Freitag, 29.04.2016

Training zum Russland-GP

Rosberg wie ein Uhrwerk

Erneuter Technik-K.o. bei Sebastian Vettel mit Strafversetzung, Dreher bei Lewis Hamilton - und einmal mehr ein schneller und fehlerloser Auftritt von Nico Rosberg: Die ersten beiden Trainingseinheiten zum Großen Preis von Russland (alle Sessions im LIVETICKER) haben das Bild der noch jungen Formel-1-Saison perfekt widergespiegelt.

Nico Rosberg hat das Training zum Russland-GP dominiert
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Nico Rosberg hat das Training zum Russland-GP dominiert

Wie ein Uhrwerk pilotierte WM-Spitzenreiter Nico Rosberg (Wiesbaden) am Freitag seinen Mercedes über den 5,848 km langen Kurs in der Olympiastadt von 2014. Mit seiner klaren Bestzeit im ersten Training (1:38,127 Minuten) und Rang drei in der zweiten Einheit unterstrich der zuletzt sechsmal siegreiche Rosberg eindrucksvoll seine Ambitionen für das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag.

"Das war ein ordentlicher Start ins Wochenende. Das Auto fühlte sich heute Vormittag auf einer schnellen Runde gut an und auch auf den längeren Runs am Nachmittag", sagte Rosberg: "Ich freue mich wirklich sehr auf den Rest des Wochenendes."


Vettel wird strafversetzt

Dagegen traten bei den größten Rivalen des 30-Jährigen zum wiederholten Mal Probleme zutage. Vettels Ferrari blieb 60 Minuten vor Ende des Nachmittagstrainings auf der Start-Ziel-Geraden unvermittelt stehen.

"Bei der Elektronik geht nichts mehr", stammelte der 28-Jährige in den Boxenfunk. Noch Minuten später blickte Vettel in der Ferrari-Garage versteinert auf die Monitore und musste zusehen, wie die Konkurrenten Runde um Runde drehten.

"Ich bin überzeugt, dass wir das in den Griff kriegen. Aber erst müssen wir genau wissen, was es war", erklärte Vettel nach der Einheit. Ein Trugschluss? Ferrari tauschte sein Getriebe aus. Das bringt ihm am Sonntag eine Strafversetzung um fünf Plätze ein. Ob der Tausch mit dem Fehler im Freitagstraining zusammenhängt, ist allerdings unklar.

Bereits im Training und Rennen von Bahrain hatte der Ferrari SFH-16 den viermaligen Weltmeister im Stich gelassen. Vettel kann die Leistung seines anfälligen Boliden nicht konstant auf die Strecke bringen. Das Tempo stimmte nämlich: Nach Rang drei am Morgen legte Vettel in 1:38,235 Minuten die zweitbeste Zeit des Nachmittags hin.

"Konstruktiver Tag"

Rosbergs Teamkollege Hamilton setzte im zweiten Training nach Rang zwei am Vormittag in 1:37,583 Minuten zwar die Tagesbestzeit, doch der Weltmeister aus England leistete sich auch zwei Dreher auf dem Kurs, auf dem er die beiden bisherigen Rennen gewann. Im Rennen könnten diese Fehler gegen Rosberg in der derzeitigen Verfassung entscheidend sein.

Kopfschutz: Red Bull Canopy oder Halo der FIA
Hoher Besuch am Donnerstag vor dem GP von Russland in der Red-Bull-Box: FIA-Rennleiter Charlie Whiting guckte sich das Auto an
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Hoher Besuch am Donnerstag vor dem GP von Russland in der Red-Bull-Box: FIA-Rennleiter Charlie Whiting guckte sich das Auto an
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Der Grund: Red Bull testet im Freien Training erstmals sein "Canopy", mit dem ab der Saison 2017 der Fahrerkopf geschützt werden soll
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Der Grund: Red Bull testet im Freien Training erstmals sein "Canopy", mit dem ab der Saison 2017 der Fahrerkopf geschützt werden soll
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Daniel Ricciardo stand zur Sitzprobe bereit und benutzte die Cockpitkanzel gleich als Einstiegshilfe
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Daniel Ricciardo stand zur Sitzprobe bereit und benutzte die Cockpitkanzel gleich als Einstiegshilfe
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Der Helm wurde Daniel Ricciardo erst nach dem Einsteigen überreicht - nicht ungewöhnlich
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Der Helm wurde Daniel Ricciardo erst nach dem Einsteigen überreicht - nicht ungewöhnlich
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Sicher ungewöhnlich: Der Anblick des gläsernen Kopfschutzes vor dem Fahrerhelm, echte Windschutzscheiben sind in der Formel 1 lange verschwunden
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Sicher ungewöhnlich: Der Anblick des gläsernen Kopfschutzes vor dem Fahrerhelm, echte Windschutzscheiben sind in der Formel 1 lange verschwunden
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Von oben betrachtet wird klar, dass der Fahrer bei aufrechtem Fahrzeug weiter ohne Probleme aussteigen kann, sollte er auf der Strecke stehenbleiben
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Von oben betrachtet wird klar, dass der Fahrer bei aufrechtem Fahrzeug weiter ohne Probleme aussteigen kann, sollte er auf der Strecke stehenbleiben
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Kritische Blicke nach der Sitzprobe. Eine Frage dürfte sein: Können die Zuschauer die Fahrer überhaupt noch sehen? Gerade bei Flutlicht könnten Reflexionen blenden
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Kritische Blicke nach der Sitzprobe. Eine Frage dürfte sein: Können die Zuschauer die Fahrer überhaupt noch sehen? Gerade bei Flutlicht könnten Reflexionen blenden
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Dann ist es endlich so weit. Die Neuerung ist erstmals in Action zu erleben
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Wie sollen wir das optisch finden?
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Zuvor hatte Red Bull die Kanzel als Reaktion auf den FIA-Vorschlag "Halo" schon als Computergrafik präsentiert
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Die gläserne, halboffene Kuppel mit zwei Stützstreben am seitlichen Rand reicht um dem Fahrerkopf
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Die gläserne, halboffene Kuppel mit zwei Stützstreben am seitlichen Rand reicht um dem Fahrerkopf
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Der Nachteil: Es ist nach vorn geschlossen. Kommt also etwa Öl drauf, muss der Fahrer wohl an die Box. Und wie ist die Sicht bei Regen?
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Der Nachteil: Es ist nach vorn geschlossen. Kommt also etwa Öl drauf, muss der Fahrer wohl an die Box. Und wie ist die Sicht bei Regen?
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Sehen Sie mich? Sehe ich was? Der Heiligenschein der Formel-1-Fahrer ist da!
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Sehen Sie mich? Sehe ich was? Der Heiligenschein der Formel-1-Fahrer ist da!
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Kimi Räikkönen probierte das von der FIA favorisierte Halo-System beim zweiten Pre-Season-Test zur Saison 2015 in Barcelona am Ferrari aus
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Eingeführt werden die Schutzstreben um den Helm erst zur Saison 2017
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Ist der Blick frei geradeaus? Stark behindernd wirkt die einzelne Strebe vor dem Gesicht zumindest nicht
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Ist der Blick frei geradeaus? Stark behindernd wirkt die einzelne Strebe vor dem Gesicht zumindest nicht
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Positiver Nebeneffekt: Der Sponsor freut sich und das Dreieck könnte auch als Sonnenblende dienen
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Positiver Nebeneffekt: Der Sponsor freut sich und das Dreieck könnte auch als Sonnenblende dienen
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Wichtiger ist der Sicherheitsaspekt: Herumfliegende Großteile wie ein Reifen können den Kopf kaum mehr treffen
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Wichtiger ist der Sicherheitsaspekt: Herumfliegende Großteile wie ein Reifen können den Kopf kaum mehr treffen
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Praktisch: Die Stangen eignen sich auf den ersten Blick auch bestens, um das Auto zurück in die Box zu schieben
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Praktisch: Die Stangen eignen sich auf den ersten Blick auch bestens, um das Auto zurück in die Box zu schieben
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Hamilton sprach dennoch von einem "konstruktiven Tag", auch wenn er "am Ende Bremsplatten in einigen Reifen hatte". Der dreimalige Weltmeister appellierte, "weiter hart zu arbeiten, wenn wir vor den Ferrari bleiben wollen."

Alternative zum "Halo"

Die Blicke zog auch Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo auf sich. Am Vormittag drehte der Australier eine Runde mit dem von Red Bull entworfenen Cockpitschutz "Aeroscreen" ("Windschutzscheibe"), der den Fahrer vor umherfliegenden Teilen schützen soll. In der Sicherheitsdebatte könnte das System eine Alternative zum sogenannten "Halo" ("Heiligenschein") sein.

"Die Scheibe hat keinen Einfluss auf die Sicht und schützt den Fahrer vor dem Wind. Wir werden alle Daten an die FIA (Automobil-Weltverband; d. Red.) weitergeben und dann sehen", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Nico Hülkenberg (Emmerich), der in Sotschi zu seinem 100. Grand Prix antritt, musste seinen Force India zunächst Testfahrer Alfonso Celis (Mexiko) überlassen. Im zweiten freien Training reihte sich der 28-Jährige auf Position 13 ein. Rookie Pascal Wehrlein (Worndorf) kam im unterlegenen Manor auf die Ränge 20 und 21. Auch der DTM-Champion musste seinen Boliden am Ende des zweiten Trainings wegen Antriebsproblemen abstellen.

Das Training zum Russland-GP


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