Buch-Kritik zum ersten Todestag

Robert Enke: Es bleibt die Fassungslosigkeit

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 10.11.2010 | 10:40 Uhr
Robert Enke nahm sich am 10.11.2009 im Alter von 32 Jahren das Leben
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
Sa18:00
Die Highlights vom Samstag mit BVB, SVW, VfB & HSV
2. Liga
SaJetzt
Die Highlights der Samstagsspiele
Premier League
Live
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Live
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Am 10. November jährt sich zum ersten Mal der Todestag von Robert Enke. Deutschlands renommierter Sportjournalist Ronald Reng hat ein Buch über den Selbstmord seines Freundes geschrieben. Ein Meisterwerk.

Wie viele Zeilen, Worte, Anschläge reichen nur aus, um Ronald Rengs Buch annähernd so zu beschreiben, dass es ihm gerecht wird. Keine Ahnung. Es ist beinahe unmöglich, seine Komplexität greifbar zu machen.

Seine schlichte Schönheit, die skurrilen Anekdoten aus dem Leben eines Torhüters, die Balance zwischen ergreifender Tiefe und Banalitäten, die das Leben doch so lebenswert machen.

Ronald Reng lässt sich dafür 429 Seiten Zeit. Am Ende steht eine eindringliche Biographie, die den Leser umtreibt, ihn zum Nachdenken bewegt und die über alles die Frage stellt: Wie nur hätte man das verhindern können?

Robert Enkes Leben wird in all seinen Facetten gezeichnet, auf dem Fußballplatz, im Schoß der Familie, von den Anfängen in Jena, den Auslandsstationen Lissabon, Barcelona und Istanbul mit ihren Höhen und Tiefen, dem Wirken bei Hannover 96 bis zum tragischen Ende am Bahnübergang in Eilvese.

Ronald Reng hatte Einblick in Enkes Tagebücher, die so offen und schonungslos jenen Kampf dokumentieren, den man sich so nie hätte vorstellen können. Enkes Weggefährten kommen zu Wort, sein Kumpel Marco Villa, Berater Jörg Neblung, seine Frau Teresa, seine Eltern, seine Trainer.

Selbst Barca-Keeper Victor Valdes, jener Jungspund, der Enke den Platz im Tor der Katalanen stibitzt hat und dem im Gespräch mit dem Autoren die Tränen in die Augen schießen. Sie alle erzählen ihre Geschichte mit Robert Enke, weil sie sich auch auf einen gewisse Weise erleichtern wollen. Sie erklären ihre Sicht der Dinge, ohne sie zu verklären.

Ronald Reng, der ein enger Freund Enkes war, gelingt der schwierige Spagat zwischen Nähe und der nötigen Distanz, die verhindert, dass das Buch zu einer Art Lobeshymne auf Enke wird. Er schildert vielmehr auch die Eigenschaften Enkes, die in jedem von uns schlummern, Eifersucht oder Ungerechtigkeit.

Ronald Rengs Arrangements reichen dabei von schockierend bis gewitzt, von der unfassbaren Tragik von Enkes Krankheit bis zu den vielen unbeschwerten Momenten in seinem Leben sind es manchmal nur Nuancen.

Gezeichnet wird das Bild eines zutiefst verzweifelten und zerrissenen Menschen, der an seinen Selbstzweifeln zerbricht, nach außen aber immer das Bild des Gladiatoren, des starken Familienvaters, des unerschütterlichen Helden geben muss.

In der wahren Flut nichtssagender (Auto-)Biographien anderer Sportler sticht ausgerechnet das Werk hervor, das sich mit dem tragischen Thema Depressionen befasst.

Es ist dabei geradezu ein Irrsinn, wenn man allmählich merkt, dass das Buch über eine heimtückische Krankheit und das vielschichtige Leben eines Getriebenen das vermutlich beste ist, das man je zur Hand genommen hat - obwohl es den Leser am Ende beinahe fassungslos zurücklässt.

"Robert Enke - Ein allzu kurzes Leben" ist ein Buch der Erleichterung, verfasst vom besten Sportjournalisten Deutschlands. Und eine Mischung aus Wunsch und Versprechen für die Zukunft: Jeder soll seine Schwächen offen zeigen dürfen.

Neue 96-Adresse wohl Robert-Enke-Straße

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung