Freitag, 03.12.2010

Pressestimmen zur WM-Vergabe durch die FIFA

"Die WM ist in den Händen der Reichen"

Nach der WM-Vergabe am Donnerstag feiert die russische Presse die Entscheidung der FIFA und sich selbst. Die englischen Medien gehen mit dem Weltverband und den künftigen Gastgebern hart ins Gericht. "Russland ist ein von Korruption durchzogener Mafia-Staat", schreibt der "Daily Mirror".

Scheich Mohammed Bin Hamad Al-Thani freut sich über den Zuschlag für Katar
© Getty
Scheich Mohammed Bin Hamad Al-Thani freut sich über den Zuschlag für Katar

Russland

Sport-Express: "Die ganze Welt hat erfahren: Russland ist nicht nur Wodka und warme Mützen."

Komsomalskiaja Prawda: "Erst die Olympischen Spiele in Sotschi, dann die Fußball-Weltmeisterschaft: Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten. Der 2. Dezember 2010 wird als großer Tag in die Geschichte des Welt-Fußballs eingehen."

Sowjetski Sport: "Wir sind die Gastgeber! Unsere Konkurrenten mussten die Überlegenheit Russlands anerkennen. Die WM 2018 wird in 13 russischen Städten stattfinden."

England

Daily Mirror: "Russland ist ein von Korruption durchzogener Mafia-Staat, Katar ein mittelalterliches Königreich ohne Meinungsfreiheit. Wie um alles in der Welt haben sie die überbezahlten Mitglieder der FIFA davon überzeugt, ihnen die WM zu geben? VERKAUFT!"

The Sun: "Die FIFA schiebt Russland die WM zu. Unsere Bewerbung bekommt nur zwei mickrige Stimmen. Die Entscheidung der FIFA war ein Affront gegenüber England, das eine Bewerbung auf die Beine gestellt hatte, die von vielen Beobachtern als die beste angesehen wurde. Erste Stimmen fordern bereits eine Korruptions-Untersuchung."

The Guardian: "Russlands Sieg ist eine Erniedrigung für England. Nachdem sich das Mutterland des Fußballs im Sommer in Südafrika nicht mit Ruhm bekleckert hatte, musste es schon wieder eine schallende Ohrfeige einstecken. Die Diplomatie von David Cameron, Prinz William und David Beckham zeigte, dass Englands Bewerbung nichts mit der brutalen Realität der FIFA-Politik zu tun hatte. Wladimir Putin feierte einen Sieg ohne überhaupt bei der Vergabe in Zürich anwesend zu sein."

Daily Mail: "War die WM-Vergabe ein abgekatertes Spiel? Das erniedrigte England zieht mal wieder den Kürzeren. Von der Downing Street gibt es keine Glückwünsche an Russland. Englands bittere Niederlage im Rennen um die Weltmeisterschaft 2018 hat einen neuen "Kalten Krieg" mit Russland ausgelöst. Inmitten schwerer Vorwürfe von nebulösen Hinterzimmer-Deals bekam Russland das Turnier - ein Land, das durch die Wikileaks-Enthüllungen als Mafia-Staat gebrandmarkt worden ist."

Niederlande

De Volkskrant: "Der seltsame Geldzirkus erlebt in Zürich seinen Höhepunkt. Die FIFA sprach ein deutliches Urteil und vergab die Weltmeisterschaften an Russland und Katar. Beide Länder sind keine Vorbilder für Demokratie, gewannen aber das Spiel im Hinterzimmer. Man kam aus dem Staunen nicht heraus."

Ad: "Der Optimismus wird nicht belohnt. Die Niederlande und Belgien greifen daneben. Die FIFA muss jetzt vollständig auf den Kopf gestellt werden. Der Vorteil der kombinierten WM-Vergabe in diesem perfiden Wahlzirkus ist, dass sich die FIFA nun dafür erst 2018 wieder versammelt.  Die Glaubwürdigkeit dieser Organisation ist auf dem Tiefpunkt angekommen."

