DFB droht Amerell mit juristischen Schritten

SID
Manfred Amerell (r.) und Michael Kempter bei einer Schiedsrichter-Sitzung im Januar 2010
© Getty

Auf die von Manfred Amerell erhobenen Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund antworte der DFB nun mit der Prüfung rechtlicher Schritte, heißt es in einer Stellungnahme.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) droht nach den am Montag in der Affäre Amerell erhobenen öffentlichen Vorwürfen mit juristischen Schritten.

Auf einer Pressekonferenz hatte Jürgen Langer, Anwalt des ehemaligen Schiedsrichterbeobachters Manfred Amerell, dem DFB Vertuschung und Verschleierung in der Affäre um sexuelle Belästigung vorgeworfen. Auch der Vorwurf der "Verleumdung" stand im Raum.

Amerells ebenfalls anwesende Ehefrau Margit beschuldigte zudem Ex-Referee Franz-Xaver Wack, sie massiv unter Druck gesetzt zu haben.

"Langer will ablenken"

"Herr Langer eröffnet immer neue Nebenkriegsschauplätze, um vom eigentlichen Kern des Verfahrens abzulenken. Gegen seine Äußerungen, es handele sich im Fall Amerell um eine Verleumdungskampagne, werden rechtliche Schritte geprüft. Dem DFB liegen fünf Eidesstattliche Versicherungen von Schiedsrichtern vor, die Herrn Amerell belasten und eine Pflichtverletzung bezeugen. Das sind die Fakten, an die sich der DFB hält", hieß es in einer Stellungnahme des DFB.

Der ehemalige Referee Wack hat die Vorwürfe von Margit Amerell energisch zurückgewiesen. In einer von ihr verlesenen Erklärung teilte Frau Amerell mit, dass Wack ihr bei einem Treffen am Wochenende angeblich gesagt habe, dass er im Besitz einer Akte sei, in der insgesamt zehn Schiedsrichter ihren Ehemann beschuldigen würden. Wack habe ihr nahe gelegt, dass sich Amerell am Montag "stellen soll".

"Die Behauptung, dass ich im Fall Amerell in Besitz einer DFB-Akte sei, ist schlichtweg falsch. Der DFB hat mir weder eine Akte überlassen noch jemals Einblick in eine entsprechende Akte gegeben. Mein Wissen über die Vorgänge habe ich ausschließlich aus den Schilderungen der betroffenen Schiedsrichter, die sich an mich gewandt haben", hieß es in einer Stellungnahme, die Wack über den DFB verteilen ließ.

Kempter unterschreibt eidesstattliche Erklärung

Referee Michael Kempter und drei weitere Schiedsrichter, die anonym bleiben wollten, haben am Sonntag eidesstattliche Erklärungen mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Amerell unterzeichnet. Wack fungiert als Vertrauensperson in der Affäre.

"Ich habe mich mit Frau Amerell in ihrem Hotel in Augsburg getroffen, um als langjähriger Bekannter auf der einen Seite und als Vertrauensmann der Schiedsrichter auf der anderen Seite in einem ruhigen, sachlichen Gespräch an die Vernunft zu appellieren und einer weiteren und für alle Seiten schädlichen Eskalation entgegen zu wirken", hieß es in der Stellungnahme weiter.

Laut Anwalt Langer hat sich Amerell juristische Schritte vorbehalten, will aber zunächst die Verhandlung am Donnerstag mit dem DFB vor dem Landgericht München abwarten.

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