Sonntag, 01.05.2016

GP von Russland, Analyse zum Rennen in Sotschi

Rosberg gewinnt vor Hamilton

Nico Rosberg hat den Großen Preis von Russland gewonnen. Der Mercedes-Pilot konnte das Formel-1-Rennen von Beginn an kontrollieren, während Teamkollege Lewis Hamilton nach einer starken Aufholjagd noch auf dem zweiten Platz landete. Sebastian Vettel wurde bereits in der Startphase von Daniil Kvyat abgeschossen und schied somit früh aus.

Rosberg holte sich Sieg Nummer vier in dieser Saison
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Rosberg holte sich Sieg Nummer vier in dieser Saison

Der Russe traf den Ferrari-Piloten gleich doppelt und erhielt für sein Vergehen eine Zeitstrafe. Vettel, der bereits nach dem China-GP mit Kvyat aneinander geraten war, fluchte noch am Funk wild über den Übeltäter.

Nachdem auch Nico Hülkenberg zu Beginn kollidierte, kam das Safety Car auf die Strecke. Nutznießer des Chaos war Hamilton, der schnell einige Plätze gewinnen konnte. Im Laufe des Rennens zog er auch noch an Räikkönen und Bottas vorbei, sodass er sich den Platz hinter Rosberg und vor Räikkönen sicherte.

Der Finne strahlte für die beiden Mercedes aber nie eine wirkliche Gefahr aus. Besonders für Rosberg war es somit ein erneut entspannter Nachmittag, bei dem er ähnlich wie in Shanghai das Geschehen kontrollierte. Es war sein siebter Sieg in Folge. Das gelang zuvor nur Alberto Ascari, Michael Schumacher und Sebastian Vettel. Vier Siege zum Saisonauftakt schaffte zuletzt Schumacher im Jahr 2004.

Das gesamte Ergebnis im Überblick

Die Punkteränge hinter den ersten drei Fahrern komplettierten die Williams von Bottas und Felipe Massa, Fernando Alonso im McLaren, Kevin Magnussen im Renault sowie Haas-Pilot Romain Grosjean, Sergio Perez und Jenson Button. Pascal Wehrlein kam als 18. ins Ziel.

Nico Rosberg baute seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft aus. Mit der Maximalausbeute von 100 Punkten führt er mit einem 43-Punkte-Polster vor Lewis Hamilton (57). Dahinter folgen Räikkönen (40), Ricciardo (36), Vettel (33) und Massa (32).

Die Reaktionen:

Nico Rosberg (Mercedes): "Das war ein wunderbares Wochenende. Das Auto hat sich sehr gut angefühlt. Ich bin sehr glücklich und dankbar. Lewis ist super gefahren, ich hab versucht, den Abstand so groß wie möglich zu halten. Lewis wird zurückkommen."

Lewis Hamilton (Mercedes): "Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz nach dem Wochenende. Ich hatte keinen Zweifel am Sieg, aber dann hatte ich wieder ein Problem und musste mich zurückhalten. Ich konnte kein Vollgas mehr auf den Geraden geben."

Kopfschutz: Red Bull Canopy oder Halo der FIA
Hoher Besuch am Donnerstag vor dem GP von Russland in der Red-Bull-Box: FIA-Rennleiter Charlie Whiting guckte sich das Auto an
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Hoher Besuch am Donnerstag vor dem GP von Russland in der Red-Bull-Box: FIA-Rennleiter Charlie Whiting guckte sich das Auto an
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Der Grund: Red Bull testet im Freien Training erstmals sein "Canopy", mit dem ab der Saison 2017 der Fahrerkopf geschützt werden soll
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Der Grund: Red Bull testet im Freien Training erstmals sein "Canopy", mit dem ab der Saison 2017 der Fahrerkopf geschützt werden soll
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Daniel Ricciardo stand zur Sitzprobe bereit und benutzte die Cockpitkanzel gleich als Einstiegshilfe
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Daniel Ricciardo stand zur Sitzprobe bereit und benutzte die Cockpitkanzel gleich als Einstiegshilfe
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Der Helm wurde Daniel Ricciardo erst nach dem Einsteigen überreicht - nicht ungewöhnlich
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Der Helm wurde Daniel Ricciardo erst nach dem Einsteigen überreicht - nicht ungewöhnlich
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Sicher ungewöhnlich: Der Anblick des gläsernen Kopfschutzes vor dem Fahrerhelm, echte Windschutzscheiben sind in der Formel 1 lange verschwunden
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Sicher ungewöhnlich: Der Anblick des gläsernen Kopfschutzes vor dem Fahrerhelm, echte Windschutzscheiben sind in der Formel 1 lange verschwunden
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Von oben betrachtet wird klar, dass der Fahrer bei aufrechtem Fahrzeug weiter ohne Probleme aussteigen kann, sollte er auf der Strecke stehenbleiben
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Von oben betrachtet wird klar, dass der Fahrer bei aufrechtem Fahrzeug weiter ohne Probleme aussteigen kann, sollte er auf der Strecke stehenbleiben
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Kritische Blicke nach der Sitzprobe. Eine Frage dürfte sein: Können die Zuschauer die Fahrer überhaupt noch sehen? Gerade bei Flutlicht könnten Reflexionen blenden
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Kritische Blicke nach der Sitzprobe. Eine Frage dürfte sein: Können die Zuschauer die Fahrer überhaupt noch sehen? Gerade bei Flutlicht könnten Reflexionen blenden
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Dann ist es endlich so weit. Die Neuerung ist erstmals in Action zu erleben
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Dann ist es endlich so weit. Die Neuerung ist erstmals in Action zu erleben
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Wie sollen wir das optisch finden?
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Wie sollen wir das optisch finden?
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Zuvor hatte Red Bull die Kanzel als Reaktion auf den FIA-Vorschlag "Halo" schon als Computergrafik präsentiert
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Zuvor hatte Red Bull die Kanzel als Reaktion auf den FIA-Vorschlag "Halo" schon als Computergrafik präsentiert
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Die gläserne, halboffene Kuppel mit zwei Stützstreben am seitlichen Rand reicht um dem Fahrerkopf
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Die gläserne, halboffene Kuppel mit zwei Stützstreben am seitlichen Rand reicht um dem Fahrerkopf
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Der Nachteil: Es ist nach vorn geschlossen. Kommt also etwa Öl drauf, muss der Fahrer wohl an die Box. Und wie ist die Sicht bei Regen?
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Der Nachteil: Es ist nach vorn geschlossen. Kommt also etwa Öl drauf, muss der Fahrer wohl an die Box. Und wie ist die Sicht bei Regen?
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Sehen Sie mich? Sehe ich was? Der Heiligenschein der Formel-1-Fahrer ist da!
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Sehen Sie mich? Sehe ich was? Der Heiligenschein der Formel-1-Fahrer ist da!
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Kimi Räikkönen probierte das von der FIA favorisierte Halo-System beim zweiten Pre-Season-Test zur Saison 2015 in Barcelona am Ferrari aus
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Kimi Räikkönen probierte das von der FIA favorisierte Halo-System beim zweiten Pre-Season-Test zur Saison 2015 in Barcelona am Ferrari aus
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Eingeführt werden die Schutzstreben um den Helm erst zur Saison 2017
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Eingeführt werden die Schutzstreben um den Helm erst zur Saison 2017
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Ist der Blick frei geradeaus? Stark behindernd wirkt die einzelne Strebe vor dem Gesicht zumindest nicht
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Ist der Blick frei geradeaus? Stark behindernd wirkt die einzelne Strebe vor dem Gesicht zumindest nicht
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Positiver Nebeneffekt: Der Sponsor freut sich und das Dreieck könnte auch als Sonnenblende dienen
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Positiver Nebeneffekt: Der Sponsor freut sich und das Dreieck könnte auch als Sonnenblende dienen
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Wichtiger ist der Sicherheitsaspekt: Herumfliegende Großteile wie ein Reifen können den Kopf kaum mehr treffen
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Wichtiger ist der Sicherheitsaspekt: Herumfliegende Großteile wie ein Reifen können den Kopf kaum mehr treffen
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Praktisch: Die Stangen eignen sich auf den ersten Blick auch bestens, um das Auto zurück in die Box zu schieben
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Praktisch: Die Stangen eignen sich auf den ersten Blick auch bestens, um das Auto zurück in die Box zu schieben
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Vettel auf 180: "Was zur Hölle soll das?"

Kimi Räikkönen (Ferrari): "Es ist nicht genau das, was wir wollen. Wir wollen gewinnen. Mein Start war okay. Wir hatten den Speed und konnten die Williams dann hinter uns lassen."

Der Spielfilm:

Vor dem Start: Hamilton erhält einen neuen Turbolader sowie eine neue MGU-H, auch Batterie und Kontrollelektronik werden getauscht. Trotzdem darf er vom 10. Startplatz ins Rennen gehen. Vettel rückt nach einem Getriebewechsel am Freitag fünf Ränge nach hinten auf die 7.

Start: Rosberg gewinnt den Start vor Räikkönen und Bottas. Beim Anbremsen auf Kurve 2 fährt Kvyat auf Vettel auf, eine Kurve weiter stößt der Russe Vettel ein zweites Mal an - der Ferrari-Pilot flucht und steht in der Wand! Hülkenberg, Gutierrez und Haryanto kollidieren. Der Emmericher ist beim Jubiläum raus. Safety Car!

Runde 1: Hamilton profitiert von der hitzigen Startphase und ist bereits Fünfter.

Runde 3: Ricciardo, Kvyat und auch Gutierrez kommen in die Box, nehmen Medium und könnten damit das komplette Rennen durchfahren. Interessante Taktik! Ob sie aufgeht?

Runde 4: Re-Start! Rosberg hält souverän die Spitze. Hamilton schnappt sich Massa und ist jetzt Vierter.

Runde 7: Bottas hält Räikkönen und Hamilton auf. Der Ferrari-Pilot rutscht beim Herausbeschleunigen aus Kurve vier etwas, Hamilton profitiert und zieht innen vorbei. Der Weltmeister ist auf Podiumskurs.

Runde 9: Kvyat erhält eine 10-Sekunden-Strafe wegen des doppelten Auffahrens auf Vettel. Hamilton liegt jetzt direkt hinter Bottas und macht Druck auf den Williams.

Runde 13: Hamilton kommt am schnellen Williams nicht vorbei. In den Kurven kommt der Mercedes nah ran, doch auf der Geraden zieht das weiße Auto weg. Auch DRS hilt nicht.

Runde 15: Bottas hängt Hamilton etwas ab. Der Engländer muss nun auch in den Rückspiegel schauen und auf Räikkönen achten. Rosberg wird sich freuen: Sein Vorsprung wird Runde für Runde größer.

Runde 16: Kurzer Zwischenstand: Hinter Rosberg, Bottas, Hamilton und Räikkönen befinden sich Massa, Verstappen, Alonso und Grosjean.

Runde 17: Bottas kommt an die Box und wechselt auf Gelb! Das heißt freie Fahrt für Hamilton. Für wen der beiden ist der frühe Stopp des Williams-Piloten von Vorteil?

Runde 18: Hamilton reagiert auf Bottas und kommt auch an die Box und holt sich die weichen Gummis. Am Boxenausgang kommt Bottas angerast. Der Williams-Fahrer bremst spät und geht wieder an Hamilton vorbei. Knappe Angelegenheit - und ärgerlich für den Weltmeister.

Runde 19: Hamilton ist ganz dicht hinter Bottas, saugt sich im Windschatten heran und bremst sich eingangs Kurve zwei vorbei.

Runde 21: Räikkönen kommt nun auch in die Pitlane, wechselt auf Gelb. Hamilton geht am Finnen vorbei, doch Bottas bleibt dahinter.

