Dejagahs "Israel-Boykott"

Dumm und Held zugleich

SID
Mittwoch, 10.10.2007 | 12:35 Uhr
© Getty
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Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hat auf die anhaltende kontroverse Diskussion um U-21-Nationalspieler Ashkan Dejagah reagiert und seinen Mittelfeldspieler vorerst vor der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Der iranisch-stämmige deutsche U21-Nationalspieler, der nach seiner Absage des U-21-Länderspiels in Israel in die öffentliche Kritik geraten war, fehlte beim ersten Training der Woche. Trainer Felix Magath hatte dem 21-Jährigen frei gegeben.

"Ashkan ist nicht suspendiert worden. Er wird weiterhin mit der Mannschaft trainieren", sagte der 54 Jahre alte Fußball-Lehrer nach der Übungseinheit auf dem Wolfsburger Trainingsgelände.

Das Training auf dem Nebenplatz vor der Volkswagen Arena fand medial kaum mehr Beachtung als sonst. Ein Kamerateam vom NDR und ein paar Journalisten mehr als sonst verfolgten die erste Einheit des VfL seit dem 1:0-Heimsieg gegen Hansa Rostock.

Zentralrat fordert Ausschluss

Die Länderspiel-Absage des Deutsch-Iraners hat in Deutschland zu einer kontrovers geführten Debatte geführt. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, forderte den Ausschluss des U21-Profis aus dem deutschen Nationalteam. Auch Politiker von SPD und CDU hatten deutliche Kritik an Dejagah geübt.

DFB-Präsident Theo Zwanziger will ein Gespräch mit U21-Nationalspieler Ashkan Dejagah über dessen Motive für die Absage der Länderspielreise nach Israel führen. "Ich möchte zeitnah mit ihm sprechen. Mal sehen, ob wir es nach dem EM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft Mittwoch in München hinbekommen", sagte Zwanziger nach der Landung der U-21-Auswahl in Tel Aviv.

Bundesregierung will sich nicht einmischen

Die Bundesregierung will sich in den Fall des deutsche-iranischen Fußballspielers Ashkan Dejagah nicht einmischen. Das sei in erster Linie eine Angelegenheit des Deutschen Fußball-Bundes, sagte ein Sprecher von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Berlin.

Dass DFB-Präsident Theo Zwanziger das Gespräch mit Dejagah suchen will, sei sicherlich "der richtige Ansatz". Der Sprecher des Innenministeriums betonte, grundsätzlich sollte jeder Spieler einer deutschen Nationalmannschaft "bereit und in der Lage sein", in jedem Land zu spielen, mit dem Deutschland sportliche Beziehungen unterhält. Politische Überlegungen sollten dabei keine Rolle spielen.

Dejagah hatte die Absage des Länderspiels in einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit persönlichen Motiven begründet: "Ich bitte um Verständnis, dass diese Gründe sehr persönlicher Natur sind und in meinem engsten familiären Umfeld begründet liegen." In der "Bild" war der 21-Jährige so zitiert worden: "Das hat politische Gründe. Jeder weiß, dass ich Deutsch-Iraner bin."

"Dejagah befürchtet Repressalien"

In die Diskussion um die umstrittene Absage hat sich auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eingeschaltet. "Ich rate, den Ball etwas flacher zu halten. Auf keinen Fall ist der Sport dazu da, politisch irgendetwas zu boykottieren", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper im "ZDF-Morgenmagazin". Man müsse die "persönlichen Gründe, die der Spieler geltend gemacht hat", unterscheiden von politischen Begründungen.

"Er befürchtet Repressalien für seine Familie und will von diesem Spiel befreit werden. Dass das dann politisch umgemünzt worden ist, auch durch eine missverständliche, um nicht zu sagen dumme Äußerung von ihm selbst, das ist die andere Sache", sagte Vesper, der selbst iranische Verwandtschaft hat und sich Repressalien vorstellen kann.

"Iran ist eine Diktatur. Es ist bekannt, dass einer mit iranischem Pass - und auch Deutsche, die iranische Wurzeln haben, behalten diesen Pass - dass solche Leute Repressalien zu befürchten haben. Das kann zu Job-Verlust oder Verhaftungen führen", so Vesper.

Nationaltrikot an Werte geknüpft

Mit dem Tragen des deutschen Nationaltrikots seien Werte verbunden. "Wer für Deutschland antritt, ob bei Weltmeisterschaften, bei Länderspielen, bei den Olympischen Spielen, ist ein Repräsentant unseres Landes, unserer Kultur, unserer Zivilisation. Der muss sich dessen auch bewusst sein. Es kann nicht sein, dass aus politischen Gründen jemand sagt, gegen dieses Land oder gegen diesen Sportler oder Sportlerin trete ich nicht an", meinte Vesper.

Über die Aufstellung von Nationalmannschaften stimme im übrigen nicht der Bundestag ab, sondern entscheide der Deutsche Fußball-Bund.

Iranische Medien feiern Dejagahs Entscheidung

In den iranischen Medien war Dejagahs Absage ein zentrales Thema. Die Sportzeitung "Goal" bezeichnete Dejagahs Entscheidung als "heroisch und meisterlich".

Das staatliche Fernsehen bezeichnete Dejagahs Entscheidung als "ein sehr ehrenvolles Verhalten von einem jungen Mann, der nicht mal im Iran aufgewachsen ist". Die Offiziellen des iranischen Fußballverbandes hielten sich mit Reaktionen bislang zurück. In den israelischen Medien spielte das Thema keine Rolle.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 lehnt es der Iran ab, Israel anzuerkennen und verbietet seinen Staatsbürgern die Einreise sowie den sportlichen Wettkampf. Das Verbot wurde von den jeweiligen Verbänden in den vergangenen 28 Jahren strikt und ohne Ausnahme umgesetzt.

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