Inspektionsteam riet FIFA von Katar ab

SID
Harold Mayne-Nicholls war Mitglied des FIFA-Inspektionsteams für die WM in Katar
© getty

Der frühere FIFA-Inspektor Harold Mayne-Nicholls hat erklärt, dass die FIFA bei der Entscheidung, die WM 2022 in Katar auszutragen, die Empfehlungen der Inspektoren ignoriert habe. Zudem sei ihm schon Tage vor der endgültigen Wahl klar gewesen, dass sich der Wüstenstaat durchsetzen werde.

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Es sei "unmöglich", das Turnier in der Sommerhitze Katars auszutragen, bekräftigte Mayne-Nicholls in einem Interview mit "Sky News". "Wir haben in unserer Zusammenfassung geschrieben, dass es für die Spieler sehr riskant ist, die WM im Juni und Juli auszutragen", so der frühere Vorsitzende des chilenischen Fußballverbands.

Seine persönlichen Erfahrungen vor Ort hätten ihn überzeugt: "Als wir dort herumliefen, war es sehr, sehr warm und nicht einfach. In der Sonne hat man wirklich gelitten, und das waren nicht mehr als 100 Meter." Er könne sich nicht vorstellen, dass es den Spielern möglich wäre, über 90 Minuten zu rennen, "selbst mit dem Kühlsystem, denn zu anderen Tageszeiten werden sie dem Klima nicht ausweichen können".

Entscheidung hat "überrascht"

Mayne-Nicholls, der mittlerweile eine Stiftung in Chile leitet, sei aber vom Abstimmungsergebnis überrascht worden, dass trotz seiner Bedenken Katar als Gastgeber bestimmt hatte. "Drei Tage vor der Entscheidung war ich mir sehr sicher, dass es Katar sein würde, zu viele hatten da schon über Katar gesprochen", erinnert er sich.

"Wir haben mit Ex-Ko-Mitgliedern gesprochen und waren überrascht, dass sie sich für Katar entschieden hatten. Normalerweise würden sie sich für andere Gastgeber aussprechen", so der 52-Jährige. "Es war eine Überraschung, weil es eine Option war, aber eben nicht die beste Option."

Gleichzeitig betonte er jedoch, dass seiner Meinung nach alles mit rechten Dingen zugegangen sei. "Was ich sagen kann, ist, dass mir von keiner Seite etwas angeboten wurde, weder von Katar noch sonst jemandem. Niemand hat sich eingemischt, wir konnten unsere Arbeit machen." Es gäbe keine Beweise für Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.