So funktioniert das 4-4-2-System

Raute oder Flache Vier?

Von SPOX/Andreas Renner
Mittwoch, 22.07.2009 | 12:35 Uhr
Tymoschtschuk (l.) und van Bommel diskutieren die Aufgabenverteilung im Bayern-Mittelfeld
© Imago
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Die SPOX-Themenwoche zur Geschichte der Taktik zeigte die Entwicklung des Fußballs über die letzten knapp 150 Jahre auf. Jetzt geht es um Vor- und Nachteile der heute gebräuchlichsten Formation. Aufgezeigt an der Bayern-Taktik im Testspiel gegen den Hamburger SV.

Die SPOX-Themenwoche zur Geschichte der Fußball-Taktik beschäftigte sich mit der Entwicklung der beliebtesten Mannschaftssportart der Welt - von den Anfängen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England bis heute.

Es hat sich neben vielem anderen gezeigt, dass Taktik viel mehr ist, als nur die Spieler in einer bestimmten Formation auf das Feld zu schicken. Die Spielidee und das Personal sind entscheidende Faktoren, die das bestimmen, was wir als Endprodukt auf dem Platz präsentiert bekommen. Und die Formation sollte idealerweise zu beidem passen.

Deshalb gibt es im Bezug auf die Formation auch kein Richtig oder Falsch. Schließlich hat jede Formation Vor- und Nachteile.

4-4-2 ist nicht gleich 4-4-2

Die am häufigsten verwendete ist aktuell das 4-4-2. Nach ihr wurde in England schließlich sogar eine Zeitschrift benannt. Aber 4-4-2 ist nicht gleich 4-4-2. Es gibt diverse Varianten des Systems. Die beiden gebräuchlichsten sind die sogenannten Flache Vier und die Raute.

Doch wo liegen die Vor- und Nachteile dieser beiden Formationen? Anhand der Taktik, mit der Louis van Gaal seinen FC Bayern in das Vorbereitungsspiel gegen den Hamburger SV beim T-Home-Cup auf Schalke schickte, soll dieser Frage nachgegangen werden.

Nicht Fisch und nicht Fleisch

Beginnen wir mit der Raute (siehe Grafik 1). In der Grundformation kommen zu Torwart, Viererkette und zwei Stürmern vier Mittelfeldspieler wie in der Flachen Vier. Nur werden sie anders eingesetzt.

Vor der Abwehr steht mit der Nummer 6 nur ein defensiver Mittelfeldspieler, dafür gibt es hinter den beiden Spitzen mit der Nummer 10 eine offensive Anspielstation. Die anderen beiden Positionen (in der Grafik Nummer 7 und 8) besetzen die Halbpositionen im Mittelfeld. Nicht richtig auf dem Flügel und nicht richtig zentral. Man könnte böse sagen: Nicht Fisch und nicht Fleisch.

Problemzone Außenbahn

In der Offensivformation (siehe Grafik 2) zeigen sich dann klar die Vor- und Nachteile dieser Variante. Die Raute ist nämlich flügellahm. Die beiden Halbpositionen im Mittelfeld (7 und 8) machen mit der Nummer 10 viel Betrieb in der Mitte. Aber die Flügel müssen durch offensive Außenverteidiger besetzt werden, sonst passiert auf den Seiten gar nichts.

Wenn die Außenverteidiger aufrücken, dann hat man auf einmal sieben Spieler am und im gegnerischen Strafraum. Gut für die Offensive. Aber wehe, der Ball geht verloren. Dann tun sich nämlich riesige Lücken hinter den beiden Außenverteidigern auf, die von dem einen Sechser und den beiden Innenverteidigern kaum geschlossen werden können. Anders gesagt: Eine Raute ist anfällig für Konter.

In Deutschland wird sie trotzdem sehr häufig verwendet. Weil wir immer noch mit der Idee von einem Spielgestalter hinter den Spitzen verheiratet sind. Mehr jedenfalls als andere Nationen. Die deshalb häufiger auf die Flache Vier als auf die Raute setzen.

Der Spielmacher fehlt

In der Grundformation der Flachen Vier (siehe Grafik 3) haben wir nun zwei defensive Mittelfeldspieler (6 und 8), die vor der Abwehr stehen. Die Nummern 10 und 7 besetzen die Flügel, Halbpositionen gibt es nicht. Und auch keinen Spielmacher hinter den Spitzen.

