Samstag, 24.05.2008

Aussagen gegen Homosexuelle

Daum sorgt für Aufregung

München - DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärte, sich vermehrt für das Coming-Out homosexueller Fußballer einsetzen zu wollen. Kölns Trainer Daum sorgte dagegen mit umstrittenen Aussagen für Aufruhr.

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© Getty

In einer TV-Sendung zum Thema Homosexualität und Fußball sagte Daum: "Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind, vorzugehen."

Desweiteren kritisierte er die Absicht Zwanzigers, sich für Homosexualität stark zu machen. "Ich hätte wirklich meine Bedenken, wenn dort von Dr. Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen würden. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen."

Zwanziger war zu Gast beim zweiten "Aktionsabend gegen Homophobie". Mehrere Homosexuellen- und Sportverbände hatten ins Kölner Rhein-Energie-Stadion eingeladen, um auf die schwierige Situation von Schwulen und Lesben im Profi- und Amateur-Fußball aufmerksam zu machen.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde eine gemeinsame "Erklärung gegen Diskriminierung" unterzeichnet.

Fußball mit zentraler Rolle 

Aus Sicht des DFB-Chefs kommt den rund 26 000 Fußballvereinen in Deutschland eine zentrale Rolle bei der Erziehung zu mehr Toleranz zu. "Unsere Aufgabe ist es, für Fairness zu werben, diskriminierende Gedanken zu verhindern", forderte Zwanziger. "Es gibt kein besseres Feld dafür als den Fußball."

Allerdings warnte er vor überzogenen Erwartungen. So sei es die private Entscheidung jedes homosexuellen Spielers, ob er sich zu seiner Neigung bekenne oder nicht. "Die Freiheit des jeweiligen Menschen steht im Mittelpunkt." Es nutze nichts, schwule oder lesbische Sportler zum Outing zu drängen. Vielmehr gehe es um eine Sensibilisierung von Trainern und Fans.

"Aussagen sind Dumm und Unverschämt"

"Homophobie ist noch weit außerhalb dessen, was beim Normalbürger Empörung auslöst", sagte der Bundestags-Abgeordnete Volker Beck von den Grünen. Ziel der Sportpolitik und Vereinsarbeit müsse es deshalb sein, Diffamierungen offen zu thematisieren - ähnlich wie bei Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

In diesem Zusammenhang äußerte Beck auch harsche Kritik an dem Kölner Trainer Christoph Daum. "Diese Äußerungen sind dumm und unverschämt. Er sollte sich dafür entschuldigen", forderte der Grünen-Politiker.


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