Runde 23: Jetzt hat sich auch der Führende frische Pneus geholt. Rosberg behält die Führung ohne Probleme. Dahinter fährt Verstappen, der nun aber zur Box abbiegt und Hamilton somit Rang zwei überlässt. Rund zwölf Sekunden Rückstand hat Hamilton auf seinen Teamkollegen, doch der könnte bei dem Tempo des Titelverteidigers schmilzen.

Runde 28: Wehrlein versucht sich an Nasr, fängt aber an zu rutschen und wird von Kvyat kassiert. Platz 18 für den Rookie im Moment.

Runde 30: Im Mittelfeld vermehren sich nun die Positionskämpfe. Mittendrin ist Ricciardo, der am Ende der Runde aber zum zweiten Mal in die Box kommt und auf Gelb wechselt.

Runde 33: Rosberg wird durch Überrundungsmanöver aufgehalten. Über 1,5 Sekunden hat er im letzten Umlauf auf Hamilton verloren.

Runde 34: Verstappens Motor gibt den Geist auf. Der Toro Rosso qualmt, der Youngster stellt ihn neben Kurve zwei ab. Bitter!

Runde 37: Mercedes meldet Hamilton ein Wasserdruckproblem! Hält die Pechsträhne etwa weiter an? Eigentlich feuerte er gerade eine schnellste Runde nach der anderen ab.

Runde 41: Hamilton hat das Tempo rausgenommen, um eine mögliche Überhitzung im Auto zu vermeiden. Das tut er erfolgreich, doch ein Sieg scheint damit wohl endgültig ausgeschlossen.

Runde 47: Massa fährt ohne Gegner auf Rang fünf. Um eine mögliche Safety-Car-Phase später nutzen zu können, holt sich der Brasilianer nochmals neue Reifen.

Runde 49: Button schnappt sich Sainz und ist damit in den Punkten. Sieht nach einer doppelten Ausbeute für McLaren-Honda aus.

Ziel: Rosberg gewinnt nach 53 Runden und einem für ihn ruhigen Nachmittag vor Teamkollege Hamilton. Das Podium komplettiert Räikkönen.

Mann des Rennens: Fernando Alonso. Fernab der TV-Kameras hielt sich der Spanier raus aus allen Kollisionen und Positionskämpfen. Er zog sein Ding in alter Manier durch und fuhr mit konstant guten Rundenzeiten auf Rang 6. Diese Leistung ist mit dem PS-schwachen Honda-Antrieb auf einer Motorenstrecke wie in Sotschi besonders hervorzuheben. Die WM-Punkte hat er sich redlich verdient - zum ersten Mal seit elf Rennen schaffte er in die Top 10!

Flop des Rennens: Daniil Kvyat. Der Russe wollte vor seinem Heimpublikum ähnlich aggressiv wie in China zu Werke gehen, übertrieb es diesmal aber und schoss Vettel gleich doppelt ab. Danach zeigte er kaum Speed und hing im hinteren Mittelfeld fest.

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Breitere Reifen, breitere Autos. Wir die Formel 1 durchs neue Reglement spannender?

Michael Schumacher wurde 1997 mit einem zwei Meter breiten Ferrari Weltmeister in der Formel 1
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Das fiel auf:

  • Williams zeigte einmal mehr, dass man auf den Geraden pfeilschnell ist. Hamilton machte viele Runden Druck auf Bottas und war eigentlich auch schneller unterwegs. Doch trotz DRS kam der Mercedes-Pilot lange nicht an Bottas vorbei. Das klappte erst nach dem Reifenwechsel auf Gelb.
  • Wie erwartet setzten fast alle Piloten auf eine Ein-Stopp-Strategie. Dank des geringen Reifenabbaus auf dem glatten Asphalt ging es für die meisten von Supersoft auf Soft. Große taktische Spielereien waren dadurch nicht möglich.
  • Das Verhalten der Gummis spielte dem reifenschonenden Red Bull nicht in die Karten. Ricciardo und Kvyat fuhren im Mittelfeld herum und konnten nicht an den Speed der vergangenen Rennen anknüpfen. Im Gegensatz dazu zeigten die Renaults und McLarens eine überraschend starke Leistung.

Die Formel-1-WM 2016 im Überblick

Dominik Geißler

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