Das sind die WM-Stadien 2022 in Katar
Der Katar hat sich viel vorgenommen für die WM. Das Doha Port Stadion ist nur eine von vielen gigantischen Arenen, die in Planung sind. 44.950 Menschen sollen hineinpassen
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Der Katar hat sich viel vorgenommen für die WM. Das Doha Port Stadion ist nur eine von vielen gigantischen Arenen, die in Planung sind. 44.950 Menschen sollen hineinpassen
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86.250 Menschen sollen im komplett von Wasser umgebenen Lusail Stadion das Eröffnungs- und Finalspiel verfolgen können. Die größte WM-Arena steht in Al Dayyan
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86.250 Menschen sollen im komplett von Wasser umgebenen Lusail Stadion das Eröffnungs- und Finalspiel verfolgen können. Die größte WM-Arena steht in Al Dayyan
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Das Sports City Stadion ist mit einem Fassungsvermögen von 47.560 das größte Stadion Dohas. Die Architektur ist einem arabischen Zelt nachempfunden
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Das Sports City Stadion ist mit einem Fassungsvermögen von 47.560 das größte Stadion Dohas. Die Architektur ist einem arabischen Zelt nachempfunden
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Die Fassade des Al Gharafa Stadion (Kapazität: 21.282) in Al-Rayyan soll später mit den Flaggen aller Teilnehmerländer geschmückt werden
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Die Fassade des Al Gharafa Stadion (Kapazität: 21.282) in Al-Rayyan soll später mit den Flaggen aller Teilnehmerländer geschmückt werden
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Das Al-Rayyan Stadion ist eines von vier Stadien in Al-Rayyan. Mit einem Fassungsvermögen von 21.282 wird es das kleinste Stadion der WM 2022 sein
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Das Al-Rayyan Stadion ist eines von vier Stadien in Al-Rayyan. Mit einem Fassungsvermögen von 21.282 wird es das kleinste Stadion der WM 2022 sein
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Das Qatar University Stadion soll 43.250 Menschen Platz bieten. Es ist das kleinste der drei Stadien in Doha, der Hauptstadt Katars
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Das Qatar University Stadion soll 43.250 Menschen Platz bieten. Es ist das kleinste der drei Stadien in Doha, der Hauptstadt Katars
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Die Stadt Umm Salal hat ungefähr 35.000 Einwohner. Auch sie soll ein Fußballstadion bekommen. Dessen Fassungsvermögen? 45.120 Zuschauer
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Die Stadt Umm Salal hat ungefähr 35.000 Einwohner. Auch sie soll ein Fußballstadion bekommen. Dessen Fassungsvermögen? 45.120 Zuschauer
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Einen großen Swimming-Pool, eine Entspannungszone und ein Einkaufszentrum. Nicht mehr und nicht weniger beinhaltet der Komplex des Al Wakrah Stadions (Kapazität: 45.120)
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Einen großen Swimming-Pool, eine Entspannungszone und ein Einkaufszentrum. Nicht mehr und nicht weniger beinhaltet der Komplex des Al Wakrah Stadions (Kapazität: 45.120)
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Der Trend geht zum geschwungenen Stadion. Die Arena in Al-Shamal (5000 Einwohner) soll am Ende 45.120 Zuschauern Platz bieten und liegt traumhaft am Meer
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Der Trend geht zum geschwungenen Stadion. Die Arena in Al-Shamal (5000 Einwohner) soll am Ende 45.120 Zuschauern Platz bieten und liegt traumhaft am Meer
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Das Al-Khor-Stadion soll nach Fertigstellung 45.330 Zuschauern Platz bieten. Das sind 12.000 Menschen mehr, als die Stadt Al-Khor Einwohner hat
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Das Al-Khor-Stadion soll nach Fertigstellung 45.330 Zuschauern Platz bieten. Das sind 12.000 Menschen mehr, als die Stadt Al-Khor Einwohner hat
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Das Education City Stadion soll mit einer Kapazität von 45.350 Plätzen die zweitgrößte Arena in Al-Rayyan werden. Das Modell ist allerdings noch sehr grob
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Das Khalifa International Stadion in Al-Rayyan ist das derzeitige Nationalstadion Katars und fasst 50.000 Menschen. Es ist die einzige Arena, die bereits steht
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Spanien

El Mundo: "Das war die macht von Gas und Öl. Die Bewerbungen von Russland und Katar haben fachliche Schwächen aber einen großen Geldbeutel."

