Nach Ausschreitungen bei Hallenturnier

St. Pauli kritisiert Vorgehen der Polizei

SID
Montag, 09.01.2012 | 15:51 Uhr
Stefan Orth ist seit 2010 Präsident des FC St. Pauli
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit BVB, SVW, VfB & HSV
Ligue 1
Live
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Live
Juventus -
Cagliari
Primera División
Live
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Live
Stoke -
Arsenal
Championship
Live
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Der Präsident des FC St. Pauli, Stefan Orth, hat sich von den Straftaten im Zusammenhang mit den Krawallen beim Hallenfußball-Turnier distanziert, das Vorgehen der Hamburger Polizei aber als unangemessen bezeichnet. Orth forderte bei einer Pressekonferenz in Hamburg "lückenlose Aufklärung" durch die Staatsanwaltschaft.

"Wir können uns nicht alles gefallen lassen", sagte Präsident Stefan Orth und meinte damit gleichermaßen Angriffe durch rivalisierende Anhänger des VfB Lübeck, das Vorgehen der Polizei und Berichte, die bei etwa 1000 anwesenden St. Pauli-Fans die Hauptverantwortung für die Gewaltexzesse sahen.

Bei dem regionalen Turnier in der Alsterdorfer Sporthalle waren nach Polizeiangaben 90 Menschen verletzt worden, als sich Fan-Gruppen von FC St. Pauli und VfB Lübeck sowie drei Hundertschaften der Polizei massive Auseinandersetzungen lieferten.

Auch Kinder wurden verletzt

Vierzehn Beamte wurden verletzt, die meisten Blessuren entstanden offenbar durch den Einsatz von Schlagstock und Reizgas.

In Medien und Internetforen gibt es zahlreiche Erlebnisberichte, nach denen auch Kinder in Mitleidenschaft gezogen wurden und bei dem traditionell als Familien-Event ausgerichteten Turnier unter Schock die Flucht suchten.

Das Turnier wurde abgebrochen und am Samstag nicht fortgesetzt.

Angriff ging offenbar von rechtsradikalen Lübeck-Fans aus

Was genau sich in der Sporthalle zutrug, wird von Polizei, Staatsanwaltschaft und Veranstalter weiter untersucht. Am Montag trugen St. Paulis Präsident Orth und Sicherheitschef Sven Brux eine eigene Version vor, die auf eigenem Augenschein und vielen Zeugenaussagen beruhen soll.

Danach sei die Gewalt eindeutig von etwa 120 rechtsradikalen Lübeck-Fans ausgegangen, die ungehindert zwei Angriffe auf St. Pauli-Anhänger ausgeführt hätten. In Folge dessen sei die Polizei ausschließlich gegen Hamburger Fans vorgegangen und habe die Lübecker gewähren lassen.

"Das Vorgehen der Polizei war einseitig und überzogen", sagte Brux, der bei Heimspielen des Zweitligisten für Organisation und Sicherheit zuständig ist.

Unterschiedliche Versionen des Tathergangs

Im weiteren Verlauf, räumten Orth und Brux ein, habe es auch Gewaltexzesse von St-Pauli-Seite gegen Polizeibeamte gegeben, die sie scharf verurteilten. Die von St. Pauli ermittelte Chronologie der Ereignisse unterscheidet sich aber in einigen Punkten wesentlich von der Darstellung der Polizei und anderer Zeugen.

So sei ein Eindringen in den VIP-Raum der Halle eine Fluchtbewegung gewesen, bei der auch Verletzte geborgen wurden. In anderen Berichten ist von einer mutwilligen Verwüstung des Raums die Rede. Brux bekräftigte den Vorwurf eines einseitigen Vorgehens der Polizei.

Er sei zu Lübecker Anhängern gegangen, "die waren bester Laune und hatten keine roten Augen vom Reizgas". Offenbar diskutieren Hamburger Fans eine Sammelklage gegen die Einsatzleitung der Polizei.

Internet-Verabredung zum Krawall?

Die größte Diskrepanz liegt in der Zahl gewaltbereiter Fans des FC St. Pauli: Die Polizei spricht von 230, Sven Brux nannte auf Nachfrage die Zahl von 30 bis 40 gewaltsuchenden im Fanspektrum insgesamt.

Hier gibt es offensichtlich verschiedene Interpretationen: "Wenn es darum geht, von Nazis angegriffen zu werden und sich zu wehren, dann haben wir sicher 230 Gewaltbereite", sagte Brux. Der Kiezklub werde landesweit für die Haltung seiner Fans gerühmt, hier habe man die Umsetzung gesehen: "Wenn einer Nazi-Sprüche macht, wird ihm das auch körperlich nicht guttun."

Die Veranstalter des Turniers haben Regress-Ansprüche gegen ermittelte Straftäter angekündigt und sprachen von "organisierter Kriminalität". Von einer Verabredung zur Gewalt über das Internet haben die Vertreter des FC St. Pauli keine Kenntnis. Das Fazit in der Stellungnahme des Klubs lautet: "Der FC St. Pauli ist der Ansicht, dass der Beginn der Auseinandersetzungen auch durch handwerkliche Fehler in Planung und Durchführung seitens des Veranstalters und der Polizei ermöglicht wurde.

So hat man die verhältnismäßig kleine Lübecker Gruppe viel zu lange ungestört agieren lassen und diese sogar im Nachhinein unbehelligt wieder zum Hauptbahnhof gebracht. Hierfür fehlt uns jedes Verständnis."

Der FC St. Pauli im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung