Mittwoch, 25.08.2010

Sonstiges

Erste Anklagen im Wettskandal

In den größten Wett- und Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte kommt wieder Bewegung. Die ersten zwei Beschuldigten müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Der Wettskandal im deutschen Fußball weiter sich aus
© Getty
Der Wettskandal im deutschen Fußball weiter sich aus

Nach monatelangen Ermittlungen der Behörden müssen sich die ersten Beschuldigten im größten Wett- und Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte vor Gericht verantworten.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat gegen zwei inhaftierte Personen, die der Führungsebene der Wettbetrüger zugerechnet werden, Anklage beim Bochumer Landgericht erhoben. Die beiden Beschuldigten im Alter von 35 und 55 Jahren müssen sich wegen gewerbs- sowie bandenmäßigem Betrug in 16 beziehungsweise 22 Fällen verantworten.

Ein möglicher Prozessbeginn steht allerdings noch nicht fest. Die zuständige 13. Wirtschaftsstrafkammer unter Vorsitz von Carsten Schwadrat muss zudem erst entscheiden, ob sie die Anklage überhaupt zulässt.

Sechs weitere Personen in Untersuchungshaft

Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel rechnet mit einer schnellen Entscheidung. "Da die Beschuldigten aber in Untersuchungshaft sitzen, gilt der Beschleunigungsgrundsatz", sagte Gabriel dem "sid". Er bestätigte zudem, dass nach wie vor sechs weitere Personen in Deutschland in Untersuchungshaft sitzen.

Den beiden nun angeklagten Verdächtigen wird zur Last gelegt, in abwechselnder Beteiligung und zusammen mit Komplizen auf Spieler oder Schiedsrichter eingewirkt zu haben, um den Ausgang von insgesamt 10 Spielen in Deutschland und 14 Partien im europäischen Ausland in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Zudem hätten die Beschuldigten diese Situation dazu ausgenutzt, um Wetten in unterschiedlicher Höhe auf die betreffenden Paarungen bei verschiedenen Wettanbietern zu platzieren. Der Anklage zufolge sollen die Beschuldigten zusammen mit ihren Mittätern insgesamt rund 350.000 Euro aufgewendet haben, um Spieler oder Schiedsrichter zu einem wettbewerbswidrigen Verhalten zu veranlassen. Insgesamt sollen die Beiden rund 1,8 Millionen Euro auf die betreffenden Spiele gesetzt und dabei Gewinne in Höhe von rund 1,45 Millionen Euro erzielt haben.