Marca: "Iberische Enttäuschung in Zürich. Die russischen Petrodollar überzeugen die FIFA . Die iberische Kandidatur hat ausgeträumt."

AS: "Das Erdöl holt die Weltmeisterschaften. Die iberische Kandidatur hatte keinen Erfolg. Russland und Katar gewannen wegen ihres wirtschaftlichen Gewichtes und ihres Status als Newcomer."

Katar

Gulf Times: "Der Zuschlag hat das Land verändert. Es wurde Geschichte geschrieben. Tränen der Freude haben die Augen vieler Kataris gefüllt. Es war eine Stimmung wie im Karneval."

The Peninsula: "Katar hat die Konkurrenten in einer historischen Abstimmung ausgestochen und die FIFA davon überzeugt, dass die erste WM im Mittleren Osten die Mauer des Misstrauens zwsichen Osten und Westen einreißen wird."

Italien

Gazzetta dello Sport: "Die Weltmeisterschaft ist in den Händen der Reichen. Schade, dass Moskau und Katar die schlechtesten Dossiers überhaupt vorgelegt haben. Die Distanzen und Transportbedingungen in Russland sind genauso beängstigenden, wie die 50 Grad im Schatten in Katar. Wir haben einmal mehr den Beweis erhalten, dass nur die Politik, nur das mehr oder weniger saubere Geschäft zählt. Am Schluss gewinnt trotz der unzähligen Skandalserie immer Blatter."

Tuttosport: "Riesen-Überraschung! Russland und Katar werden die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 organisieren, doch der Verdacht eines Stimmenkaufs ist groß. In Katar gibt es abgesehen von der Hauptstadt Doha keine Städte, sondern nur Dörfer. Die Temperaturen erreichen 50 Grad und in den öffentlichen Lokalen ist der Verkauf von Alkohol verboten. Wie werden das englische, deutsche und niederländische Fans überstehen?"

Repubblica: "Die FIFA stiehlt Obama den Fußball. Die WM 2022 wird in Katar und nicht in den USA ausgetragen. Unter der Diktatur von Leutnant Blatter ist alles möglich. Russland ist zwar das größte Land der Welt mit einer riesigen Sporttradition. Die WM in Katar auszurichten, ist aber als würde man sie auf die Venus verlegen."

USA

Washington Post: "Katar ist kleiner als Connecticut, hat keine Wurzeln im Fußball und ist im Sommer bedrückend heiß. Oberflächlich betrachtet, macht es keinen Sinn, die WM an diesen Wüstenstaat und nicht an die USA oder einen der anderen drei erprobten Mitbewerber zu vergeben. Für diejenigen, die mit der Komplexität der FIFA und deren Mission, Geschichte zu gestalten, vertraut sind, kommt die Entscheidung aber nicht unvorhergesehen."

Los Angeles Times: "Das war ein Soccer Shocker - FIFA vergibt Weltmeisterschaften an Russland und Katar. Engalnd und die USA werden abgewiesen. Die FIFA nimmt zwei ungewöhnlich große Risiken auf sich. Das Paradestück des Fußballs soll in zwei momentan noch schlecht vorbereiteten Ländern ausgetragen werden."

Seattle Times: "Katar? Wirklich? Die FIFA macht den USA die lange Nase und vergibt die WM an das fußballarme und ölreiche Katar. Diese Bekanntgabe feuert die bereits exitierenden Verdächtigungen über Absprachen, die dem gesamten Vergabeprozess überschattet haben, weiter an."

Time Magazine: "Dieses Resultat reflektiert geopolitische Trends. Russland und Katar werden von starken, kompromisslosen Regierungen geführt. Wer braucht eine total freie Presse oder faire Wahlen, um eine gute Show zu garantieren?"

Australien

The Australian: "Australien verliert gegen Katar. Australien verpasste die Ausrichtung der WM, als FIFA-Offizielle die umstrittene und hochriskante Option zogen, die Veranstaltung nach Katar zu vergeben. Der reiche aber winzige Golf-Staat hat kaum Fußball-Fans oder Stadien und ein Klima, das während der WM so heiß sein wird, dass die Organisatoren, massive Klimatisierungs-Systeme für ganze Stadien und Fan-Zonen einrichten müssen, um schwere Gesundheitsrisiken zu vermeiden."

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