Donnerstag, 12.03.2015

Australien-GP kompakt

Rutschen, Driften, Durchdrehen!

Auftakt zur Formel-1-Saison 2015 in Melbourne (alle Sessions im LIVE-TICKER). Der Australien-GP ist ein schwieriges Pflaster, der Effekt verstärkt sich durch die V6-Turbo-Motoren und die Reifen. Zudem verspricht das Wetter keine Erholung. Alle Fakten zum Rennen im Überblick.

Jacques Villeneuve startete 1996 im Williams-Renault von der Pole und kam als Zweiter ins Ziel
© getty
Jacques Villeneuve startete 1996 im Williams-Renault von der Pole und kam als Zweiter ins Ziel

Streckendaten:

  • Name: Albert Park Circuit
  • Ort: Melbourne
  • Länge: 5,303 Kilometer
  • Runden: 58
  • Renndistanz: 307,574
  • Kurven: 10 Rechtskurven, 6 Linkskurven

Darauf kommt es an:

Testen, testen, testen! Kein einziges Team kommt perfekt vorbereitet nach Melbourne. Besonders wer wie McLaren-Honda bei den Wintertests Probleme hatte, muss schon am Freitag im Freien Training ein möglichst straffes Programm absolvieren. Vorsicht ist geboten: Für jedes Auto dürfen in der Saison 2015 nur noch vier Antriebseinheiten verwendet werden.

Eine echte Standortbestimmung über den Speed der Autos und das Kräfteverhältnis gibt es im Albert Park allerdings nicht. Zu speziell ist die Herausforderung auf der Stop-and-Go-Strecke, deren beste Überholstelle sich nach zwei DRS-Zonen in Turn 3 bietet.

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Kritisch wird für die Teams neben der hohen Belastung für Motor und Bremsen vor allem der Grip, der auf der semi-permanenten Piste nie gut ist. Traktion zählt in Melbourne mehr als Aerodynamik.

Allein in den letzten beiden Kurven kann mit einem guten Auto locker eine Differenz von 0,2 Sekunden herausgefahren werden. Die Teams fahren die Autos deshalb mit steilen Flügeln und verhältnismäßig weichen Dämpfern, um viel Anpressdruck auf der Hinterachse zu generieren. Die Bremsen werden durch die vielen engen Kurven stark belastet.

Sollte es regnen, machen die Verkehrslinien auf den öffentlichen Straßen Probleme. Auf ihnen rutschen die Autos sehr leicht weg. Generell bietet der Kurs kaum asphaltierte Auslaufzonen und daher sehr wenig Raum für Fehler. Das Kiesbett der Startkurve ist ein beliebtes Ausflugsziel der Formel-1-Fahrer.

Reifenwahl:

Soft und Medium: Pirelli hat sich beim Start in seine fünfte Saison als Exklusivausstatter aller Teams für dieselben Mischungen wie im Jahr 2014 entschieden. Der Zeitunterschied der beiden Mischungen soll etwa 1,2 bis 1,5 Sekunden pro Runde betragen. Eine Wiederholung der siegreichen Zwei-Stopp-Strategie aus dem Vorjahr bietet sich auf dem glatten Asphalt an, der die Lebenszeit der veränderten Reifen begünstigt.

"Die neue Struktur der 2015er-Hinterreifen erhöht die Traktion und ermöglicht es den Fahrern, in den Kurven schon früher wieder aufs Gas gehen zu können", erklärt Motorsportdirektor Paul Hembery die Änderungen: "Das ist einer der Faktoren, der in diesem Jahr zu schnelleren Rundenzeiten führt." Trotzdem: Durchdrehende Räder bleiben in Melbourne ein ernstzunehmendes Problem.

Wetter-Prognose:

  • Freitag: wolkig, 23 Grad, 0 Prozent Regen-Risiko
  • Samstag: sonnig, 26 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko
  • Sonntag: sonnig, 29 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko

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Die OPTA-Fakten zum Rennen:

  • Seit den Saisons 2005/2006 schaffte es kein Team, zweimal hintereinander in Melbourne zu gewinnen. Damals waren es Giancarlo Fisichella und Fernando Alonso für Renault.
  • In den letzten fünf Rennen im Albert Park war Sebastian Vettel der einzige Polesetter, der anschließend auch gewinnen konnte (2011).
  • Am Samstag ist es genau fünf Jahre her, dass Alonso zum ersten Mal im Ferrari gewann. Er konnte sich bisher die meisten Punkte im Albert Park sichern (105), setzt an diesem Wochenende wegen der Nachwirkungen seines Testunfalls aber aus.
  • 2003 gewann David Coulthard den GP, nachdem er von Platz 11 gestartet war. Das ist der schlechteste Startplatz eines späteren Siegers in der Geschichte Melbournes
  • Beim Australien-GP 2014 schafften es beide McLaren-Fahrer aufs Podest, das einzige Mal in den letzten zwei Jahren. Das Team aus Woking ist außerdem das erfolgreichste Team in Australien mit den meisten Pole Positions (10), Podiumsplätzen (26) und Siegen (11), unter den akutellen Fahrern konnte Jenson Button die meisten Siege in Australien einfahren (3).
  • Kein Australischer Fahrer schaffte es in seinem Heimatland jemals auf die Pole Position. Die besten Startplätze sicherten sich Mark Webber (Platz 2: 2010 und 2013) und Daniel Ricciardo (Platz 2: 2014). Zudem gewann kein einziger Australier jemals den Grand Prix seines Heimatlandes

Statistik:

  • Sieger 2014: Nico Rosberg (Mercedes), 1:32:58,710 Stunden
  • Pole-Position 2014: Lewis Hamilton (Mercedes), 1:44,231 Minuten
  • Abu-Dhabi-GP
  • Schnellste Rennrunde 2014: Nico Rosberg (Mercedes), 1:32,478 Minuten
  • Rekordsieger: Michael Schumacher (4 - 2000-2004)

Zeitplan:

Der Formel-1-Kalender 2015 im Überblick

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