Donnerstag, 31.07.2008

Trotz Premieren-Pleite

Stuttgart feiert Lehmann

Stuttgart - Begeisterung auf den Rängen, Lob vom Trainer und Respekt von den Mitspielern: Trotz der Premieren-Pleite gegen seinen Ex-Klub hat Nationaltorhüter Jens Lehmann einen gelungenen Einstand beim VfB Stuttgart gefeiert und das gesamte Umfeld seines neuen Vereins nachhaltig beeindruckt.

lehmann, stuttgart
© Getty

"Jens Lehmann hat gleich gezeigt, wie präsent er im Spiel ist und wie wichtig er für uns sein wird", schwärmte VfB-Coach Armin Veh nach dem 1:3 (0:0) im Testspiel des Fußball-Bundesligisten gegen den FC Arsenal. "Er hat die Abwehr gut geführt und auch die eine oder andere Situation bereinigt. Er hat einen sehr, sehr guten Eindruck gemacht."

Der von den 50 000 Zuschauern frenetisch bejubelte Lehmann fühlte sich in seiner vor dem Anpfiff von Gottlieb-Daimler-Stadion in Mercedes-Benz Arena umbenannten neuen Heimspielstätte sogar an das "Sommermärchen" mit der Nationalmannschaft erinnert.

"Es war ein bisschen überraschend, wie schön es war. Ich kannte das noch von der WM 2006, wobei ich mir gedacht habe, dass das eine Ausnahmesituation war", sagte der 38-Jährige. "Aber für mich war es heute ähnlich schön und das zeigt mir, dass ich an der richtigen Stelle angekommen bin."

Lehmann zuversichtlich

Auch die Leistung der Mannschaft stimmte Lehmann zuversichtlich. Immerhin waren die Schwaben durch Yildiray Bastürk (51.) in Führung gegangen, ehe der englische Elite-Klub durch Carlos Vela (58.), Nicklas Bendtner (65.) und Jack Wilshere (73.) zurückschlug.

"Es war gut zu sehen, dass wir teilweise mithalten können", meinte der 61-malige Nationalspieler. Ob er auch im DFB-Team noch eine Zukunft für sich sieht, will Lehmann aus Respekt vor dem Bundestrainer noch nicht öffentlich machen. "Meine Entscheidung steht fest, aber ich werde sie zuerst Joachim Löw mitteilen", kündigte der Keeper an.

Im Verein wird sich sein besonderer Stellenwert wohl auch in einigen Privilegien ausdrücken. "Wenn wir in einer Woche nur Samstag und Samstag spielen, kann es sein, dass ich mal einen Tag zu Hause bleibe", so Lehmann, der mit seiner Familie im August ein Eigenheim in München beziehen und sich in Stuttgart eine Wohnung nehmen will. "Das sind ganz normale Freiheiten eines älteren Spielers, die es auch in anderen Clubs gibt", erläuterte Sportdirektor Horst Heldt.

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Schuldlos an Gegentoren

Während der Partie gegen seine früheren Londoner Teamkollegen hatte der neue Stuttgarter Hoffnungsträger einige starke Paraden gezeigt und die Rolle als Führungsfigur angenommen.

An den Gegentoren war der in der vergangenen Saison bei Arsenal ausgemusterte Keeper schuldlos. "Es war sehr gut, mit ihm zu spielen", berichtete VfB- Verteidiger Serdar Tasci. "Jens ist ein Torwart, der sehr viel redet. Das ist ein Riesen-Vorteil für uns und hilft uns Abwehrspielern, gut zu stehen."

Auch Thomas Hitzlsperger, dem wie den EM-Teilnehmern Mario Gomez und Khalid Boulahrouz bei seinem Saison-Einstand der Trainingsrückstand noch anzusehen war, war voll des Lobes. "Er hat heute gezeigt, dass er die Klasse hat", sagte der Neu-Kapitän.

Ljuboja versöhnt sich mit Fans

Zufrieden registriert haben dürfte Mannschaftsführer Hitzlsperger auch die Annäherung zwischen dem Publikums und seinem umstrittenen Teamkollegen Danijel Ljuboja.

"Ich habe vor zwei Jahren einen großen Fehler gemacht. Dafür möchte ich mich entschuldigen", hatte der zuletzt von den VfB-Fans ausgepfiffene Stürmer bei der Vorstellung der Mannschaft per Mikrofon gesagt und dafür zaghaften Beifall geerntet. "Da gehört schon etwas dazu, sich vor 50 000 Zuschauern zu entschuldigen", sagte Veh anerkennend. "Mehr kann er nicht machen."


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