In der Offensivformation (siehe Grafik 4) sieht man die Folgen: Die Flügel sind besetzt, ohne dass die Außenverteidiger ganz nach vorne rücken müssen. Wenn sie nach vorne kommen, dann können die Flügelspieler ihnen den Rücken frei halten und sich zurück fallen lassen. Jedenfalls ist es so leichter, die Flügel doppelt zu besetzen und Überzahl zu schaffen. Dafür ist allerdings die Lücke zwischen Sturm und zentralem Mittelfeld deutlich größer.

Natürlich sollen die Nummern 6 und 8 mit nach vorne rücken und auch offensiv Akzente setzen. Aber ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Defensive.

Das Resultat: Eine zentrale Anspielstation fehlt, Kreativität muss über die Flügel kommen. Der große Vorteil: Bei Ballverlust steht man längst nicht so blank wie in der Raute. Und die überwiegende Mehrzahl der Angriffe im Fußball endet nun einmal mit einem Ballverlust. Die Flache Vier ist also defensiv sicherer. Aber es fehlt der Spielmacher.

Flügelspieler gibt es nicht

Die deutschen Nationalteams spielen mit einer Flachen Vier. Ausgebildete Flügelspieler gibt es nicht. Trochowski und Schweinsteiger sind eigentlich zentrale Mittelfeldspieler, Podolski ist ein Stürmer. Die echten Flügelspieler in der Flachen Vier müssen wir uns erst noch backen.

Selbst beim frischgebackenen Europameister, der deutschen U 21, herrscht auf dieser Position Mangel. Gonzalo Castro übernahm den Part bei der EM. Der Leverkusener ist aber eigentlich ein Außenverteidiger.

Van Gaal: Raute "mathematisch ideal"

Bayerns neuer Coach Louis van Gaal scheint im Gegensatz zu Löw auf eine Raute als Grundformation zu setzen, - um die Offensivstärke eines Franck Ribery auszunutzen und um mehr Anspielstationen zu erhalten, wie er jüngst in einem Interview mit der "Sport-Bild" anschaulich erläuterte:

"Überall bilden sich in dem System Dreiecke. Das ist sehr wichtig. So hast du sieben Linien mit jeweils zwei Möglichkeiten abzuspielen. Machst du aber aus der Raute eine Flache Vier im Mittelfeld, hast du nur sechs Linien und damit eine Anspielstation weniger."

Auch wenn van Gaal die Raute als "mathematisch ideal" bezeichnete, will er sich die Vorzüge der Flachen Vier in puncto Sicherheit nicht entgehen lassen.

Variabel in der Rückwärtsbewegung

Im Testspiel gegen den HSV (0:1) - Jose Ernesto Sosa spielte den Ribery-Part - hat man gesehen, wie das funktionieren könnte, denn die Frage "van Bommel oder Tymoschtschuk" als Absicherung hinter dem Freigeist auf der Spielmacherposition beantwortete er einfach mit "Beide!" (siehe Grafik 5)

Wie kann das funktionieren? Nun, durch Philipp Lahms Versetzung nach rechts ist Bayerns linke Seite aus der Vorsaison auseinander gerissen. Die "stärkste linke Seite der Welt", wie die Bayern glaubten. Offensiv sicher, aber defensiv entblößten der offensive Lahm und der defensivschwache Ribery ihre Seite viel zu oft. Das sollte jetzt nicht mehr passieren.

Stattdessen kann Lahm nun auf rechts seine Offensivqualitäten einbringen, während Anatolij Tymoschtschuk sich auf der Halbposition stärker defensiv orientiert und im Rückwärtsgang entweder Lahm abdeckt oder neben Mark van Bommel die Mitte defensiv zumachen kann.

Die perfekte Synthese?

Links dagegen hat Danijel Pranjic offensiv mehr Möglichkeiten als van Bommel auf der anderen Seite. Deshalb wird er vermutlich auch weiter vorne spielen als der Holländer. Und Edson Braafheid als linker Verteidiger muss dann sicher nicht ganz so weit in der Offensive mit nach vorne gehen wie Lahm.

Somit sind mit ein paar kleinen Variationen die bekannten Defensivschwächen der Vorsaison behoben und die Stärken von Ribery und Lahm in der Offensive erhalten geblieben. Und durch die Flexibilität von Tymoschtschuk und van Bommel wurden die besten Elemente aus Raute und Flacher Vier vereint. Auf dem Papier zumindest.

Ob das in der Praxis dann auch so klappt, ist eine der spannenden Fragen, die uns demnächst beantwortet werden.

Die SPOX-Themenwoche zur Fußball-Taktik auf einen Blick

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