"Die Kritik an Ecclestone nervt"

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These: Ferrari kehrt 2015 an die Spitze zurück

Stephan Heublein (Motorsport-Magazin.com): Sebastian Vettel hat das Lachen wiedergewonnen. Das ist ein gutes Zeichen. Ob er das Lächeln auch nach dem ersten Saisondrittel noch im Gesicht hat, bleibt abzuwarten. Ferrari präsentiert sich stark verbessert. Das war allerdings auch nötig. Wie viel besser sie sind, wird sich jedoch erst in Melbourne oder danach in Malaysia und China auf permanenten Rennstrecken zeigen.

Es ist ein Neubeginn für Ferrari. So etwas braucht Zeit. Das gesamte Team wurde neu aufgestellt. Jetzt müssen sich die neuen Verantwortlichen aufeinander einstellen. Eines ist jedoch klar: Vettel wird sich für den ersten Titelgewinn sicherlich keine fünf Jahre Zeit lassen können wie einst Michael Schumacher. Der Anspruch in Maranello lautet: Ferrari muss gewinnen. Immer. Ich glaube schon, dass ihnen 2015 ein oder zwei Siege gelingen können. Vom WM-Titel oder regelmäßigen Erfolgen müssen die Tifosi aber mindestens noch ein Jahr länger träumen.

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Alexander Maack (SPOX.com): Wenn die Umbauarbeiten im Hintergrund sich jetzt schon komplett bezahlt machen würden, dann wäre Ferrari die nächsten Jahre wohl unschlagbar. Ich finde schon das Ziel von zwei Saisonsiegen zu hoch gesteckt, weil das Team im Umbau ist. Fernando Alonso hat im Vorjahr nur zweimal das Rennen unter den ersten drei beendet.

Sich fünf Siegerehrungen als Ziel zu setzen, wäre aus meiner Sicht realistisch - aber zwei Siege? Ferrari müsste dafür eine extreme Leistungssteigerung bei der beschränkten Weiterentwicklung der Powerunit hinbekommen haben. Aber auch die Konkurrenz arbeitete unter Hochdruck. So optimistisch Ferrari sich auch gibt: Ich glaube, das Projekt "Weltmeisterschaft" dauert mindestens drei, wenn nicht sogar fünf Jahre.

Enrique Ballesteros (OPTA): Jeder Formel-1-Begeisterte hofft darauf, dass das Cavallino Rampante eines Tages wieder erwacht und seine Ingenieure ins Schwarze treffen. Ferrari ist eine unbekannte Größe, die Italiener suchen ihren "Kaiser". Trotz des Titels von Kimi Räikkönen im Jahr 2007 ist Michael Schumacher in Maranello noch immer der einzig wahre Champion der Neuzeit. Ferrari ist in einer 32-jährigen Krise untergetaucht, nur das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial halten es am Leben.

Sebastian Vettel hat viel Arbeit vor sich, um Fernando Alonso vergessen zu machen, der in den letzten Jahren ein Gott für die Tifosi war. Vielleicht bringt der Vierfachweltmeister eine kühnere Haltung mit als der Spanier, die zu mehr Ordnung führt. Die Rote Göttin stagnierte mit Alonso auf einem Niveau, ohne irgendwo herauszustechen, besonders mit der Haltbarkeit der harten Reifen gab es große Probleme. Ferrari kann alles auf die Karte Seb setzen, aber es wird kompliziert, wenn die Ingenieure nicht wie die bei Mercedes einen Coup landen.

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