Montag, 29.11.2010

Weitreichende Reform geplant

FIFA plant Abschaffung der Berater-Lizenz

Der Fußball-Weltverband FIFA plant die Lizenzpflicht für Spielervermittler abzuschaffen. "Es deutet alles daraufhin", sagte DFVV-Geschäftsführer Gregor Reiter.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat seinen Sitz in Zürich
© sid
Der Fußball-Weltverband FIFA hat seinen Sitz in Zürich

Die baldige Abschaffung der Lizenzpflicht für Spielervermittler durch den Fußball-Weltverband FIFA ist offenbar beschlossene Sache.

"Es deutet alles daraufhin, dass die Lizenz abgeschafft wird. Verschiedene FIFA-Gremien müssen den Schritt noch abnicken, es würde mich aber sehr wundern, wenn dies nicht passiert", sagte DFVV-Geschäftsführer Gregor Reiter dem "sid" bei der Jahreshauptversammlung der Deutschen Fussballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV) in Düsseldorf.

"Falscher Schritt in die falsche Richtung"

Bislang ist es nach FIFA-Statuten nur lizenzierten Spielervermittlern und Rechtsanwälten erlaubt, Spieler von einem Klub zum anderen zu transferieren. "Die Abschaffung der Lizenz ist der falsche Schritt in die falsche Richtung. Auch wenn sie ihre Lücken hat, war es eine Möglichkeit, in der Branche die Spreu vom Weizen zu trennen", so Reiter.

Der gelernte Jurist fordert neben der Beibehaltung der Lizenz, für die es neben dem Bestehen einer Prüfung weitere Voraussetzungen gibt, ein bei den Zahlungsvorgängen zwischen Vereinen und Beratern zwischengeschaltetes Institut. Das mache Regelverstöße einzelner Berater "nicht unmöglich, aber schwieriger".

Arbeitsgruppe arbeitet an Reform

Die FIFA hatte im Oktober bestätigt, dass eine Arbeitsgruppe an einer weitreichenden Reform arbeite, da maximal 25 bis 30 Prozent aller Transfers weltweit von lizenzierten Vermittlern abgewickelt werden. Für Mitte 2011 wurde eine Lösung des Problems angekündigt.

Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer Leverkusen, hatte eine Reform begrüßt. Man sehe ja, dass die Lizenzpflicht ständig umgangen werde. "Das Problem mit den Spielervermittlern ist durch die Lizenz nicht gelöst worden", so Völler.

Eintracht Frankfurts Vorstandvorsitzender Heribert Bruchhagen bewertete die angekündigte Reform der FIFA kritisch: "Dieser Markt bewegt sich außerhalb jeglicher Regeln, das wird auch in Zukunft so sein".

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