Mittwoch, 26.05.2010

WM 2016

Platini hofft auf Zuschlag für Frankreich

Wenn am Freitag in Genf die Entscheidung über das Gastgeberland für die EM 2016 fällt, drückt UEFA-Präsident Michel Platini seinem Heimatland Frankreich die Daumen.

UEFA-Präsident Michel Platini hofft für die EM 2016 auf den Zuschlag für Frankreich
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UEFA-Präsident Michel Platini hofft für die EM 2016 auf den Zuschlag für Frankreich

Beim Dreikampf um die EM-Gastgeberrolle 2016 zwischen Frankreich, der Türkei und Italien ist UEFA-Präsident Michel Platini eindeutig parteiisch.

"Ich bin Franzose. Ich würde mich schämen, wenn Frankreich nicht der Favorit meines Herzens wäre", sagte der einstige Regisseur der Equipe Tricolore vor der Entscheidung des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Freitag (13.00 Uhr) in Genf. Zum bislang einzigen Mal war die Grande Nation 1984 EURO-Gastgeber, beim EM-Triumph der Franzosen war Platini der alles überragende Spieler des Turniers und erzielte unglaubliche neun Treffer.

2016 erstmals 24 Teilnehmer

Vor 26 Jahren gab es bei der EM-Endrunde im Übrigen nur acht Starter - kein Vergleich zum Turnier 2016, das erstmals mit 24 Mannschaften (bisher 16 Teams) ausgetragen wird. "Der Unterschied zwischen der Nummer 16 und 24 in Europa ist nicht so groß, dass der sportliche Wert einer EM darunter leiden würde", äußerte Platini und verteidigte die Aufblähung des EM-Teilnehmerfeldes.

Noch 1994 in den USA umfasste die WM-Endrunde ebenfalls 24 Mannschaften - in sechs Jahren zieht Europa nach. "Da kann man gleich alle Mitgliedsverbände der UEFA mitspielen lassen", hatte einst Franz Beckenbauer kritisiert, als die Aufstockung der EM-Teilnehmerzahl noch nicht beschlossene Sache war.

Frankreich gilt bei der Entscheidung des Exko's - Platini, UEFA-Vize-Präsident Senes Erzik (Türkei) und Exekutivkomitee-Mitglied Giancarlo Abete (Italien) haben als persönlich Involvierte kein Stimmrecht - als Favorit. 1,73 Milliarden Euro will Frankreich allein in die zwölf vorgesehenen Stadien investieren. 13 Exko-Mitglieder, darunter DFB-Präsident Theo Zwanziger, werden unter dem Vorsitz von Geoffrey Thompson (England) über den Gastgeber der übernächsten EM-Endrunde entscheiden.

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Türkei schärfster Konkurrent

Am Freitagvormittag haben die drei Kandiaten jeweils 30 Minuten Zeit, um ihre Bewerbung dem Exekutivkomitee nochmals zu präsentieren. Nach Losentscheid steht fest: die Türkei beginnt, danach kommt Italien und schließlich Frankreich.

Der französische Verbands-Präsident Jean-Pierre Escalettes sieht in der türkischen Kandidatur den schärfsten Bewerber für Frankreich und nicht im Land des viermaligen Weltmeisters Italien.

Die Türkei hofft, dass die UEFA weiterhin neue Wege bei der Vergabe der Kontinentalturniere geht. Schließlich erhielten für 2012 Polen und die Ukraine den Zuschlag - auch wenn diese Entscheidung der UEFA aufgrund der Verzögerungen in der Ukraine nachträglich doch einige Kopfschmerzen bereitet hat.

Der türkische EM-Bewerbungs-Chef Orhan Gorbon hält entgegen: "Es wäre die erste EM-Endrunde in Eurasien und die erste EURO in einem Land, in dem mehr Muslime als Christen leben." Das Eröffnungs- und Endspiel sollen im umgebauten Atatürk-Olympiastadion stattfinden, das bei der EM 81.106 Zuschauern Platz bieten wird. 1,057 Milliarden Euro werden in die neun Arenen, darunter sieben Neubauten, investiert.

Italiener mit wenig Hoffnung

Nachdem Italien schon vor drei Jahren bei der EM-Vergabe an Polen/Ukraine zu den Verlierern zählte, hat der Stiefelstaat auch diesmal allenfalls Außenseiterchancen. "Unsere Chancen sind eher gering", äußerte Liga-Chef Maurizio Beretta. Verbands-Chef Abete setzt auf das Prinzip Hoffnung: "Wir haben eine seriöse und glaubwürdige Kandidatur abgegeben. Wir haben uns an den Tatsachen orientiert."

Laut der italienischen Bewerbung sollen 744 Millionen Euro in die Finanzierung der zwölf Arenen gepumpt werden. Trotz der insgesamt bescheidenen Stadion-Situation auf dem Apennin scheint mehr im Augenblick nicht möglich, weil der Einstieg von Privat-Investoren nur mit Hindernissen möglich ist. Dazu ist eine Gesetzesänderung nötig, die bislang noch nicht erfolgt ist.

Die Entwicklung des Starterfelds bei EM-Endrunden: vier Mannschaften von 1960 bis 1976, acht Teams von 1980 bis 1992, 16 Teilnehmer von 1996 bis 2012, 24 Starter ab 2016.

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