"Bosman-Urteil" für TV-Rechte

DFL bangt um Pay-TV-Millionen

SID
Dienstag, 04.10.2011 | 15:15 Uhr
Nach dem Urteil des EuGH bangt die DFL um ihre Pay-TV-Gelder
© Getty
Advertisement
Serie A
Hellas Verona -
Benevento
Premier League
Leicester -
West Bromwich
Primera División
Las Palmas -
Celta Vigo
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter
Primeira Liga
Porto -
Pacos de Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Fiorentina
Serie A
Milan -
Genua
Serie A
Ferrara -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit St Petersburg
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolves
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nice
Championship
Leeds -
Sheff Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Arsenal v
Swansea
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano

Eine raffinierte Kneipenwirtin aus England hat im Bereich der Fußball-Fernsehrechte für ein Urteil von Bosman-Dimension gesorgt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied am Dienstag, dass ausländische Decoderkarten zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen nicht mehr verboten werden dürfen.

Das höchste EU-Gericht hat für eine Revolution im Profifußball gesorgt, der Bundesliga und den internationalen Topligen in Europa drohen beim Poker um die TV-Rechte Verluste in Millionenhöhe: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat mit einem bahnbrechenden Urteil am Dienstag eine Änderung der Exklusiv-Vermarktung im Pay-TV-Bereich beschlossen.

Damit dürfen in Zukunft ausländische Decorderkarten zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen nicht mehr verboten werden.

Urteil keine Überraschung

"Dieses Urteil hat sich abgezeichnet, die DFL ist daher nicht überrascht. Dennoch müssen wir feststellen, dass auf europäischer Ebene die von den Rechte-Nachfragern akzeptierte Praxis mit individuellen Rechte-Zuschnitten für unterschiedliche Gebiete trotz zahlreicher Warnungen infrage gestellt wird", hieß es in einer Stellungnahme der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Dienstag. Die DFL will nun die Urteilsbegründung hinsichtlich möglicher Konsequenzen prüfen.

Bundesliga-Fans könnten in Zukunft Verträge mit ausländischen Anbietern abschließen, die Live-Spiele aus dem Oberhaus kostengünstiger anbieten als der nationale Pay-Sender Sky Deutschland.

TV-Exklusivvermarktung verstößt gegen EU-Recht

Rummenigge: Politik für Preis-Dumping verantwortlich

"Das ist mehr als eine Gefahr. Für dieses Preis-Dumping wäre die Politik verantwortlich. Die muss verstehen, wie der Wirtschaftszweig Fußball funktioniert. Und ein wichtiger Bestandteil sind eben die Fernseheinnahmen", hatte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, gleichzeitig Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA, bereits im Februar erklärt.

Unmittelbar nach der Verkündung des Urteils gingen am Dienstag die Aktien des Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland in den Keller. Sie verloren zeitweise mehr als fünf Prozent.

Die Preise für nationale Übertragungsrechte geraten nun gewaltig unter Druck. Derzeit sorgen die TV-Erlöse in Deutschland immerhin für knapp ein Drittel der Gesamteinnahmen der Vereine.

Keine Hoffung auf mehr Gelder

Die Hoffnungen der Profiklubs, bei der Ende des Jahres beginnenden Ausschreibung für die TV-Rechte ab der Saison 2013/2014 mehr als die bislang 412 Millionen Euro pro Jahr zu erhalten, haben einen herben Dämpfer erhalten.

Experten sprechen aufgrund der weitreichenden Folgen der Entscheidung schon von einem "Bosman-Urteil" im Bereich der TV-Rechte. Denn bislang waren die Live-Übertragungen von Fußballspielen oder anderen Sportereignissen unter Verwendung ausländischer Decoderkarten untersagt.

Territoriale Exklusivitäts-Vereinbarungen zum Beispiel bei der Übertragung von Fußballspielen verstoßen laut EuGH aber gegen Unionsrecht, insbesondere gegen die Dienstleistungsfreiheit.

Englische Wirtin löst Rechtsstreit aus

Auslöser des Rechtsstreits war der Fall Karen Murphy, die in ihrem Pub im südenglischen Southsea im Jahr 2007 Live-Übertragungen von Spielen der Premier League gezeigt hatte.

Dazu nutzte die Wirtin jedoch keine Gaststättenlizenz des britischen Pay-TV-Senders BSkyB, sondern importierte einen Satelliten-Decoder des Anbieters Nova, der seinerzeit die Übertragungsrechte für Premier-League-Spiele in Griechenland besaß. Dadurch sparte Murphy rund 6000 Euro (5200 britische Pfund) pro Jahr.

Erleichtert reagierte die Kneipenwirtin nach dem Urteil. "Wenn ich ein Auto kaufen will", sagte Murphy, "dann kann ich zu jedem Händler in Europa gehen. Will ich Fußball sehen, kann ich nur zum Sky-Händler und muss dort zehnmal mehr bezahlen als jeder andere in Europa. Diese Achterbahnfahrt hat reichlich Nerven gekostet, ich bin froh, dass das jetzt zu Ende geht."

Fußballspiele nicht durch Urheberrecht geschützt

In dem Grundsatzurteil geht es allerdings auch um das Urheberrecht. Das EU-Gericht entschied, dass einzelne Teile einer Übertragung wie beispielsweise die Hymne der Premier League geschützte Werke seien.

Fußballspiele selbst seien hingegen nicht geschützt. Das heißt, dass die Übertragungen via einer griechischen Decoderkarte erst mit dem Anpfiff beginnen dürften.

Für die DFL hat das Urteil erhebliche Folgen. Da es laut EuGH-Generalanwältin Juliane Kokott "kein spezifisches Recht gibt, in jedem Mitgliedsstaat andere Preise für eine Leistung zu verlangen", wären nur noch schwerlich Lizenzeinnahmen im EU-Ausland zu erlösen.

Sky zahlt 240 Millionen Euro

Die Auslandsrechte bringen den Vereinen derzeit 35 Millionen Euro ein, für die Deutschland-Rechte zahlt der Pay-TV-Sender Sky im Jahr rund 240 Millionen Euro. Rechte im Ausland zu verscherbeln, um Werbung für die Liga zu betreiben, könnte künftig aber zum Bumerang werden.

Der Fall erinnert an den belgischen Profi Jean-Marc Bosman, der am 15. Dezember 1995 mit seiner Klage - übrigens auch vor dem EuGH - das Ablösesystem im Fußball kippte. Die Klubs können seitdem Spieler nach Vertragsablauf ablösefrei verpflichten, die Spieler verdienen sich mit Handgeldern eine goldene Nase.

Die ganze Welt des Fußballs bei SPOX

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung