Montag, 29.09.2008

WM 2011

Stadien-Entscheidung steht an

000 Tage vor dem Anpfiff wird mit der Auswahl der Spielorte im Bundeskanzleramt in Berlin der Countdown für die Weltmeisterschaft der Frauen 2011 eingeläutet.

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© dpa

"Wir spüren die gleiche Vorfreude wie 2006. Überall wurden rote Teppiche aus irgendwelchen Ecken geholt", sagte Wolfgang Niersbach, der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und betonte angesichts der elf Kandidaten: "Wir stehen vor einer sehr schweren Entscheidung."

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstag Stargast bei der mit Spannung erwarteten Bekanntgabe, die von der ARD live (15.10 Uhr) übertragen wird.

Im eigenen Land Weltmeister werden

"Wir sind der Bundeskanzlerin sehr dankbar und fühlen uns geehrt, dass wir diese für ganz Deutschland wichtige Entscheidung an einem so symbolträchtigen Ort bekanntgeben dürfen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger und erinnerte daran, dass es die CDU-Politikerin war, die den DFB zur Ausrichtung der WM ermuntert hatte.

"Das Ziel ist, Weltmeister im eigenen Land zu werden", meinte Zwanziger und verwies auf den Ehrgeiz der Bundestrainerin: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Silvia Neid dem Jürgen Klinsmann nachstehen will."

Berlin und Frankfurt gesetzt

Praktisch gesetzt für das Eröffnungsspiel am 26. Juni 2011 ist Berlin, wo 2006 die Männer-WM mit dem Finale zwischen Frankreich und Italien zu Ende ging.

Das Endspiel soll am 17. Juli in Frankfurt/Main, der Stadt des mehrmaligen UEFA-Cup-Siegers, deutschen Meisters und Pokalsieger 1. FFC Frankfurt, ausgetragen werden.

Außerdem bewerben sich Augsburg, Bochum, Bielefeld, Dresden, Leverkusen, Magdeburg, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg.

Austragung in acht Stadien?

Favorisiert für das Turnier mit 16 Teilnehmern und insgesamt 32 Spielen wird vom DFB eine Lösung mit acht Stadien.

Nach einer Sondersitzung des Präsidiums am (heutigen) Montag muss die FIFA am Dienstag in Anwesenheit seines Präsidenten Joseph Blatter entscheiden.

Der Weltverband hatte bei der WM 2007 in China noch fünf Stadien durchgesetzt, 2003 in den USA sechs. Kriterien für die Auswahl sind die regionale Verteilung, der Bezug zum Frauenfußball und die Infrastruktur.

Holt Hopp Spiele nach Sinsheim?

Vor allem jene Städte, die bei der WM 2006 leer ausgegangen sind, wollen nun auf die "Weltkarte des Fußballs": Augsburg zum Beispiel, das als einziger bayerischer Bewerber gute Karten hat.

Dresden, das vor allem durch Fan-Ausschreitungen viele Negativ-Schlagzeilen geschrieben hat, will sein Image aufbessern und hat offenbar deutliche Vorteile gegenüber Magdeburg.

Oder Sinsheim: Dort baut Milliardär Dietmar Hopp für 60 Millionen dem Männer-Bundesligisten 1899 Hoffenheim ein neues Stadion, und Ralf Zwanziger, der Sohn des DFB-Präsidenten, ist dort für den Frauenfußball verantwortlich.

Eine Million Eintrittskarten

Die elf Kandidaten mussten einen Stadionmietvertrag und eine so genannte Host-City-Vereinbarung unterschreiben, in der sich die Gastgeber zum Volonteer-Programm und zu einer Fanmeile verpflichteten. Dafür erhalten die Ausrichter zehn Prozent aus den Einnahmen der Eintrittskarten.

Für volle Stadien freilich müssen der DFB und die Gastgeber-Städte noch mächtig trommeln: Im Gegensatz zum Sommermärchen 2006 ist die Frauen-WM kein Selbstläufer.

Eine Million Eintrittskarten gehen in den Verkauf. 2006 waren es - bei der doppelten Anzahl von Spielen in insgesamt zwölf Stadien - drei Millionen. Der Ticketverkauf startet im nächsten Jahr, die Auslosung ist im Dezember 2010.

Merkel in "Top-Elf für 2011"

Das Organisationskomitee unter Präsidentin Steffi Jones verfügt über einen Etat zwischen 50 und 55 Millionen Euro, der durch die Ticket-Einnahmen und Sponsoren abgedeckt werden soll.

Die frühere Nationalspielerin erhält noch eine Reihe von Werbeträgerinnen zur Seite gestellt. Die "Top-Elf für 2011" - unter anderem mit Merkel, Schauspielerin Maria Furtwängler, Biathlon-Star Magdalena Neuner und Popsänggerin Nena - wird ebenfalls in Berlin präsentiert.


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