Ex-Profi gründet Studien- und Weiterbildung für Leistungssportler

Philip Albrecht: Hilfe für die Helfenden

Von Walandi Tsantiridis
Freitag, 12.08.2011 | 21:53 Uhr
Philip Albrecht hilft nach seinem verletzungsbedingten Karrireende anderen Leistungssportlern
© Getty
Advertisement
Premier League
Sa18:30
Liverpool - Chelsea - Der Kampf um die CL-Plätze
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Premier League
Brighton -
Liverpool
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man United
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Leicester -
Burnley (Delayed)
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Swansea (Delayed)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Inter Zapresic
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Auckland City

Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst. Längst beherrschen diese Worte auch die Sport-Welt. Jeder vierte Fußballprofi ist nach dem Ende seiner Karriere pleite. Ex-Fußball-Profi Philip Albrecht zeigt bei der Studien- und Weiterbildungsbegleitung für Leistungssportler Wege auf, sich rechtzeitig auf sein Karriereende vorzubereiten.

Sommerzeit ist Vorbereitungszeit. Einige Fußballer bleiben bei diesem jährlichen Turnus auf der Strecke. Sie sind arbeitslos, finden keinen neuen Verein. Ein Problem, dass viele unterschätzen.

"20 bis 25 Prozent der Spieler sind am Ende ihrer Karriere pleite oder überschuldet", sagte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky, "sie wissen, dass sie auf eine Wand zurasen. Aber sie bremsen nicht."

Am Ende seien die Spieler von Staatsleistungen oder ihrer Frau abhängig. Baranowsky: "Deshalb raten wir: Keine teuren Autos, sondern lieber Bildung. Irgendwann kommt der Tag X. Jeder weiß, dass jedes Foul den Tag X bedeuten kann."

So erging es Philip Albrecht. Im März 2006 mit damals 25 Jahren war die Profikarriere bereits wieder beendet. "Nach einem Trainingsunfall wurde ein Knorpelschaden am Knie bei mir festgestellt. Die Operationen konnten auch nichts am Karriereende ändern", sagt Albrecht im Gespräch mit SPOX.

In Erinnerung bleibt Albrecht die Einwechslung im Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen in der Saison 2001/2002 und das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal in der darauffolgenden Saison mit der Amateur-Mannschaft vom FC St. Pauli gegen Eintracht Frankfurt, als der Oberligist erst in der 119. Minute das entscheidende 0:1 kassierte.

"Mein Traum ist geplatzt"

"Mein Traum ist damals geplatzt", so Albrecht. So sehr eine Welt für ihn zusammenbrach, das plötzliche Karrieende war auch eine Chance für Albrecht. Früh bereitete er sich auf das Leben nach der Fußballerkarriere vor.

"Mein Vordiplom hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits in der Tasche. Den Grundstein für meine Zukunft hatte ich demnach bereits gelegt, um nach der Verletzung nicht ins Bodenlose zu stürzen", sagt Albrecht. Das Studium als Diplom-Kaufmann schloss er erfolgreich im September 2008 ab.

Mittlerweile zeigt Albrecht Leistungssportlern Möglichkeiten auf, sich bereits während der Profi-Karriere weiterzubilden. Seit März 2009 arbeitet Albrecht selbstständig als "Studien- und Weiterbildungsbegleitung für Leistungssportler".

"Praktisch läuft es in drei Schritten ab. Wir erstellen einen Profilbogen, bei dem wir den Bildungsstand analysieren - welche schulische Ausbildung der Sportler hat, welche Zeit er investieren möchte, in welche Fachrichtung er gehen möchte und welche Kosten er auf sich nehmen möchte. Nach der Analyse suchen wir im zweiten Schritt passende Weiterbildungsmaßnahmen heraus. Im letzten Schritt entscheidet der Sportler schlussendlich selbst über die konkrete Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme."

Vereine vernachlässigen Fürsorgepflicht gegenüber Spielern

Als oberstes Ziel setzt die Studien- und Weiterbildungsbegleitung für Leistungssportler bei der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung an. Ein Credo, das sich der DFB als oberste Leitlinie in der Ausbildungskonzeption "Persönlichkeitsförderung" junger Fußballer auf die Fahnen geschrieben hat:

"Spielerinnen und Spieler ganzheitlich auszubilden bedeutet:

1. sie nicht nur auf den Fußball, sondern auch auf das Leben vorzubereiten

2. die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und Eigeninitiative".

Verbandsinteresse ist jedoch nicht mit Vereinsinteresse gleichzusetzen. Daher fordert Albrecht die Vereine zur Initiative auf.

"Die Fürsorgepflicht liegt auch bei den Vereinen. Die meisten Klubs interessieren sich jedoch nicht für diese Entwicklungen. Der Spieler steht maximal drei oder vier Jahre unter Vertrag. Dann hat man mit ihm nichts mehr zu tun. Natürlich gibt es auch positive Beispiele in der Bundesliga, aber vor allem Spieler in der 2. oder 3. Liga bekommen kaum Unterstützung."

Training, Massage - und abends Playstation

Dabei leidet laut Albrecht auch bei kompletter Beschränkung auf den Sport die sportliche Leistung: "Ich habe an mir selbst gemerkt, dass sich die eigene Wahrnehmung komplett einschränkt. Training, Massage, Medientermine, und abends spielen viele nur Playstation oder sitzen vor dem Fernseher. Meine Leistung hat darunter eher gelitten. Natürlich darf der Sport - also der Beruf - nicht darunter leiden, aber sich nebenbei fortbilden schadet nicht - ganz im Gegenteil."

Die VDV ist sich dieser Problematik bewusst. In der Sommerpause bereiteten sich 20 Profis im Trainingslager der VDV vor. Neben körperlicher Vorbereitung konnten die Spieler auf psychologische und seelsorgerische Unterstützung bei den Trainingscamps zurückgreifen.

Arbeitslose Fußballer - ein europaweites Phänomen

Im Ausland ist die Situation noch prekärer. Vor Beginn der Saison hatten in Frankreich 163 Profi-Fußballern keinen Job. "Normal sind sonst zu dieser Jahreszeit im September um die 100 arbeitslose Profis", erklärte der Pressesprecher der französischen Spielergewerkschaft UNFP Stéphane Saint-Raymond.

Auch Österreich meldet sein eigenes Cordoba im Fußball-Arbeitsmarkt. Hier sind knapp ein Drittel der Profis arbeitslos gemeldet. Laut Fußball-Gewerkschaftler Rudolf Novotny gibt es den hohen Prozentsatz bereits seit Jahren.

In Italien meldet die Spielergewerkschaft AIC über 200 arbeitslose Fußballer. Sergio Campana, der Präsident der Fußballergewerkschaft, fordert daher eine Reduzierung der Anzahl ausländischer Spieler.

Zu beschränken ist diese Entwicklung jedoch nicht nur auf Fußballer. "Ich habe schon mit Handballern, Eishockey-Spielern und Boxern zusammengearbeitet. Dabei ging es nicht nur um ein paralleles Studium. Auch bei Weiterbildungsangeboten und Schulabschlüssen habe ich sie unterstützt", sagt Albrecht, der auch als Dozent im kaufmännischen Bereich arbeitet.

Er fordert die Profi-Sportler auf, selbstständig Wege zu suchen, um die Gefahr der späteren Arbeitslosigkeit einzuschränken: "Das Problem liegt darin: Wenn du einmal aus dem Karussell rausfällst, dann gibt es kaum einen Weg zurück ins Profi-Geschäft."

Philip Albrecht im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung