Domenech dankt Hoeneß per SMS

SID
Donnerstag, 13.08.2009 | 13:52 Uhr
Franck Ribery wurde gegen die Färöer Inseln in der zweiten Hälfte eingewechselt
© Imago
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Alarmstimmung in Frankreich, General Ottmar Hitzeld und König Otto Rehhagel vor dem direkten Duell als Mahner sowie ein aufgebrachter Sieger Diego Maradona: Nach dem Stotterstart in die WM-Saison herrschte bei vielen Nationen Skepsis.

Ausgerechnet Russlands Nationalcoach Guus Hiddink nahm die Pleite im Härtetest gegen Maradona und Argentinien vor dem Finale in der WM-Qualifikation am 10. Oktober gegen Deutschland gelassen. Von Gelassenheit war in Frankreich keine Spur.

"Es gibt nichts zu träumen", titelte die "L'Equipe" nach der Beinahe-Blamage des Vize-Weltmeisters beim krassen Außenseiter Färöer. Der weiter in der Kritik stehende Nationalcoach Raymond Domenech gestand nach dem 1:0 (1:0): "Wir alle sind frustriert."

Ribery zeigt sich erleichtert

Immerhin Edeljoker Franck Ribery war froh. "Es hat mir gut getan, wieder für Frankreich spielen zu dürfen", sagte der Star vom deutschen Rekordmeister Bayern München, der in der 65. Minute eingewechselt worden war und sein Comeback nach Verletzungspause gefeiert hatte.

Eigentlich war im Vorfeld abgesprochen gewesen, dass der lange Zeit verletzte Ribery nicht zum Einsatz kommen sollte. Doch Ärger zwischen den Franzosen und den Bayern gibt es anscheinend nicht. Man habe Bayern-Manager Uli Hoeneß eine SMS geschrieben und sich für die gute Zusammenarbeit bedankt, erklärte Domenech.

Andre-Pierre Gignac (45.+1) erlöste die Equipe Tricolore in Torshavn. Damit rückten die Franzosen bei einem Spiel weniger auf fünf Punkte an Tabellenführer Serbien heran.

Hiddink bleibt gelassen

Hiddink blieb nach dem 2:3 (1:1) der Russen in Moskau gegen Argentinien entspannt. "Eine Niederlage gegen ein starkes Team kann nützlicher sein, als eine Reihe von Siegen gegen minderwertige Gegner", sagte Hiddink und spielte damit auch auf das dürftige 2:0 (1:0) der deutschen Auswahl in Aserbaidschan an.

Vor dem möglicherweise entscheidenden Spiel gegen Deutschland um ein direktes WM-Ticket für Südafrika ist Hiddink nicht bange."'Wir haben 20, 25 Minuten lang sehr guten Fußball gespielt. Am Ende der ersten Halbzeit haben wir die Konzentration verloren. Ein Team wie Argentinien bestraft das", sagte der Niederländer und forderte mit Blick auf das Duell gegen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes eine höhere Konzentration.

Maradona trotz Sieg sauer

Hiddinks Gegenüber Maradona konnte sich am Sieg kaum erfreuen und redete sich nach den Gegentoren durch Igor Semschow (18.) und Roman Pawljutschenko (79.) in Rage.

"Das war ein einziges Chaos", ärgerte sich die Ikone des zweimaligen Weltmeisters, der in der Abwehr auf den verletzten Martin Demichelis vom deutschen Rekordmeister Bayern München verzichten musste.

Immerhin stimmte ohne den geschonten Superstar Lionel Messi die Vorstellung in der Offensive. Sergio Agüero (45.), Lisandro Lopez (46.) und Jesus Datolo (59.) sorgten für ein Erfolgserlebnis vor dem Klassiker in der WM-Qualifikation am 5. September in Argentinien gegen Brasilien, der zu einem 1:0-Arbeitssieg in Estland kam.

Hitzfeld will "der Mannschaft einiges erzählen"

Hitzfeld war trotz des Achtungserfolges der Schweiz beim 0:0 gegen Weltmeister Italien unzufrieden. "Ich habe der Mannschaft bei der nächsten Besprechung einiges zu erzählen. Wir haben sehr viel Glück gehabt", sagte Hitzfeld und zollte dem starken Torhüter Diego Benaglio vom deutschen Meister VfL Wolfsburg ein Sonderlob.

Am Freitag soll der Vertrag von Hitzfeld vorzeitig bis 2014 verlängert werden. Am 5. September schlägt dann in der Qualifikation zur WM-Endrunde die Stunde der Wahrheit, wenn es in Basel zum Duell mit Ex-Europameister Griechenland und Otto Rehhagel kommt.

Auch Rehhagel hat schlechte Laune

Rehhagel war nach der verpatzten Generalprobe beim 0:2 (0:0) in Polen sauer: "Die Polen haben uns gezeigt, mit welcher Einstellung man auf den Platz gehen muss. Wir müssen uns gehörig zusammenreißen, wenn wir in der Schweiz bestehen wollen."

Einig waren sich Bondscoach Bert van Marwijk und Englands Teammanager Fabio Capello nach dem 2:2 (2:0) der Niederlande und den Three Lions in der AmsterdamArena. "Für diesen frühen Zeitpunkt der Saison war es ein sehr ordentliches Spiel", sagten beide Trainer unisono.

Defoe rettet die Three Lions

Dirk Kuyt (10.) und der ehemalige Hamburger Rafael van der Vaart (37.) trafen für die Elftal, Jermain Defoe (49./76.) glich mit einem Doppelpack für England aus. Bayern-Neuzugang Ivica Olic unterstrich seine starke Form mit zwei Toren beim 3:1 (1:0) von Kroatien gegen das vom deutschen Trainer Bernd Stange betreute Weißrussland.

Damit hielt Olic, der schon zum Bundesliga-Auftakt beim 1:1 der Bayern bei 1899 Hoffenheim getroffen hatte, Kroatien auf Kurs WM-Play-offs.

Europameister Spanien reichten fünf starke Minuten zum 3: 2-Sieg in Mazedonien. Fernando Torres (51.), Gerard Pique (54.) und Albert Riera (55.) wendeten nach einem 0:2-Rückstand noch das Blatt.

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