DFB-Pokal

"Fast ein Spitzenspiel"

SID
Mittwoch, 31.10.2007 | 10:15 Uhr
bayern. mönchengladbach, svaerd, ottl
© Getty
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Düsseldorf - Rekordmeister gegen Altmeister, Tabellenführer gegen Spitzenreiter - das Schlagerspiel der 2. DFB-Pokalrunde (alle Mittwochsspiele ab 19 Uhr im LIVE-TICKER) zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach weckt nostalgische Gefühle, birgt jedoch nicht nur aus historischen Gründen reichlich Brisanz.

Zwar ist es kein Kampf auf Augenhöhe, wohl aber eine Begegnung zweier Vorzeigeklubs verschiedener Spielklassen. Bei Mönchengladbachs Trainer Jos Luhukay ist die Vorfreude auf die Neuauflage des Fußball-Klassikers größer als der Respekt vor dem scheinbar übermächtigen Gegner: "In der Zweiten Liga sind wir der Reizgegner, in der Bundesliga die Bayern. Das ist ein Spiel, das man richtig genießen kann."

Gemeinsam stiegen die Klubs 1965 in die Bundesliga auf und kämpften in den 70er Jahren um die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Obwohl sich die einstigen Erzrivalen in den vergangenen Jahren unterschiedlich entwickelten, machen viele Parallelen denn Pokalhit zu einer prickelnden Angelegenheit.

 

Der kleine Unterschied

Beide Teams führen die Tabelle an, erzielten die meisten Treffer und stellen den erfolgreichsten Torjäger. Von solchen Vergleichen hält der einstige Bayern-Profi und derzeitige Mönchengladbacher Sportdirektor Christian Ziege allerdings nur wenig: "Der kleine Unterschied ist, dass die Bayern diesen Lauf in der Bundesliga haben."

Bei realistischer Sicht der Dinge sind die Rollen klar verteilt. Keines der bisherigen fünf Pokal-Duelle konnte die Borussia für sich entscheiden, in der Bundesliga verbuchte sie in 40 Spielen beim FC Bayern nur einen Sieg.

Und doch warnt Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld seine Spieler davor, den seit acht Spielen ungeschlagenen Gegner zu unterschätzen: "Das ist sehr, sehr gefährlich. Gegen Gladbach wartet Schwerstarbeit, dort herrscht Euphorie. Von daher wird es fast ein Spitzenspiel."

Meyers Rückkehr nach Jena

Nicht nur in München liegt ein Blick in die Fußball-Historie nahe. Auch die Rückkehr von Hans Meyer an seine ehemalige Wirkungsstätte in Jena sorgt für Gesprächsstoff. "Da werden sich 10 bis 15 Leute sehr, sehr freuen. Die über 60, die sich noch an mich erinnern", scherzte der Trainer des 1. FC Nürnberg mit Blick auf die Partie beim FC Carl Zeiss, mit dem er 1981 im Europapokal-Finale stand.

Darüber hinaus beschert die 2. Pokalrunde auch Uwe Rapolder ein Wiedersehen: Für den Coach des Zweitligisten TuS Koblenz besteht die Chance, seinen ehemaligen Klub Arminia Bielefeld aus dem Wettbewerb zu befördern.

Zwei Erstligisten fliegen raus 

In den acht Pokalspielen am Mittwoch werden mindestens zwei Erstligisten auf der Strecke bleiben. Bei Werder Bremen will der MSV Duisburg den Negativtrend stoppen. Die Vorzeichen verheißen jedoch wenig Gutes: Schließlich störte der Zwist zwischen Trainer Rudi Bommer und Problemfall Ailton den Betriebsfrieden empfindlich.

"Wir haben ihm die vielleicht letzte Chance seiner Karriere eingeräumt, eigentlich müsste er uns dankbar sein", klagte Bommer über die Forderungen seines Angreifers nach einem Platz in der Startelf.

Im zweiten Bundesliga-Duell zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt rechnet sich der BVB gute Chancen aus, den Pokalfluch zu überwinden. In den vergangenen acht Jahre kam das Team nie über die 3. Runde hinaus.

Dagegen hat die in der Bundesliga auswärts noch sieglose Eintracht bessere Erinnerungen an den Wettbewerb: In der Saison 2005/2006 scheiterte sie erst im Finale, ein Jahr danach im Halbfinale.

Hamburg hofft auf van der Vaart

Mit großer Zuversicht geht der Hamburger SV in das Duell mit dem Zweitligisten SC Freiburg, zumal es Hoffnungen auf ein Comeback von Spielmacher Rafael van der Vaart gibt.

Noch optimistischer sieht der VfB Stuttgart dem Heimspiel gegen den SC Paderborn entgegen. Eine Niederlage gegen das noch sieglose Zweitliga-Schlusslicht könnte jedoch den mit dem 1:0 über Bayer Leverkusen wiederhergestellten Betriebsfrieden beim deutschen Meister wieder empfindlich stören. "Wir müssen den Schwung jetzt mitnehmen", forderte Trainer Armin Veh.

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