Jens Nowotny im Interview

Nowotny: "Eine Tolkien-Welt erschaffen"

Von Interview: Haruka Gruber
Mittwoch, 21.07.2010 | 11:44 Uhr
Anfang 2007 trat Jens Nowotny vom Profi-Fußball zurück
© Getty
Advertisement
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit BVB-BMG, S04 & SVW
Eredivisie
Live
Utrecht -
PSV
Serie A
Live
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Live
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Live
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
St. Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Brügge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru
WC Qualification Europe
Georgien -
Wales
WC Qualification Europe
Italien -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Liechtenstein -
Israel
WC Qualification Europe
Spanien -
Albanien
WC Qualification Europe
Kroatien -
Finnland
WC Qualification Europe
Kosovo -
Ukraine
WC Qualification Europe
Färöer -
Lettland

Vor vier Jahren stand er noch im Kader der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2006 - doch was macht Jens Nowotny heute? Der Ex-Nationalspieler (48 Länderspiele, 334 Bundesliga-Einsätze für Leverkusen und Karlsruhe) über Luxus, Internet und seinen Schriftsteller-Traum.

SPOX: 2006 waren Sie noch Teil des Sommermärchens, mittlerweile sind Sie etwas von der Bildfläche verschwunden. Was machen Sie?

Jens Nowotny: Ich habe einige Aktivitäten nebenbei, aber an sich genieße ich einfach das Leben und die Freiheit, morgens aufzustehen und dann erst zu überlegen, was man mit dem Tag anstellen will. Mal fahre ich meinen Sohn zum Fußball, mal meine Tochter zum Klavierunterricht. Nach der Profi-Laufbahn kann ich es richtig wertschätzen, keine Termine wahrnehmen zu müssen und nicht immer unter Druck zu stehen. Eine sehr komfortable Situation.

SPOX: Zuletzt standen Sie im Fokus, als Sie bei Fortuna Köln als sportlicher Berater anfingen. Mittlerweile wurde es aber ruhig um den Klub, der nach britischem Vorbild den zahlenden Fans über das Internet gewisse Mitspracherechte einräumt.

Nowotny: Das Konzept fand ich sehr gut, deswegen hatte ich auch zugesagt. Zumal es zu mir gepasst hat, weil ich sehr Internet-affin und viel im Netz unterwegs bin. Es wäre interessant gewesen, mittelfristig womöglich als Sportdirektor mehr Verantwortung zu übernehmen und vielleicht auch die Jugendabteilungen mit zu betreuen. Leider bleibt es derzeit nur bei der Idee, weil von Fortuna-Seite aus die Bemühungen eingeschlafen sind und nicht so das Potenzial gesehen wird, was man alles aus dem Verein rausholen könnte.

SPOX: Aktiver beteiligt sind Sie beim Klima-Projekt "Global Unitied FC" von Welttorhüter Lutz Pfannenstiel, den Sie kurioserweise im Internet kennen gelernt haben.

Nowotny: Das stimmt. Ich bekomme zwar viele Anfragen, aber als mich Lutz über "Facebook" kontaktiert und von "Global United FC" erzählt hat, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich habe als Profi so viel erhalten, jetzt ist die Zeit gekommen, etwas zurückzugeben. Es lohnt sich, zusammen mit Lutz gegen die globale Erderwärmung anzukämpfen, daher unterstütze ich ihn mit voller Überzeugung.

SPOX: Parallel haben Sie die Beratungsagentur "b.a.n.g." gegründet. Warum?

Nowotny: Mir wurde mein heutiger Geschäftspartner und Berater von Nick Heidfeld, Andre Theuerzeit, vor zweieinhalb Jahren vorgestellt. Nach einem gegenseitigen Beschnuppern haben wir eine gemeinsame Philosophie entwickelt und vor einem Jahr "b.a.n.g." gegründet. Im Motorsport sind wir bereits gut vernetzt, jetzt ist der Fußball dran. Es geht aber nicht darum, dass es mich mit aller Macht in den Profi-Bereich zurückzieht. Vielmehr möchten wir junge Spieler unaufgeregt und ruhig auf ihrem Weg beratend begleiten.

SPOX: Kann es sein, dass Sie etwas das Interesse am Profi-Fußball verloren haben?

Nowotny: Ich möchte nach all den Jahren in der Bundesliga einen Gang zurückzuschalten und mir keinen Druck machen. Da hilft es mir, dass ich auch früher schon viele Dinge außerhalb des Fußballs spannend fand und ausprobieren wollte. Jetzt habe ich die Zeit dazu.

SPOX: Zum Beispiel das Schreiben von Fantasy-Büchern? Oder ist das nur ein haltloses Gerücht aus dem Internet?

Nowotny: Nein nein, da ist schon etwas dran. Die Neugierde nach Fantasy-Geschichten ist bei mir schon lange sehr ausgeprägt. Als Jugendlicher habe ich Otfried Preußlers "Krabat" gelesen, mein erstes richtig großes Buch war "Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien.

SPOX: Ziemlich ungewöhnlich in der Fußball-Branche.

Nowotny: Kann sein, aber als Fußballer hatte man viel Zeit, um sich richtig einzulesen. Die Bücher von Wolfgang Hohlbein kenne ich natürlich auch gut, von "Harry Potter" habe ich alle Bände durch. Im Moment lese ich "Elfenbein", ein sehr unbekanntes Fantasy-Buch. Mitterlweile habe ich ein recht umfassendes Wissen von der Materie.

SPOX: "Harry Potter" beispielsweise gilt bei vielen aber nach wie vor als Kinderbücher.

Nowotny: Einige Leute rümpfen mit der Nase, wenn sie von "Harry Potter" hören, dabei wissen sie gar nicht, wie gut die Geschichten sind. Der Erfolg spricht eine klare Sprache: Wenn eine Buchreihe so viele Menschen fasziniert, kann sie nicht schlecht sein.

SPOX: Und was ist mit dem Selbstschreiben?

Nowotny: Ich habe schon eine grobe Geschichte im Kopf, aber es ist sehr schwer, einen Startpunkt zu finden und zu sagen: Jetzt geht's los! Ich habe leider noch nicht ausreichend Erfahrung, um zu wissen, wie man an ein solches Projekt herangeht. Ich würde mich gerne einmal mit einem Autor treffen und fragen, wie er es so macht. Mein Traum ist es, irgendwann vielleicht eine Welt erschaffen zu können wie Tolkien. Mit eigenen Rassen, eigener Sprache und einer spannenden Geschichte drum herum.

SPOX: Tolkien hat für "Herr der Ringe" aber mehrere Jahrzehnte gebraucht.

Nowotny: So lange muss es nicht dauern, aber Zeit habe ich ja mittlerweile zur Genüge. Von daher wäre es kein Problem. (lacht)

Eine Bayer-Legende: Jens Nowotny im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung