Staatswanwaltschaft mit Zwischenbilanz

Wettskandal-Ausmaße größer als befürchtet

SID
Mittwoch, 14.07.2010 | 14:58 Uhr
Ein UEFA-Funktionär steht unter Manipulations-Verdacht
© sid
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
J1 League
SoLive
Tosu -
Urawa
CSL
So13:35
Guangzhou -
Hebei
Serie A
So21:00
Gremio -
Corinthians
Serie A
So21:00
Ponte Preta -
Palmeiras
Primera División
So21:15
Boca Juniors -
Unión Santa Fe
Serie A
So23:30
Bahia -
Flamengo
Serie A
Mo00:00
Chapecoense -
Atlético Mineiro
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta

Die Staatsanwaltschaft Bochum vermutet, dass der Wett- und Manipulationsskandal in Europa noch größere Ausmaße annehmen könnte. Insgesamt gebe es derzeit 250 verdächtigte Personen.

Das Ausmaß des größten Wett- und Manipulationsskandals in der Geschichte des europäischen Fußballs ist offenbar noch weit dramatischer als zunächst befürchtet. Laut einer Zwischenbilanz der Staatsanwaltschaft Bochum, die den Skandal Ende November 2009 öffentlich gemacht hatte, werden insgesamt 250 Personen verdächtigt.

Die Gesamtzahl der unter Manipulationsverdacht stehenden Spiele hat sich auf 270 erhöht. In Deutschland sollen anstatt der zunächst vermuteten 32 Begegnungen nun 53 Partien von der 2. Bundesliga bis in den Juniorenbereich manipuliert worden sein. In keinem anderen Land ist die Zahl der Spiele derart hoch.

Bestechungsgelder liegen derzeit bei 1,5 Millionen Euro

Dies ist laut der Staatsanwaltschaft das Ergebnis der "durchgeführten intensiven Ermittlungen im In- und Ausland". Demnach belege "sowohl die Auswertung der sehr umfangreichen sichergestellten schriftlichen und elektronischen Unterlagen als auch die Aussagen von Tatverdächtigen und Zeugen", dass "in einer Vielzahl von Fällen Spiele manipuliert und auf diese Weise Wettgewinne betrügerisch erzielt wurden."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft belaufen sich die bislang ermittelten Wetteinsätze auf manipulationsverdächtige Spiele auf rund zwölf Millionen Euro. Die Bestechungsgelder für Schiedsrichter, Spieler und andere involvierte Personen liegen demnach bei 1,5 Millionen Euro. Die festgestellten Gewinne aus den Wettmanipulationen werden mit 7,5 Millionen Euro taxiert.

Deutschland: Acht Tatverdächte in U-Haft

Da die Beschuldigten laut der Bochumer Behörde ihre Wetteinsätze durch ein geschicktes System verschleiert haben, sei davon auszugehen, dass sich diese Zahlen noch erhöhen werden. So konnten der Tätergruppe allein bei einem asiatischen Wettanbieter in Großbritannien rund 6000 Einzelwetten über insgesamt 32,5 Millionen Euro zugeordnet werden.

In Deutschland sitzen derzeit acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Zuletzt gab es aber vor allem im Ausland zahlreiche Festnahmen. Drei Personen wurden in der Schweiz verhaftet, 22 in Kroatien und rund 70 in der Türkei. Dagegen hätten Inhaftierungen in China, über die zuletzt bericht wurde, keinen erkennbaren Bezug zu den hiesigen Ermittlungen.

15 Ermittlungsverfahren beim DFB

Laut der Staatsanwaltschaft werden die Ermittlungen in Kooperation mit den Behörden in den anderen betroffenen Ländern wie Belgien, Slowenien, Ungarn, Bosnien, Österreich und Großbritannien fortgesetzt.

Obwohl die Untersuchungen aufgrund der Komplexität noch längere Zeit andauern werden, sei bereits in Kürze mit ersten Anklage- oder Teilanklageerhebungen zu rechnen.

Im Bereich der Sportgerichtsbarkeit hatte die UEFA zuletzt den ukrainischen Schiedsrichter Oleg Orechow auf Lebenszeit gesperrt. Orechow war der zweite Referee, der mit einer lebenslangen Sperre belegt wurde. Im Februar hatte die UEFA bereits den bosnischen Schiedsrichter Novo Panic aus dem Verkehr gezogen. Beim DFB laufen noch 15 Ermittlungsverfahren durch den Kontrollausschuss.

WM 2010: Final-Referee Webb weist Kritik zurück

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung