Freitag, 27.07.2012

Deutscher Richter will entschlossen durchgreifen

Eckert duldet keine Einflussnahme von der FIFA

Das neue FIFA-Ethikkomitee ist fest entschlossen, im Fußball-Weltverband aufzuräumen. Diesen Eindruck zumindest hinterließen die beiden Vorsitzenden des zweigeteilten Komitees, der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert sowie der Amerikaner Michael J. Garcia, bei ihrer ersten gemeinsamen Sitzung in Zürich.

Michael J. Garcia (l.) und Hans-Joachim Eckert stehen an der Spitze des FIFA-Ethikkomitees
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Michael J. Garcia (l.) und Hans-Joachim Eckert stehen an der Spitze des FIFA-Ethikkomitees

"Ich werde garantiert keinen Einfluss von irgendjemandem dulden", erklärte Eckert am Freitag. Sein Kollege Garcia sprach ebenfalls davon, dass die Behörde selbstständig agieren werde und Untersuchungen nicht in Abstimmung mit FIFA-Präsident Blatter oder dem FIFA-Exekutivkomitee eingeleitet würden, wie von Beobachtern befürchtet worden war. Dies gebiete der neue Ethik-Code, sagte Garcia und ergänzte: "Wir werden einen frischen Blick auf alles in und um die FIFA werfen."

Der Fußball-Weltverband war in den vergangenen Jahren immer wieder von Korruptionsfällen erschüttert worden. Als Reaktion auf die Verfehlungen im Verband leitete der ebenfalls korruptionsumwitterte FIFA-Präsident Joseph Blatter einen Reformprozess ein, indem er den Schweizer Strafrechtler Mark Pieth zur Ausarbeitung neuer Strukturen im vergangenen Jahr beauftragte.

Jüngstes Ergebnis des Transformationsprozesses ist das neue Ethikkomitee mit einer ermittelnden und einer anklagenden Kammer. Letzterer steht der deutsche Richter Eckert vor.

Eckert: "Wir brauchen Zeit"

Der 64-Jährige bezeichnete sein Engagement im Fußball-Weltverband am Freitag als Herausforderung, auf die er sich freue. Auch geht Eckert davon aus, dass die FIFA die nötigen finanziellen Ressourcen zur Aufdeckung von Missständen - auch aus der Vergangenheit - bereitstellen wird.

"Wenn wir an einem Fall dran sind, wird die FIFA nicht sagen können, dass sie uns das Geld dafür nicht geben kann", erklärte Eckert. Gleichwohl mahnte er vor zu großen Erwartungen vonseiten der Medien. "Wir brauchen Zeit für unsere Untersuchungen." Erst wenn diese Substanz hätten, könnten Urteile gesprochen werden, sagte er.

Nun wird mit Spannung auf die Arbeit des neuen Komitees geblickt, das laut Garcia in puncto Korruptionsfällen so weit in die Vergangenheit blicken kann, wie es für nötig gehalten wird.

Sperre für Bin Hammam

Bereits vor der ersten Sitzung des neuen Komitees hatte Eckert den früheren FIFA-Präsidentschaftskandidaten Mohamed bin Hammam vorläufig gesperrt. Eckert belegte den Katarer mit einer Sperre von maximal 90 Tagen. In dieser Zeit ist es bin Hammam nicht erlaubt, "jedweder Tätigkeit im Zusammenhang mit Fußball" nachzugehen, wie die FIFA am Donnerstag mitteilte.

Bin Hammam wird von der FIFA und dem asiatischen Kontinentalverband (AFC) vorgeworfen, Gelder während seiner AFC-Präsidentschaft veruntreut zu haben. Zudem soll er zusammen mit dem inzwischen zurückgetretenen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner (Trinidad/Tobago) bei einem Treffen der karibischen Fußball-Union (CFU) im Mai 2011 Stimmen für seine Präsidentschaftskandidatur gekauft haben.

Letzteres allerdings hielt vor dem CAS nicht stand. Der Internationale Sportgerichtshof hob den lebenslangen FIFA-Ausschluss, den der Weltverband im vergangenen Jahr höchstselbst ausgesprochen hatte, aus Mangel an Beweisen wieder auf. Auf die Personalie bin Hammam wollten Eckert und Garcia am Freitag nicht näher eingehen, da es sich um einen offenen Verdachtsfall handele.

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