Dienstag, 20.05.2008

Fussball

Platini bezeichnet "6+5"-Regel als "illegal"

Moskau - UEFA-Präsident Michel Platini hat die von FIFA-Chef Joseph Blatter und Franz Beckenbauer befürwortete "6+5"-Regel zur Förderung nationaler Fußball-Talente als "völlig illegal" bezeichnet.

Dennoch will der Franzose den Weltverbandschef bei der geplanten Einführung der neuen Regelung offenbar unterstützen. Das Ziel der Quotierung nationaler Spieler sei "in der Tat eine sehr gute Sache", sagte Platini bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine UEFA-Exekutivsitzung in Moskau.

Am 21. Mai will sich Platini vor dem Champions-League-Finale zwischen Manchester United und dem FC Chelsea mit Blatter in der russischen Hauptstadt treffen, um über die Vorgehensweise beim Weltverband-Kongress in Sydney zu reden. In Australien will sich Blatter von den Delegierten der sechs Kontinental-Verbände die Zustimmung für die stufenweise Einführung der "6+5"-Regel geben lassen.

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Platini sieht juristische Schwierigkeiten

Demnach sollen die Vereine im europäischen Fußball verpflichtet werden, ab der Saison 2010/11 mindestens vier heimische Akteure aufzubieten, ein Jahr später sollen es fünf sein, bevor 2012/13 mit mindestens sechs nationalen Spielern die "6+5"-Regel endgültig umgesetzt wäre.

Im Gegensatz zu Blatter sieht Platini offenbar juristische Schwierigkeiten durch geltende EU-Gesetze. Das Recht auf Freizügigkeit werde nicht eingeschränkt, hatte Blatter kürzlich beteuert. "Ich würde nicht einen Kampf gegen bestehende Gesetze aufnehmen", sagte er. Platini hielt dem nun seine Bedenken überraschenderweise öffentlich entgegen.

In mehreren Fällen hatte die EU-Gerichtsbarkeit in den vergangenen Jahren Ausländer-Regelungen im Fußball gekippt, unter anderem mit dem berühmten Bosman-Urteil 1995.

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