Montag, 03.03.2008

DFB

DFB: Einigungschancen im Zivilprozess gegen Hoyzer

Berlin - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht gute Einigungschancen im Zivilprozess gegen den Skandal-Schiedsrichter Hoyzer.

© Getty

"Ich sehe gute Aussichten für eine Einigung, wenn Robert Hoyzer auf unsere wesentlichen Zielsetzungen eingeht", erklärte Rainer Koch, DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen.

Der DFB hatte Hoyzer, der gegenwärtig eine 29 Monate lange Haftstrafe verbüßt, für seine Spielmanipulationen auf Schadensersatz in Höhe von 1,8 Millionen Euro verklagt.

Das Berliner Landgericht hatte bei der Verhandlung am 9. Januar diesen Jahres einen Großteil der Schadensersatz-Ansprüche des DFB bereits als begründet eingeordnet und ein Urteil für den 12. März angekündigt.

"Wir wollen eventuell bei ihm noch vorhandene Informationen zum Wett- und Manipulationsskandal schnellstmöglich und vollständig erhalten und nicht immer wieder mit neuen Enthüllungen konfrontiert werden", nannte Koch auf der offiziellen Internetseite des Verbandes die erste Prämisse für eine Einigung mit Hoyzer.

Hoyzer soll nichts verdienen

Zudem müsse sichergestellt werden, dass Hoyzer aus dem Wett- und Manipulationsskandal keinen persönlichen wirtschaftlichen Nutzen ziehe. Das betrifft zum Beispiel Honorare für Veröffentlichungen, Film- und Medienrechte.

"Wenn Robert Hoyzer hier zur Kooperation bereit ist, dann werden wir ihm eine Chance für seinen weiteren Lebensweg eröffnen und den uns nach Ansicht des Landgerichts Berlin wohl zustehenden Schadensersatz-Betrag von über 1,5 Millionen Euro zu großen Teilen nicht vollstrecken", kündigte der DFB-Vizepräsident an, der im Hauptberuf Richter ist.

Schon in seiner Zeit als Vorsitzender des DFB-Sportgerichts von 1998 bis 2007 hatte sich der 49 Jahre alte Koch mit dem Fall Hoyzer intensiv beschäftigen müssen.

"Kann man einem Betrüger glauben?"

"Die schwierigste Frage dabei war zu entscheiden, ob die Aussagen von Herrn Hoyzer glaubwürdig sind oder nicht. Kann man - so fragte man sich in der Öffentlichkeit - einem Betrüger glauben? Robert Hoyzer hatte ja mit seinen Aussagen nicht nur sich selbst, sondern auch andere belastet", erklärte Koch und ergänzte: "Ich hielt seine Aussage für glaubwürdig, wie man heute weiß zu Recht. Hätte ich mich geirrt, hätte das der DFB- Sportgerichtsbarkeit schwer geschadet."

Hoyzer war am 17. November 2005 vom Berliner Landgericht wegen Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden. Der DFB hatte den Schiedsrichter lebenslang gesperrt und aus dem Verband ausgeschlossen.


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