"Notlösung" Ziegler rettet BVB ins Viertelfinale

SID
Dienstag, 29.01.2008 | 22:46 Uhr
© Getty
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Dortmund - Borussia Dortmund hat nach einer dramatischen Schlussphase seinen Pokalfluch besiegt und dabei aus der Nervenschwäche von Werder Bremens Mittelfeldstar Diego Kapital geschlagen. Der BVB gewann gegen den Bundesliga-Zweiten äußerst glücklich mit 2:1 (1:0) und zog erstmals nach gut zwölf Jahren wieder ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Vor 64.100 Zuschauern im Dortmunder Signal Iduna Park sorgten Giovanni Federico (19. Minute) und Diego Klimowicz (80.) für die BVB-Führung, die der eingewechselte Diego per Foulelfmeter (82.) verkürzte.

Zwei Fouls an Rosenberg, zwei Elfer

Zwei Minuten später wurde der Brasilianer zum tragischen Helden, als BVB-Keeper Marc Ziegler seinen zweiten Strafstoß parierte. Sebastian Kehl und Martin Amedick hatten jeweils Werder-Angreifer Markus Rosenberg zu Fall gebracht.

„Ich bin sehr, sehr traurig. Mit dem 2:2 hätten wir das Spiel drehen können. Es war ein große Ziel von uns im Pokal weit zu kommen", sagte Diego. Der Dortmunder Matchwinner Ziegler strahlte nach dem Elfmeter-Drama hingegen über das ganze Gesicht. „Beim ersten war ich schon dran. Da habe ich gedacht, beim zweiten hast du eine Chance", sagte der Keeper.

Schaaf lobt sein Team 

Werder-Coach lobte trotz der Niederlage ein "Riesenspiel" seiner Mannschaft: „Wir haben uns heute selber geschlagen. Wir haben 90 Minuten nach vorne gespielt." BVB-Torschütze Federico blickte nach dem Pokal-Coup bereits nach von: „Das ist für uns der schnellste Weg im nächsten Jahr europäisch zu spielen. Heute haben wir den ersten Schritt gemacht." 

In der Neuauflage des Pokal-Finales von 1989 konnten die Bremer aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlagen und verpassten zum zweiten Mal nacheinander die Runde der letzten Acht. Anders als bei der 0:3-Pleite am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga waren die lauffreudigen und kombinationssicheren Hanseaten diesmal das bessere Team.

Werder fahrlässig mit den Chancen

Der frühen Führung war allerdings der BVB nahe, doch Federico (7.) verzog knapp. Eine Minute später säbelte Rosenberg aus sieben Metern über den Ball, sein Sturmpartner Ivan Klasnic (12./14.) machte es an seinem 28. Geburtstag nicht besser.

Dieser fahrlässige Umgang mit den Chancen rächte sich. Nach einem Traumpass von Torjäger Mladen Petric ließ Federico Werder-Keeper Tim Wiese mit einem platzierten Flachschuss keine Chance und stellte den Spielverlauf auf den Kopf.

Klasnic verpasst mehrfach

Besonders unglücklich verlief der Abend für Geburtstagskind Klasnic. Im ersten Pokalspiel für die Profis nach seiner Nierentransplantation und dem anschließenden Traum-Comeback verstolperte der Kroate kurz vor der Pause zum dritten Mal eine gute Gelegenheit und wurde in der 63. Minute für Hugo Almeida ausgewechselt.

Angesichts dieser Offensivschwäche machte sich bei den Bremern schmerzlich bemerkbar, dass Trainer Thomas Schaaf drei Tage vor dem Saison-Auftakt gegen den VfL Bochum bis zur 68. Minute auf Spielmacher Diego verzichtete.

Hunt ersetzte Diego

Der Brasilianer war erst spät aus dem Heimaturlaub zurückgekehrt und wurde in der Startformation von Aaron Hunt ersetzt. „Wir haben einfach festgestellt, dass er noch nicht so weit ist, von Anfang an aufzulaufen", sagte Sportdirektor Klaus Allofs kurz vor dem Anpfiff.

Zudem mussten die Bremer auf Angreifer Boubacar Sanogo (Afrika-Cup) und Nationalspieler Torsten Frings (Innenbandanriss) verzichten. Bei der Borussia ersetzte Marc Ziegler den verletzten Stammkeeper Roman Weidenfeller.

Außerdem gab der serbische Winter-Neuzugang Antonio Rukavina drei Tage vor der Rückrundenauftakt in Duisburg sein Pflichtspiel-Debüt für die Elf von Trainer Thomas Doll.

Diego kommt, trifft und versagt

Im zweiten Spielabschnitt bekamen die Zuschauer bis auf einen Fernschuss von Dortmunds Florian Kringe (57.) lange wenig geboten. Doch Werder-Coach Schaaf setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte und brachte Almeida und Diego ins Spiel.

Doch in den hektischen Schlussminuten versagte ausgerechnet dem brasilianischen Künstler die Nerven.

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