Freitag, 22.08.2008

FIFA-Kommissionschef: Schmerzmittel großes Problem

Voltaren, Ibuprofen und Aspirin

Frankfurt - Der Chef der Anti-Doping-Kommission des Weltverbandes FIFA, Toni Graf-Baumann (Bild), hat die "exzessive Einnahme" von Schmerzmitteln im Profi-Fußball angeprangert.

© DPA

"Es ist erschreckend, wie unkritisch im Fußball mit Schmerzmitteln umgegangen wird. Voltaren, Ibuprofen oder auch Aspirin werden mit einer Selbstverständlichkeit geschluckt, als würde man einen Kaffee trinken - früh, mittags und abends", sagte Graf-Baumann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

In Sachen Doping könne man im Fußball dagegen "von einer relativen Sauberkeit" sprechen.

Der Mediziner aus Teningen in Südbaden erklärte, bei der WM 2002 in Südkorea und Japan hätte jeder zehnte Spieler Schmerzmittel vor jedem Match genommen, die Hälfte aller Akteure mindestens einmal während des Turniers.

Teilweise würden einige Präparate sogar prophylaktisch verwendet, "um angesichts der Überbelastung Muskelschmerzen vorzubeugen".

Keine Fußballer in Fuentes-Skandal involviert

Dagegen hält Graf-Baumann, der der Medizinischen Kommission der FIFA angehört, Doping für kein gravierendes Problem im deutschen Profi-Fußball. In den höchsten drei Ligen würde ausreichend kontrolliert.

Zugleich wies er "Gerüchte" zurück, wonach auch prominente Fußballer zu den Kunden des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gehört haben sollen.

Nach FIFA-Erkenntnissen sei dies nicht der Fall gewesen. "Wir haben mehrmals mit der spanischen Staatsanwalt Kontakt aufgenommen. Es wurde uns mehrfach bestätigt, dass keine Fußballspieler involviert waren", sagte Graf-Baumann.


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