Das schwere Schicksal des Ex-Torjägers

Bodden: "Ich habe keine Freude mehr"

SID
Samstag, 24.12.2011 | 12:43 Uhr
Olaf Bodden (l.) war einst Torjäger bei 1860 München
© Getty
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Es gab Zeiten, da war Olaf Bodden ein gefürchteter Bundesliga-Torjäger. Doch das ist längst Vergangenheit. Heute kämpft der ehemalige Löwen-Stürmer mit einer schweren Krankheit und hat "keine Freude mehr am Leben".

Früher war Olaf Bodden der Schreck aller Bundesliga-Torhüter: Ein Typ, vor dem man Angst haben muss. Durchtrainiert, hart mit sich und dem Gegenspieler.

Er war gefürchtet - doch heute ist davon nichts mehr zu sehen. Der ehemalige Stürmer-Star des TSV 1860 München (153 Bundesligaspiele, 49 Tore) geht kaum noch aus dem Haus in Bogenhausen, einem Münchner Stadtteil.

"Mir ist oft speiübel"

Es kostet dem heute 43-Jährigen Bodden zu viel Kraft und Überwindung. "Ich bin 0,0 Prozent belastbar", verrät Bodden mit aschfahlem Gesicht im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "dapd": "Ich kann keine zehn Minuten spazieren gehen, ohne dass es mir hundeübel wird. Die Sonne muss ich sowieso meiden. Ich habe keine Freude mehr am Leben. Ich bin eingesperrt in meinem Körper und merke, wie der Körper zugrunde geht. Mir ist oft speiübel."

Seit über einem Jahrzehnt kämpft der Ex-Stürmer gegen die teuflische Immunerkrankung CFIDS ("Chronisches Erschöpfungssyndrom"). Für Bodden, der schon im Alter von 28 seine Karriere beenden musste, ist es ein tagtäglicher Kampf: "Ich habe 365 Tage im Jahr eine Grippe: Ich fühle mich schlapp und liege mehr im Bett als dass ich stehe - der Schlaf ist für mich schon lange nicht mehr erholsam."

Früher brachte Bodden bei 1,93 Metern Körpergröße imposante 97 Kilo auf die Waage - heute wiegt der prominente Patient nur noch 77 Kilo. Folgen eines Virusinfektes im Herbst 2010.

Bodden begibt sich in Düsseldorf in eine Spezialtherapie. Die Behandlung kostet aber Geld, sogar sehr viel Geld. Und obwohl Bodden jeden Monat 600 Euro an ein Versicherungsunternehmen überweist, wartet er bis heute auf die Begleichung der Auslagen.

50.000 Euro Therapiekosten vorgeschossen

Bodden ist empört: "Die Krankenkasse weigert sich bis heute, nur einen Cent zu bezahlen. Inzwischen sitze ich auf 50.000 Euro Therapiekosten, die ich selbst vorgeschossen habe."

Warum sich die Kasse weigert? "Die Versicherung sagt", so Bodden, "dass ich ein Fall für den Psychiater sei. Dabei ist CFIDS eine neuro-immunologische Erkrankung, das ist auch von der Weltgesundheitsorganisation so definiert. Die Versicherung und die Ärztekammer verstoßen mit ihrer Haltung ganz klar gegen das Gesundheitsrecht. Wenn die Versicherung nicht zahlt, dann ziehe ich vors Münchner Landgericht."

Bodden hat Angst, dass er auf den Therapiekosten sitzen bleibt. "Am liebsten wäre ich nie in meinem Leben krank geworden", sagt Bodden, "denn ich sehe jetzt, wie korrupt Richter und Krankenkassen heutzutage in Deutschland sind." Noch kann er die horrenden Kosten stemmen - aber wie lange noch?

Hilfe vom FC Bayern

"Ich lebe von meinen Ersparnissen aus meiner Profikarriere", sagt er, "aber irgendwann sind auch die aufgebraucht." Sogar der FC Bayern wollte schon helfen, verrät Bodden: "Die Bayern haben mir vor Jahren angeboten, bei der Austragung eines Abschiedsspiels zu helfen. Das war großer Sport. Als 2000 bei den Löwen mein Vertrag ausgelaufen ist, habe ich nicht mal einen Blumenstrauß bekommen. Das ist der Unterschied."

Doch Bodden gibt sich kämpferisch - weil er fest davon ausgeht, dass er irgendwann "wieder gesund" ist. Dass sich zuletzt immer mehr im Bundesliga-Geschäft mit Burnout geoutet haben, kann der Ex-Profi nicht verstehen.

"Wenn ein 20-Jähriger heute vier Bundesligaspiele macht, dann hat er schon seine erste Million sicher. Der Druck war doch in den achtziger Jahren viel höher als heute."

Die Karriere des Olaf Bodden

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