Freitag, 25.01.2008

Fußball

Wormuth reformiert die DFB-Trainerausbildung

Köln - Neuer Name, neues Konzept: Der Reformprozess im Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird fortgesetzt. Die aktuellste Umstrukturierung betrifft seit Jahresbeginn die Trainerausbildung an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln.

Dort ist ein Vertrauter von Bundestrainer Joachim Löw neu verantwortlich: Frank Wormuth. Der 47 Jahre alte Nachfolger Erich Rutemöllers plant Veränderungen im Stil der von Löw und dessen Vorgänger Jürgen Klinsmann betriebenen Modernisierung. "Es sind Verkrustungen da, die müssen gebrochen werden", sagt Wormuth.

"Wir haben unsere Meinung zum Fußball. Wenn er mich während eines Spiels in einer bestimmten Situation anschaut, weiß ich genau, was er meint", sagt Wormuth über Löw. Vor 25 Jahren lernten sich beide als Spieler beim SC Freiburg kennen und schätzen. Wie Löw war auch Wormuth kein überragender Fußballer.

Wissenschaft und Praxis verzahnen 

Der gebürtige Berliner brachte es auf 93 Zweitligaspiele für Freiburg und Hertha BSC. Auch als Coach trat er bis auf ein gemeinsames Engagement mit Löw bei Fenerbahce Istanbul nicht sonderlich in Erscheinung. Es folgten Stationen beim damaligen Zweitligisten SSV Reutlingen und in der Regionalliga bei Union Berlin und beim VfR Aalen.

Als neuer Chef-Ausbilder künftiger Fußball-Lehrer verändert Wormuth die Basis-Organisation. Die Lehrgänge werden vom Sommer an nicht wie bisher sechs, sondern elf Monate dauern. Den Teilnehmern soll vor allem mehr Praxis vermittelt werden.

Die angehenden Trainer könnten "in der Vorbereitung, der Wettkampfphase, der Rückrundenvorbereitung und der Endphase des Wettkampfes" jeweils bei erfahrenen Bundesligatrainer hospitieren.

Wissenschaft und Praxis will Wormuth enger verzahnen. "Früher hatten wir Dozenten, die nur auf ihren Teil geschaut haben. Das war nicht abgestimmt, wir hatten viele Verdopplungen", sagt er. Derzeit baut er Fachreferate für die Bereiche Fußball, Sportbiologie, Persönlichkeit und Fitness auf.

Speziallizenz für Torwarttrainer 

Die von Wissenschaftlern entwickelten Konzepte sollen einfacher und praxisbezogener "auf das Niveau der Lehrgangsteilnehmer gedrückt werden". Das Dozenten-Team wird stark verändert. "Das ergibt sich aus der Ist-Analyse und dem, was wir erreichen wollen", sagt Wormuth. Künftig soll die Trainerschmiede eine "Akademie des Wissens" werden. "Wie ein Wikipedia des Fußballs" stellt er sich den künftigen Internet-Auftritt der Hennes-Weisweiler-Akademie vor.

Die Trainer-Azubis müssen analog universitärer Abschluss-Examina wissenschaftliche Arbeiten zu Einzelthemen schreiben. "So zwingen wir die angehenden Fußball-Lehrer zu der Fähigkeit, sich Sachen anzueignen", sagt Wormuth. Der Großteil der Probanden sei in der aktiven Karriere schließlich bei den meisten elementaren Dingen stets "an die Hand genommen" worden.

Wormuth denkt auch an eine Speziallizenz für Torwarttrainer: "Das gibt es in Deutschland bislang nicht." Unverständlich, wie er meint. Schließlich müsse ein Torhüter völlig anders trainiert werden als ein Feldspieler. Geplant sind auch Weiterbildungsmaßnahmen für Medien-Vertreter.


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