Formel 1

7 Tausendstel! Lewis Hamilton auf Pole

Von SPOX
Lewis Hamilton schob sich in letzter Sekunde noch vor Rosberg an die Spitze
© getty

In einem Herzschlagfinale hat sich Lewis Hamilton beim Qualifying in Singapur seine sechste Pole Position in der Saison 2014 gesichert. Den Engländer trennten am Ende nur sieben Tausendstelsekunden von seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg. Auch Weltmeister Sebastian Vettel und sein Dauerrivale Fernando Alonso präsentierten sich stark.

Vettel belegte hinter seinem Red-Bull-Partner Daniel Ricciardo Rang vier und hatte dabei weniger als vier Zehntelsekunden Rückstand auf den Polesetter. "Es ist nicht perfekt gelaufen. In Q2 noch mal rauszufahren und den Reifensatz in die Tonne zu hauen, war nicht ideal", sagte Vettel: "Zum Ende hatte ich dann einen Schuss, der hätte besser sein können. Ich habe zu hart gepusht."

Sein Problem: Fast alle Piloten waren so aus der Box gefahren, dass sie ihren letzten Versuch gleichzeitig starten mussten. Es bildete sich auf der Aufwärmrunde eine Schlange, die Zeit kostete. Trotzdem war das Qualifying gerade für Red Bull ermutigend. Auf der Downforce fordernden Strecke wurde die Konstruktion des RB10 belohnt.

Das Ergebnis des Qualifyings in der Übersicht

"Die anderen haben einen großen Schritt gemacht. Das ist sehr, sehr überraschend", gab sich Hamilton geschockt: "Ich bin genauso überrascht, dass Ferrari auf einer Runde mithalten kann. Das ist großartig." Dabei war Alonso wie Vettel ebenfalls in der Kette gefangen.

"Das ist ein ganz anderer fünfter Platz als sonst, weil wir nur zwei Zehntel von der Pole Position weg waren", jubelte der Spanier, der vor seinem früheren Teamkollegen Felipe Massa blieb. Der Brasilianer stellte den Williams auf Rang sechs, nachdem er im ersten Run des entscheidenden dritten Abschnitts der Qualifikation noch die Bestzeit erzielt hatte. Die Mercedes-Piloten lagen bis dahin nur auf den Plätzen sechs und sieben.

Herzschlagfinale in Q3

Dann purzelten unter dem asiatischen Nachthimmel aber plötzlich die Zeiten. Erst holte Ricciardo in 1:45,854 Minuten die Bestzeit, dann unterbot ihn Rosberg um fast zwei Zehntel, bevor Hamilton Sekunden später mit 1:45,681 Minuten uneinholbar die Führung übernahm. Umgerechnet bedeuten die sieben Zehntel einen Vorsprung von etwa einen halben Meter - bei einer Streckenlänge von über fünf Kilometern.

"Sieben Tausendstel sind gar nichts, aber Lewis hat einen guten Job gemacht", ärgerte sich Rosberg später. Er hatte schon im Auto laut geflucht, als sein Team ihm mitteilte, wie knapp er vom eigenen Teamkollegen geschlagen worden war. Hamilton freute sich dagegen: "Eine sehr aufregende Session. Ich habe mich sogar in der ersten Runde verbremst, aber es ist immer besser geworden und es hat gereicht."

Dabei hätte er eigentlich die erste Startreihe verpassen müssen. Schon vor der ersten Kurve verbremste er sich bei seinem finalen Versuch, vor Turn 5 lag er schon zwei Zehntel zurück. "Ich dachte, es wäre unmöglich, das aufzuholen. Aber auf der Runde davor gab es einige Kurven, wo ich Zeit verloren habe. Die Fehler habe ich vermieden", erklärte der WM-Zweite später.

Sein Teamkollege hatte schon vorher Fehler eingebaut. Zu Beginn des Qualifyings musste Rosberg direkt den Notausgang nehmen, weil er sich verbremste. Mercedes hatte seinen Piloten neue Bremsscheiben verpasst, damit im Rennen am Sonntag keine Probleme auftreten. "Wir hatten das erwartet, aber es hat einige Zeit gedauert, bis ich ins Qualifying reingekommen bin. Die Balance war auch anders, weil die Strecke abgekühlt ist", erklärte Rosberg.

Räikkönen mit Problemen

Für Kimi Räikkönen endete das Qualifikationstraining unterdessen enttäuschend. Er wurde Siebter, konnte aber in Q3 seinen zweiten Run nicht mehr antreten und rollte mit Motorenproblemen an die Box. Eine Verbesserung war so nicht mehr möglich, zudem muss der Finne eine Strafversetzung befürchten. Davon profitieren würden Valtteri Bottas (Williams), Kevin Magnussen (McLaren) und Daniil Kvyat (Toro Rosso), die die Top Ten komplettierten.

Nico Hülkenberg wurde im abtriebsschwachen Force India auf dem 5,065 Kilometer langen Marina Bay Street Circuit 13., während Adrian Sutil nicht über Q1 hinaus kam. Der bayerische Sauber-Pilot und startet am Sonntag nur von Platz 17.

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

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