Mittwoch, 16.01.2008

Fußball

FIFA geht auf Forderungen der Klubs ein

Zürich - Die Zeit des Streits und der gerichtlichen Auseinandersetzungen ist vorbei - nach der Auflösung der Interessenvertretung G 14 sieht Karl-Heinz Rummenigge die Fußball-Familie vor einer "harmonischen" Zukunft.

rummenigge, fußball
© DPA

"In Zürich sind denkwürdige Entscheidungen getroffen worden", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München einen Tag nach dem Gipfeltreffen in der Schweiz, bei dem sich FIFA, UEFA und die europäischen Spitzenklubs auf eine Absichtserklärung für eine bessere Zusammenarbeit verständigten. UEFA-Präsident Michael Platini hatte sich bereits seit November um eine gütliche Einigung zwischen Profiklubs und Verbänden bemüht.

Parallel zum Ende der G 14 wird auch das europäische Klubforum aufgelöst und soll per UEFA-Beschluss am 21. Januar durch eine neue Vereinigung mit 103 europäischen Vereinen (ECA) ersetzt werden, die an den Wettbewerben der UEFA teilnehmen. Damit sollen die Vereine, die sich über Jahre ausgegrenzt fühlten, eine Plattform und mehr Mitsprachemöglichkeiten erhalten.

100 Millionen für Abstellung der Stars

Die Auflösung der G 14, die sich jahrelang in Opposition zu den internationalen Verbänden befand, ist verbunden mit beachtlichen Segnungen für die Klubs, deren wesentliche Forderungen durch die UEFA und den Weltverband FIFA erfüllt werden. So zahlt der europäische Dachverband für die Europameisterschaften in diesem Jahr in der Schweiz und Österreich sowie 2012 in Polen und der Ukraine insgesamt 100 Millionen Euro für die Abstellung von Nationalspielern an die Vereine. Das sind rund 4000 Euro pro Spieler und Tag. Die FIFA wird für die Weltmeisterschaften in Südafrika (2010) und Brasilien (2014) 110 Millionen an die Klubs zahlen.

"Das ist eine großzügige Regelung. Sie erfüllt unsere jahrelange Forderung, für die Bereitstellung der von uns bezahlten Spieler angemessen an den Einnahmen der Großveranstaltungen beteiligt zu werden. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Rummenigge.

Im Gegenzug verzichten die Vereine, unter anderem der belgische Klub SC Charleroi und Atletico Madrid, auf alle anhängigen juristischen Verfahren gegen die Verbände. "Ich halte es für eine positive Entwicklung. Die G 14 hat ihr Ziel erreicht, direkt in die Entscheidungsprozesse eingebunden zu sein", sagte Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, der ebenso wie die Münchner Bayern und Borussia Dortmund als deutsches Mitglied der Interessenvertretung angehört.

Länderspiele samstags und dienstags

Neben den finanziellen Gaben sind weitere Zugeständnisse für die Klubs vorgesehen, die den sportlichen Bereich betreffen. So wird der internationale Kalender für die sogenannten Doppelspieltage der Nationalmannschaften geändert. Bislang fanden die Spiele Samstag und Mittwoch statt. Künftig werden es der Samstag und Dienstag sein. Rummenigge: "Damit haben die Nationalspieler einen Tag Erholung mehr. Was vor allem bei Profis aus Südamerika wichtig ist. Sie stehen bei den Meisterschaftsspielen ausgeruhter auf dem Platz."

Der Weltverband FIFA will sich zudem bei der afrikanischen Föderation dafür einsetzen, den Termin für den Afrika-Cup zu verlegen, der bislang immer im Januar begann. Künftig sollte er in die Sommermonate verlegt werden, damit die zahlreichen in Europa tätigen Spieler nicht wochenlang für den heimischen Spielbetrieb ausfallen.

Ferner wurde bei der Tagung beschlossen, dass Nationalspieler für interkontinentale Freundschaftsspiele nur noch einmal im Jahr angefordert werden dürfen. Das zielt in Richtung Brasilien, das seine "Selecao" zu Freundschaftsspielen in die ganze Welt geschickt hat.


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