Erklärung im Wortlaut...

"Ich habe im Verlauf eines langen Prozesses erkannt, dass ich homosexuell bin. Und ich habe jetzt die Entscheidung getroffen, mich öffentlich hierüber zu äußern. Es ist auch ein guter Zeitpunkt, denn meine aktive Sportlerkarriere ist abgeschlossen, und ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Ich vertrete schon seit Jahren die Auffassung, dass die distanzlose Fragerei nach meiner Sexualität und nach der anderer Fußballer vorbei sein muss. Sie zwingt Schwächere zur Lebenslüge. Allerdings, wenn Homosexualität ein Thema sein soll, dann möchte ich ein Wort mitreden zu dem, was gesagt, geschönt oder verdeckt wird. Ich stehe nicht unter Druck oder unter dem Zwang einer Outing-Kampagne. Im Gegenteil, ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, den Vorurteilen und Anfeindungen gegenüber Homosexuellen öffentlich entgegen zu treten. Ich habe mich für nichts zu schämen.

SPOX-Meinung zu Hitzlspergers Outing: Ein erster Schritt

In den letzten Jahren wurde mir nach und nach klar, welche Neigungen ich hatte. Mir fehlten zunächst einfach die Worte - nicht einmal zuhause und im Freundeskreis und schon gar nicht in der Mannschaft hätte ich darüber reden können. Nach mehreren Verletzungen haben mir Ärzte im Sommer 2013 zur Beendigung meiner Profikarriere geraten. Ich hatte danach viel Zeit, nachzudenken und mein Leben zu reflektieren. Dabei wurde mir klar, dass zu einem Neustart auch der offene Umgang mit meiner Sexualität gehört.

Meine Erkenntnis habe ich nicht von einem Tag zum andern erlangt - das war ein Prozess, der reifen musste. Erst vor etwa drei Jahren begann ich, mit meiner Familie und meinen Freunden darüber zu reden. Der Zusammenhalt und die Unterstützung waren und sind sehr groß. Das ist für mich ein großes Glück, und dafür bin ich sehr dankbar. Das zeigt mir, dass die Menschen, die mich kennen und schätzen, mich nicht über meine sexuelle Orientierung definieren, sondern in mir den Sportler und den Menschen Thomas Hitzlsperger sehen und mich so akzeptieren, wie ich bin.

Der Fußball stand bei mir immer im Mittelpunkt. Ich habe das Leben eines Profispielers gelebt und mich voll und ganz mit dem Fußballsport identifiziert. Meine Leistung war mir immer das Wichtigste. Das Thema Homosexualität hat für mich so gut wie keine Rolle gespielt. Egal ob in Deutschland, England oder Italien - in der Kabine gibt es ganz andere Themen. Da steht die Mannschaft im Vordergrund. Profispieler haben andere Prioritäten. Es geht um Einsatzchancen, um Tribüne oder Platz, um Karriere und Fitness, Anforderung und Leistungen, Verletzungen und oft auch um Medienkritik. Was ein Spieler über Homosexualität dachte, war in der Kabine ganz selten ein Thema.

Homosexualität wird im Fußball schlicht ignoriert. Für die Medien hingegen ist das schon seit Jahren ein Thema. Nur die betroffenen Spieler, die haben sich nicht getraut, sich zu ihren Neigungen zu äußern. Denn die Fußballszene begreift sich in Teilen immer noch als Machowelt. Das Bild eines schwulen Spielers wird von Klischees und Vorurteilen geprägt. Die Realität sieht anders aus.

Da wurde ein grundsätzlicher Widerspruch aufgebaut. Und deswegen will sich kaum ein Profispieler dem Druck aussetzen. Jeder muss wissen, wann und wie er sich positioniert. In anderen Sportdisziplinen haben sich im vergangenen Jahr wieder einige Profisportler zu ihrer Homosexualität offenbart. Das ist ermutigend und führt hoffentlich dazu, dass irgendwann darüber nicht mehr geschrieben bzw. gesprochen wird.

Jeder Mensch sollte so leben dürfen, dass er wegen seiner Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Neigung oder Religion keine Angst haben muss, diskriminiert zu werden. Das verstehe ich nicht als politisches Statement, sondern als Selbstverständlichkeit. Mein Bekenntnis steht in keinem Zusammenhang zur Fußball-Weltmeisterschaft, bei der ich auch gar nicht dabei sein werde. Aber ich wünsche mir, dass die öffentliche Diskussion jetzt wieder ein Stück weiterkommt. Unsere Gesellschaft ist offener und toleranter als viele glauben. Die sexuelle Orientierung darf nicht mehr skandalisiert werden. Auch der DFB hat deswegen im vergangenen Jahr eine Broschüre zum Thema "Fußball und Homosexualität" veröffentlicht und damit unmissverständliche Zeichen gesetzt.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Schritt in die Öffentlichkeit jungen Spielern und Profisportlern Mut machen kann. Profisport und Homosexualität schließen sich nicht aus, davon bin ich überzeugt. Ich werde demnächst beruflich neue Wege gehen und mich neuen Aufgaben stellen. Meine Familie, Freunde, Kollegen und Fans und die Erinnerung an diese Momente werde ich nicht vergessen."

Thomas Hitzlsperger im Steckbrief

Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung
Werbung