Mittwoch, 11.03.2015

Australien-GP: Die Rookies der Formel-1-Saison 2015

Pubertierende Bullen treffen Felipe II

Gleich viereinhalb Neulinge beginnen beim Saisonauftakt in Melbourne (alle Sessions im LIVE-TICKER) ihre Karriere in der Formel 1. Für Max Verstappen, Carlos Sainz Jr., Felipe Nasr, Will Stevens und Roberto Merhi beginnt beim Australien-GP das größte Abenteuer ihres Lebens. Der jüngste Pilot aller Zeiten, ein Brauerei-Schützling, der Marty McFly der Formel 1, ein Susie-Wolff-Schreck und ein Spanier ohne Geld betreten die Bühne.

Bereit für die Formel 1: Carlos Sainz jr., Max Verstappen und Felipe Nasr
© spox
Bereit für die Formel 1: Carlos Sainz jr., Max Verstappen und Felipe Nasr

Max Verstappen

  • Team: Toro Rosso
  • Alter: 17
  • Startnummer: 33

Der Auftakt war verheißungsvoll. Bei den Winter-Tests in Jerez und Barcelona sammelte Max Verstappen fleißig Kilometer: 2834 an der Zahl, ohne groben Schnitzer. Für das Formel-1-Küken ist das ein guter Wert, Erfahrung bekommt ein Youngster nur auf der Strecke.

Mit 17 Jahren und 166 Tagen wird der in Belgien geborene Niederländer am Sonntag für Toro Rosso an den Start gehen und damit den jüngsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten ablösen. Den derzeitigen Rekord hält Jaime Alguersuari mit 19 Jahren und 125 Tagen.

Gefahr für die Formel 1?

Die Kritik an der Verpflichtung von Toro Rosso verbreitete sich schnell. Er sei eine Gefahr für die Serie, die Formel 1 sei kein Kindergarten, polterte etwa Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve.

Die Gründe für die Attacken: Als Verstappen im September 2014 seinen Vertrag unterschrieb, hatte er noch keinen PKW-Führerschein. Auch die Tatsache, dass er im Jahr 2014 seine Premierensaison im Formelsport bestritt, sorgte für Unmut. Der Weltverband FIA sah sich gezwungen, die Regelungen für den Erhalt der Superlizenz zu verschärfen.

Verstappen kümmern die negativen Stimmen wenig. "Das ist mir völlig egal. Die Leute können sagen, was sie wollen", so der Niederländer: "Meine Vorbereitung war extrem professionell."

"Zwei Sekunden schneller als der Rest"

Schon mit vier Jahren saß Verstappen erstmals im Kart. In seiner ersten kompletten Kartsaison gewann er 21 von 21 Rennen. 2013 wurde er Kart-Weltmeister, zuvor zweifacher Kart-Europameister. Seine Debütsaison in der Formel-3-Euroserie beendete er im Vorjahr mit zehn Siegen auf Anhieb Gesamtdritter. Misserfolg kennt das Küken nicht.

"Er ist einer der ganz wenigen Fahrer in den letzten 15 Jahren, die den Umstieg vom Go-Kart in die Formel 3 geschafft haben", zeigte sich Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko bei Servus TV überzeugt: "Ein Rennen am Norisring hat mich sehr beeindruckt - dort war er trotz wechselnder Bedingungen zwei Sekunden schneller als der Rest."

Talent in der Wiege

Sein Talent wurde dem Teenie in die Wiege gelegt: Sein Vater Jos startete von 1994 bis 2003 selbst in der Formel 1, Mutter Sophie war im Kartsport aktiv. Großvater und Onkel fuhren Rennen im GT-Sport, die jüngere Schwester beginnt selbst mit dem Kartsport - eine echte Vollgas-Familie.

Allen voran seinen Vater sieht Max Verstappen verantwortlich für die eigene Begeisterung am Motorsport: "Als ich drei Jahre alt war, nahm er mich zu einem Kartrennen mit. Von da an wusste ich, dass ich auch Rennen fahren will."

Neben dem fahrerischen Talent gilt Max' Reife als Grund für seinen Erfolg. "Wenn man mit einem Max Verstappen spricht", so Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost letzten Sommer gegenüber der Süddeutschen Zeitung, "hat man nicht den Eindruck, dass man einen 16-Jährigen vor sich hat."

Vergleiche mit Senna

Doch auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein sowie großer Ehrgeiz haben Verstappen im Schnelldurchlauf in die Formel 1 gespült. Nicht umsonst erhält der Rookie, der noch auf eine Privatschule geht, schon jetzt große Vorschusslorbeeren: "Mit wem ich ihn vergleichen würde? Ayrton Senna", zeigt Marko offen seine Wertschätzung.

Die Erwartungen sind hoch, jeder Fehler wird in den ersten Rennen von der Öffentlichkeit genau beäugt. Mit diesem Druck muss Verstappen zunächst fertig werden. Nervös ist er deswegen nicht. "Ich will einfach Rennen fahren. Ich bin aufgeregt, aber nicht in dem Sinne, dass ich gestresst bin oder nervös. Ich bin gut vorbereitet und bereit."

Max Verstappen im Steckbrief

Seite 1: Max Verstappen - das Küken

Seite 2: Carlos Sainz Jr. - der Hobby-Jäger

Seite 3: Felipe Nasr - libanesischer Brasilianer

Seite 4: Roberto Merhi - ein langer, langer Weg

Seite 5: Will Stevens - Zurück in die Zukunft II

Dominik Geißler/Alexander Maack

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Alexander Maack(Chef vom Dienst)

Alexander Maack, Jahrgang 1987, betreut seit Sommer 2012 die Formel 1 bei SPOX. Geboren im hessischen Fritzlar, landete er nach Aufenthalten in Niedersachsen, Dresden und Bonn schließlich in der "Medienhauptstadt" Mittweida, wo er sein Medienmanagement-Studium abschloss. Seit Mitte 2016 als Chef vom Dienst verantwortlich für den Inhalt der Homepage. Kernressorts: Motorsport, Fußball.

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