Dienstag, 26.02.2008

DFB-Pokal

VfB Stuttgart an Jena gescheitert

Stuttgart - Pokal-Schreck FC Carl Zeiss Jena hat den deutschen Meister VfB Stuttgart im Elfmeterschießen bis auf die Knochen blamiert.

Fußball, DFB Pokal
© DPA

Jenas Torsten Ziegner schaffte den entscheidenden Treffer für den Außenseiter, nachdem Stuttgarts da Silva über das Tor gezielt hatte.

Schon zuvor stellten sich die Gastgeber wie eine Schülermannschaft an. In der Nachspielzeit der Verlängerung schaffte FC-Abwehrchef Robert Müller (120+1) den hochverdienten 2:2 Ausgleich.

Dabei hatte Nationalspieler Mario Gomez mit seinen späten Treffern (81./94.) den haushohen Favoriten scheinbar auf die Siegerstrasse gebracht. Das Führungstor für die in der 2. Liga gegen den Abstieg spielenden Thüringer hatte Tobias Werner (32.) erzielt.

Die 18.500 Zuschauer im Gottlieb-Daimler-Stadion trauten ihren Augen nicht, während die gegen den Abstieg aus der zweiten Liga kämpfenden Thüringer ihr Glück nicht fassen konnten. Die Jenaer, die viermal in der DDR den Cup gewannen und dreimal Meister waren, erreichten durch ihr mutiges Gastspiel erstmals das Halbfinale. Die Thüringer dürfen weiter vom ersten Pokalsieg im vereinten Deutschland träumen.

Nicht das richtige Rezept 

Drei Tage nach der "Arschloch-Affäre" im Bundesliga-Spiel gegen den Karlsruher SC blieb VfB-Goalgetter Gomez lange blass. Bis zu seinen Toren konnte der Nationalspieler nicht überzeugen, doch als es darauf ankam, war er da.

Bis dahin standen die Jenaer ganz dicht vor der großen Überraschung. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit tanzte Nils Petersen gleich fünf Gegenspiel aus, scheiterte aber an Torhüter Sven Ulreich. Da hatte der VfB noch Glück.

Trainer Armin Veh hatte seine besten Profis aufgeboten, um die in Bundesliga und Champions League verkorkste Saison zu retten. Doch trotz der allerbesten Aufstellung fand der letztjährige Pokal-Finalist gegen Jena nicht das richtige Rezept.

Kalte Dusche für den VfB

Das Team von Trainer Henning Bürger, der eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit von Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer (Herne) auf die Tribüne geschickt wurde, setzte auf Konter, war stets gefährlich und stand auch in der Abwehr sicher.

Auf dem Weg ins Viertelfinale hatten die Ostdeutschen in Titelverteidiger 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld bereits zwei Erstligisten ausgeschaltet - die Stuttgarter, die Jena-Spielmacher Jan Simak umwerben, hätten eigentlich gewarnt sein müssen.

Trotzdem brachte Werner nicht unverdient die Gäste mit einem platziertem Kopfball nach einer präzisen Flanke von Thorsten Ziegner in Führung. Nach der kalten Dusche wirkte der VfB wie gelähmt. Bis zur Pause lief beim VfB nichts mehr zusammen.

Gomez' Doppelpack nützt nichts 

Trainer Veh stellte in der Pause auf eine Dreierkette um. Die Hausherren agierten fortan druckvoller. Doch im Jena-Tor ließ der weißrussische Nationalkeeper Wasili Khomutowksi zunächst nichts anbrennen.

Trotzdem dauerte es, bis Nationalspieler Gomez mit seinem fünften Pokal-Treffer den Ausgleich nach Zuspiel des eingewechselten Arthur Boka erzielte. Den Führungstreffer schaffte der Stürmer dann nach einer Flanke von Yildiray Bastürk per Kopf. Doch selbst das reichte den schwachen Stuttgartern nicht.

Veh resümierte das Scheitern seiner Mannschaft: "Wir wollten unbedingt ins Halbfinale und haben das leider nicht geschafft. In der ersten Hälfte haben wir viel zu verhalten gespielt. In Hälfte zwei haben wir dann zwar richtig Gas gegeben, aber wenn wir über 90 Minuten so gespielt hätten, wären wir als sicherer Sieger vom Platz gegangen."

Jenas Jan Simak fasste den Sieg verhältnismäßig gefasst zusammen: "Das ist nicht das erste Mal, dass wir ein Tor hinten lagen und das noch umbiegen konnten. Es war aber sicher ein bisschen Glück dabei", so der vom VfB umworbene Tscheche.


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