Breitner: Früher Mao-Bibel, heute Bayern-Bibel

SID
Sonntag, 04.09.2011 | 16:07 Uhr
Doppelt hält besser: Paul Breitner (l.) trifft sein Haar-Double Kevin Keegan
© Getty
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Paul Breitner feiert am Montag seinen 60. Geburtstag. Der Weltmeister von 1974, der sich einst als Fußball-Revoluzzer gefiel, ist heute Marken-Botschafter und Berater des Vorstands bei Bayern München.

Ein Mann macht Alarm. Energisch zieht er mit dem Ball am Fuß von ganz links nach innen, er mischt das Mittelfeld auf, er wird gefoult, rackert sich hoch, treibt an - Paul Breitner als zentrale Figur im Film "Profis".

So spielte er auf in den 70er Jahren. Und er hat es noch immer drauf. Unlängst zu sehen im Spiel der All Stars des FC Bayern München gegen Real Madrid. Dabei wird Breitner am Montag (5.9.) 60 Jahre alt.

Paul Breitner oder 73 Kilo gebündelte Energie. Heute und früher ganz besonders. Für einen wie ihn müssen Statistiker das oberste Regal im deutschen Fußball ziehen: Weltmeister 1974, Europameister 1972 mit der Nationalelf, 48 Länderspiele, Europapokalsieger, fünfmal deutscher Meister und zweimal Pokalsieger mit den Bayern, Fußballer des Jahres 1981, Landesmeister (1975, 1976) und Pokalsieger (1975) mit Real Madrid.

Breitner das Gegenstück zu Müller, Hoeneß und Beckenbauer

Trotz dieser Erfolge hatte Breitner in der öffentlichen Meinung keinen leichten Stand. Gegen Bayern-Lieblinge wie Gerd Müller, Uli Hoeneß, "Katsche" Schwarzenbeck, Sepp Maier oder Franz Beckenbauer, den "Kaiser". Damals, in den 70ern, haben ihn die Fans respektiert, aber nicht jeder hat ihn auch geliebt. Breitner polarisierte.

Durch sein wüstes Aussehen im Afro-Look, den wirren Bart, den stechenden Blick. Auf dem Foto unter dem Mao-Porträt schien er dem Marxismus zu huldigen - oder er vermittelte in Boxer-Shorts vor einem sündteuerem Sportflitzer Freude am Kapitalismus.

Wer ist, wer war Breitner? Mit dem Satz "Keiner weiß, wie ich wirklich bin" geht er in einer 1981 veröffentlichten Biographie unter dem Titel "Ich will kein Vorbild sein" in die Defensive. Breitner sagt, er wolle sich in kein Schema pressen lassen. Das war so, ist das auch noch so?

Aus lauter Freundlichkeit unterlässt man es bei einer Verabredung zum Gespräch, Erinnerungen an gestern anzusprechen. Besonders als Breitner kühl fragt, "um was es überhaupt geht". Es scheint, als wolle er auch mit 60 einen Rest von Geheimnissen für sich behalten - etwas Unerreichbares, Unerklärliches.

Breitner repräsentiert die Marke FC Bayern

Dann der Treffpunkt Säbener Straße, sein zweites Zuhause. Noch immer, oder besser: wieder. Denn die Bayern-Bosse haben ihn zurückgeholt in ihren inneren Kreis. Jetzt sitzt er vor einem Stapel Papiere, es sieht so aus, als sortiere er was, er macht sich Notizen.

Auf die Frage nach seinem Job holt Breitner aus, er beobachte für den Verein den einen oder andere Spieler, er sei "Marken-Botschafter", vertrete "als Repräsentant die Marke FC Bayern", er sei "Berater des Vorstandes, für was auch immer".

Tja, Berater - eigentlich war er das auch schon vorher. Allerdings in einer Rolle, die den Bayern überhaupt nicht passte, diese verbalen Querschüsse durch Kolumnen in "Bild" oder "Bild am Sonntag".

Vielleicht auch deshalb holte ihn Uli Hoeneß, der Präsident, "zurück in die Familie" und stellte so den ehemaligen Busenfreund ruhig, jedenfalls in den Medien. Und zur weiteren Absicherung wurde auch noch der Junior übernommen, der Journalist Max Breitner (30) kam vom Münchner Boulevardblatt "tz" in die Presseabteilung der Bayern.

Sportliche Schlagzeilen, Ruhe im privaten Umfeld

Als Mensch fühlte sich Breitner oft missverstanden. Von der Presse, den Mitspielern, der Welt. Aber er habe es allen zeigen wollen: "Nur über den Sport habe ich den Medien Zucker gegeben. So viel, dass sich für mich als Person niemand interessieren sollte. Je mehr ich Theater machte, umso ruhiger war das für meine Familie."

Über sie spricht er nun doch. Über den kürzlich begangenen 40. Hochzeitstag mit Ehefrau Hildegard, über seine drei Kinder, über die Enkel - ein sonst oft verbissener Breitner als lächelnder Opa.

Dieser Tage hat er für die Medien ein neues Buch vorgestellt, das so dick und so gewaltig ist, dass man dafür einen Stehpult braucht, die 111 Jahre alte Geschichte des deutschen Rekordmeisters: Breitner als "Markenbotschafter" - oder ein Zeichen für seinen Wandel von der Mao-Bibel zur Bayern-Bibel.

Paul Breitner im Steckbrief

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