Bilder des Tages: 25. August
Da macht selbst die Schinderei beim Training Spaß: Diese Kulisse ist für die australischen Rugby-Spieler Alltag
© Getty
1/6
Da macht selbst die Schinderei beim Training Spaß: Diese Kulisse ist für die australischen Rugby-Spieler Alltag
/de/sport/diashows/1008/Bilder-des-Tages/2508/bilder-des-tages-jugend-olympia-boxen-australien-rugby-cricket-training-snowboard-in-neuseeland-judo.html
Wir bleiben gleich in Ozeanien, besser gesagt in Neuseeland. Dort finden momentan die Jugend-Weltmeisterschaften im Snowboarding statt und die Kulisse ist kaum schlechter
© Getty
2/6
Wir bleiben gleich in Ozeanien, besser gesagt in Neuseeland. Dort finden momentan die Jugend-Weltmeisterschaften im Snowboarding statt und die Kulisse ist kaum schlechter
/de/sport/diashows/1008/Bilder-des-Tages/2508/bilder-des-tages-jugend-olympia-boxen-australien-rugby-cricket-training-snowboard-in-neuseeland-judo,seite=2.html
Die Judoka bei Jugend-Olympia beweisen, dass 'Twister' im Vergleich zu Judo eine Lachnummer ist
© Getty
3/6
Die Judoka bei Jugend-Olympia beweisen, dass 'Twister' im Vergleich zu Judo eine Lachnummer ist
/de/sport/diashows/1008/Bilder-des-Tages/2508/bilder-des-tages-jugend-olympia-boxen-australien-rugby-cricket-training-snowboard-in-neuseeland-judo,seite=3.html
So schaut's aus, wenn Heranwachsende sich im Ring gegenüber stehen. Selbst bei Jugend-Olympia ist Schlagen erlaubt...
© Getty
4/6
So schaut's aus, wenn Heranwachsende sich im Ring gegenüber stehen. Selbst bei Jugend-Olympia ist Schlagen erlaubt...
/de/sport/diashows/1008/Bilder-des-Tages/2508/bilder-des-tages-jugend-olympia-boxen-australien-rugby-cricket-training-snowboard-in-neuseeland-judo,seite=4.html
Nein, Jürgen Klinsmann ist nicht neuer Trainer dieser australischen Fußballmannschaft. Die sind von ganz alleine auf die orangen Sprunghürden gekommen
© Getty
5/6
Nein, Jürgen Klinsmann ist nicht neuer Trainer dieser australischen Fußballmannschaft. Die sind von ganz alleine auf die orangen Sprunghürden gekommen
/de/sport/diashows/1008/Bilder-des-Tages/2508/bilder-des-tages-jugend-olympia-boxen-australien-rugby-cricket-training-snowboard-in-neuseeland-judo,seite=5.html
Eine wirft, zwei fallen um. Dänemark und Russland standen sich im Handball ebenfalls bei Jugend-Olympia gegenüber
© Getty
6/6
Eine wirft, zwei fallen um. Dänemark und Russland standen sich im Handball ebenfalls bei Jugend-Olympia gegenüber
/de/sport/diashows/1008/Bilder-des-Tages/2508/bilder-des-tages-jugend-olympia-boxen-australien-rugby-cricket-training-snowboard-in-neuseeland-judo,seite=6.html
 

Namen von betroffenen Klubs weiter geheim

Namen von betroffenen Spielern oder Klubs sollen nach Angaben Gabriels bis zum Beginn eines möglichen Hauptverfahrens geheim gehalten werden. Bislang hat die Staatsanwaltschaft nur einen Fall im Zuge eines schriftlichen Verfahrens beenden können. Dabei wurde einem Spieler ein Strafbefehl zugestellt, den dieser akzeptiert hat.

Laut einer Zwischenbilanz der Staatsanwaltschaft Bochum, die den Skandal Ende November 2009 öffentlich gemacht hatte, werden insgesamt 250 Personen verdächtigt. Die Gesamtzahl der unter Manipulationsverdacht stehenden Spiele beläuft sich auf etwa 270 Begegnungen.

In Deutschland sollen 53 Spiele von der 2. Bundesliga bis in den Juniorenbereich manipuliert worden sein. In keinem anderen Land ist die Zahl der Spiele derart hoch.

Bestechungsgelder belaufen sich insgesamt auf 1,2 Millionen Euro

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft belaufen sich die bislang ermittelten Wetteinsätze auf manipulationsverdächtige Spiele auf rund zwölf Millionen Euro.

Die Bestechungsgelder für Schiedsrichter, Spieler und andere involvierte Personen liegen demnach bei 1,5 Millionen Euro. Die festgestellten Gewinne aus den Wettmanipulationen werden mit 7,5 Millionen Euro taxiert.

Zuletzt gab es aber vor allem im Ausland zahlreiche Festnahmen. Drei Personen wurden in der Schweiz verhaftet, 22 in Kroatien und rund 70 in der Türkei. Laut der Staatsanwaltschaft werden die Ermittlungen in Kooperation mit den Behörden in den anderen betroffenen Ländern wie Belgien, Slowenien, Ungarn, Bosnien, Österreich und Großbritannien fortgesetzt.

Ukraine: Zwei Klubs wegen Manipulation bestraft


Diskutieren Drucken Startseite

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.