WM-Vergabe 2006

Blatter nimmt Korruptionsandeutungen zurück

SID
Montag, 16.07.2012 | 21:13 Uhr
Sepp Blatter will von seinen Korruptionsandeutungen plötzlich nichts mehr wissen
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
Sa18:00
Die Highlights vom Samstag mit BVB, SVW, VfB & HSV
2. Liga
SaJetzt
Die Highlights der Samstagsspiele
Premier League
Live
Swansea -
Man United
CSL
Live
Shanghai Shenhua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joseph S. Blatter, hat auf die Empörung über seine Korruptionsandeutungen zur Vergabe der WM-Endrunde 2006 an Deutschland mit einer Rolle rückwärts reagiert. Derweil nimmt die Kritik an Blatter weiter zu.

Sepp Blatter ist schon wieder auf dem Rückzug. Nachdem der FIFA-Boss in einem Interview mehr oder weniger direkt behauptet hatte, dass Deutschland sich die Weltmeisterschaft 2006 gekauft habe, ruderte er jetzt mit teils wirren Aussagen zurück.

"Man kann immer einen Vorwand finden, um die Rechtmäßigkeit eines Entscheides zu bezweifeln. Man findet bei WM-Vergaben immer einen Grund, um irgendwelche Verschwörungstheorien zu spinnen. Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, sondern nur an Fakten. Solange keine konkreten Beweise vorliegen, dass bei irgendeiner WM-Vergabe etwas schief gelaufen ist, muss und soll man an der Rechtmäßigkeit der Wahl festhalten. Dies gilt für Deutschland ebenso wie für alle anderen Länder. Das ist die Kernaussage meiner Botschaft", schrieb Blatter in einem Offenen Brief in der "Bild"-Zeitung (Dienstag-Ausgabe) und wies damit den Vorwurf der Denunziation zurück.

"Blatter ist schwer angeschossen"

Angriff, Rückzug - und was kommt als nächstes? Der ehemalige Funktionär und langjährige Mediendirektor der FIFA, Guido Tognoni, sieht in Blatters Äußerungen indes reine Taktik.

"Sepp Blatter steckt im Moment wieder einmal in einem Überlebenskampf. Er ist natürlich schwer angeschossen. Immer wenn er ein bisschen bedrängt ist, dann schlägt er um sich", sagte Tognoni am Montag im ARD-"Morgenmagazin".

Dabei hatte gerade dieser Tognoni die von Blatter erhobenen Vorwürfe einer gekauften WM 2006 bereits vergangenes Jahr selbst formuliert. "Die Bundesregierung hat für das Gewinnen der Stimme eines saudiarabischen Delegierten kurzfristig das Waffenembargo aufgehoben", sagte Tognoni damals auf einem Kongress in Düsseldorf.

Eine Behauptung, die schon damals von deutscher Seite empört zurückgewiesen worden waren.

Blatter "kein seriöser Geschäftspartner mehr"

Für Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied von Transparency International, ist Blatter dieses Mal zu weit gegangen. Durch seine Äußerungen hinsichtlich der Schmiergeldaffäre sei Blatter "kein seriöser Geschäftspartner mehr", sagte Schenk der Onlineausgabe der Tageszeitung "Die Welt" am Montagabend.

Blatter könne "einen Reformprozess, der dringend notwendig ist, nicht glaubwürdig anschieben." Seine Andeutungen bezüglich der WM-Vergabe 2006 seien als Ablenkungsmanöver zu werten: "Er meint damit, jegliche Aufklärung verhindern und von den eigenen Fehlern ablenken zu können. Das darf nicht funktionieren."

Warum enthielt sich Charles Dempsey?

Doch Blatter weiß und wusste um die Gerüchte, die rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft an Deutschland im Jahr 2000 entstanden waren, und greift diese nun gleichsam genüsslich wie unaufgefordert auf.

Die "Süddeutsche Zeitung" durchleuchtete am Montag die zumindest fragwürdigen Umstände der Stimmenthaltung des damaligen FIFA-Wahlmanns Charles Dempsey aus Neuseeland, die als Schlüssel für den Sieg der deutschen Bewerbung gegen die von Blatter favorisierten Südafrikaner galt.

Dempsey hatte bei der Abstimmung des 24-köpfigen Exekutivkomitees der FIFA im Juli 2000 den Raum verlassen, am Ende siegte Deutschland mit zwölf zu elf Stimmen. Bei einem Patt hätte Blatters Stimme entschieden - und der war damals bekanntermaßen schon für Südafrika. Jahrelang hatte der 76 Jahre alte gelernte Volkswirt zu diesem Thema nichts gesagt. Bis Sonntag.

Außerordentliche FIFA-Sitzung

Jetzt also die Rolle rückwärts. Blatter will partout von Problemen in seinem eigenen Haus ablenken und seine Machenschaften mit der Äußerung über Verschwörungstheorien in ein gutes Licht stellen.

Die Probleme könnten Blatter aber schneller einholen, als ihm lieb ist. Am Dienstag findet in Zürich eine außerordentliche Sitzung der FIFA statt; dort sollen unter anderem die neuen Ethik-Regeln verabschiedet werden. Zudem kommen die oft kritisierten WM-Vergaben an Brasilien 2014, Russland 2018 und vor allem Katar 2022 auf dem Prüfstand.

Sepp Blatter im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung