Formel 1

Mercedes wieder außer Reichweite?

Von SPOX
Lewis Hamilton könnte in Silverstone mit dem Mercedes das deutlich überlegene Auto haben
© getty

Acht der elf Formel-1-Teams haben in Silverstone (alle Sessions im LIVE-TICKER) ihr Heimspiel. Auch wenn sämtliche Ingenieure jede Asphaltpore auf dem Traditionskurs kennen, gibt es beim 50. Jubiläum nur einen Favoriten: Mercedes kommt die Streckencharakteristik beim Großbritannien-GP im Home of British Motor Racing wie keinem anderen Team entgegen.

Streckendaten:

Name: Silverstone Circuit

Ort: Silverstone

Länge: 5,891 Kilometer

Runden: 52

Renndistanz: 306,227 Kilometer

Kurven: 10 Rechtskurven, 8 Linkskurven

Darauf kommt es an:

Rennsport-Nostalgie pur ist in Silverstone garantiert. Hier fand 1950 das erste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft statt, 2014 findet zum 50. Mal ein GP im Home of British Motor Racing statt. Silverstone ist als eine der ältesten Rennstrecken auch gleichzeitig eine der aufregendsten im Rennkalender.

Die Fahrer jubeln geradezu über die zahlreichen schnellen und flüssigen Kurven. Seit ihrem Umbau vor wenigen Jahren ist die Strecke sogar noch anspruchsvoller geworden und es gibt bessere Überholmöglichkeiten. Ein Fall von erfolgreicher Modernisierung einer Strecke, auch wenn dadurch die berühmte Brücke weggefallen ist.

Silverstone ist nach Österreich die zweite Hochgeschwindigkeitsstrecke in Folge, allerdings fordert der Kurs eine ganz andere Abstimmung. Trotz der hohen Durchschnittsgeschwindigkeit wird mit relativ steil angestellten Flügeln gefahren, um in den Kurven optimalen Anpressdruck zu haben. Der ist in Silverstone deutlich wichtiger als Topspeed. Statt reiner Motorenpower ist also die effizienteste Aerodynamik gefordert.

Durch das Reglement der Saison 2014 kleben die Autos allerdings nicht mehr auf der Strecke, weil der Abtrieb der Autos durch den verbotenen Coanda-Auspuff und den fehlenden Beam-Wing extrem gesunken ist. Die zahlreichen schnellen und mittelschnellen Kurven wie die berüchtigte Maggots-Becketts-Chapel-Kombination und die Copse-Kurve am Ende der früheren Start-Ziel-Geraden werden in diesem Jahr wieder wesentlich langsamer durchfahren. Untersteuern ist auch ein absolutes No-Go.

Keiner weiß, wo er steht

Weil die letzten vier Rennen allesamt Stop-and-Go-Kurse waren, weiß aktuell außerdem niemand genau, wie stark die Teams wirklich sind. Silverstone ähnelt dem Kurs vor den Toren von Barcelona, wo Lotus Mitte Mai erstmals aufhorchen ließ. Zudem könnten die Teams Probleme bekommen, die MGU-K zu nutzen, weil nur zwei Kurven wirklich hart angebremst werden.

Für Mercedes bietet das Layout einen großen Vorteil: Weil die Bremsen kaum gefordert werden, dürften die Probleme aus Kanada und Österreich nicht auftreten. Wahrscheinlich gibt es mal wieder einen einsamen Kampf zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Für das mögliche teaminterne Duell werden die DRS-Zonen besonders wichtig. Die erste befindet sich nach Kurve 4 auf der Wellington-Straight, bevor die Piloten durch Brooklands auf den alten Streckenverlauf zurückkehren. Zum zweiten Mal darf der Heckflügel auf der Hangar-Straight nach Turn 14 und somit vor der schnellen Stowe-Kurve geklappt werden.

Reifen: Hard und Medium. Pirelli hat die gleiche Wahl getroffen wie beim Skandal im Vorjahr und damit erneut Respekt vor den schnellen Kurven in Silverstone gezeigt, allerdings sind die Voraussetzungen völlig andere. Die Teams können nicht mehr tricksen, sie haben Vorgaben, wie sie mit den Pneus umgehen müssen.

Trotzdem fordert Silverstone die Reifen enorm. Nicht nur die High-Speed-Kurven und die schnellen Richtungswechsel, auch der raue Asphalt belasten die Slicks immens. "Wir haben unsere beiden härtesten Mischungen im Gepäck. Sie sollten mit den Bedingungen in Silverstone sehr gut zurechtkommen", gab sich Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery zuversichtlich.

Allerdings wies er auf die Tücken des britischen Sommers hin: "Die Witterungsbedingungen sind in Silverstone stets ein Thema, in den vergangenen Jahren reichte das Spektrum von strahlendem Sonnenschein bis zu wolkenbruchartigen Regenfällen. Daher kommt es auch entscheidend auf die Fähigkeit der Teams an, umgehend mit den richtigen strategischen Entscheidungen auf die äußeren Bedingungen zu reagieren. Denn auf die vorher erhobenen Daten kann sich hier niemand verlassen."

OPTA-Fakten zum Rennen:

  • Nur Spa (7004 Meter) ist im aktuellen Formel 1-Kalender länger als die britische Strecke (5891 Meter).
  • Kimi Räikkönens beste Saisonplatzierungen sind Platz 7 in Australien und Spanien - damit fährt er zu diesem Zeitpunkt seine schlechteste Weltmeisterschaft in 12 Jahren im Formel 1-Zirkus.
  • Sebastian Vettel musste 2014 schon 3-mal vorzeitig das Rennen abbrechen - nur 2008 (4-mal) waren es zum gleichen Zeitpunkt mehr Ausfälle in seiner Karriere.
  • Jean-Eric Vergne ist der Fahrer, der in dieser Formel 1-Saison die meisten Rennen vorzeitig abbrechen musste (5-mal).
  • Mit einem Mercedes-Sieg in Silverstone wäre Großbritannien das erfolgreichste Pflaster für das deutsche Team (aktuell 2 Erfolge).

Statistik:

  • Sieger 2013: Nico Rosberg (Mercedes), 1:32:59,456 Stunden
  • Pole-Position 2013: Lewis Hamilton (Mercedes), 1:29,607 Minuten
  • Schnellste Rennrunde 2013: Mark Webber (Red Bull), 1:33,401 Minuten
  • Rundenrekord: Fernando Alonso (Ferrari, 2010): 1:30,874 Minuten
  • Rekordsieger: Jim Clark (1962, 1963, 1964, 1965, 1967) und Alain Prost (1983, 1985, 1989, 1990, 1993) - je 5

Wetter-Prognose:

  • Freitag: bewölkt, 22 Grad, 55 Prozent Regenrisiko
  • Samstag:bewölkt, 19 Grad, 30 Prozent Regenrisiko
  • Sonntag: leicht bewölkt, 18 Grad, 55 Prozent Regenrisiko

Zeitplan:

Stand in der Fahrer- und Kontrukteurs-WM

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung