Montag, 14.10.2013

"Anti-katarische Berichterstattung"

Katar: Deutsche Journalisten in Haft

In Katar sind im Oktober zwei deutsche Journalisten während der Berichterstattung über die Bedingungen auf den Baustellen für die Weltmeisterschaft 2022 verhaftet worden.

Die Arbeitsbedingungen bei den WM-Baustellen hatten im September für einen Skandal gesorgt
© getty
Die Arbeitsbedingungen bei den WM-Baustellen hatten im September für einen Skandal gesorgt

Laut eines Berichts von "Sky Sport News HD" und der "Süddeutschen Zeitung" wurden der TV-Produzent und sein Kameramann am 3. Oktober, am zweiten Tag ihres Aufenthalts in dem Emirat, in ihrem Hotel festgenommen und saßen 27 Stunden in Haft.

Grund der Verhaftung sei eine "anti-katarische Berichterstattung ohne Drehgenehmigung" gewesen. Erst nach der Intervention des Auswärtigen Amtes wurden die Journalisten, denen Pass, Geld und Kreditkarten abgenommen wurden, wieder freigelassen. Die beiden waren mit einem Touristenvisum nach Katar gereist.

"Seit ich morgens um halb sechs in Handschellen zur vierten Vernehmung aus der Zelle abgeholt wurde, habe ich Zweifel daran, dass hier 2022 vor den Augen der Weltpresse eine Fußball-WM gefeiert werden kann", sagte der TV-Produzent: "Obwohl wir undercover als Touristen eingereist waren, wusste die Staatssicherheit über jeden unserer Schritte Bescheid."

Katar war Ende September wegen Medienberichten über den Tod von 44 nepalesischen Arbeitern auf den WM-Baustellen infolge von Verstößen gegen Arbeitsschutzrichtlinien international in die Kritik geraten. Der Weltverband FIFA hält weiterhin an der Austragung des Weltereignisses am Persischen Golf fest.


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