Formel 1

Wer macht den Petrov?

Fernando Alonso hing 2010 hinter Vitaly Petrov fest und verpasste so seinen dritten WM-Titel
© getty

Der wichtigste Kampf des Jahres steigt ausgerechnet in Abu Dhabi. Ausgerechnet? Ja, denn wenn Nico Rosberg oder Lewis Hamilton sich beim Abu-Dhabi-GP (alle Sessions im LIVE-TICKER) einen Fehler leisten, droht ihnen dasselbe Schicksal wie Fernando Alonso im Kampf um die Formel-1-WM 2010 gegen Sebastian Vettel. Und es gibt einige Parallelen zum ersten Titel des scheidenden Red-Bull-Piloten.

Streckendaten:

Name: Yas Marina Circuit

Ort: Yas Island, Abu Dhabi

Länge: 5,554 Kilometer

Runden: 55

Renndistanz: 305,355 Kilometer

Kurven: 9 Rechtskurven, 12 Linkskurven

Darauf kommt es an:

Wenn man ehrlich ist, geht es um nichts anderes als den Kampf zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Da beide dasselbe Auto fahren, das zudem noch allen anderen weit überlegen ist, braucht die Strecke eigentlich nicht zu interessieren.

Eigentlich. Denn Abu Dhabi hat schon bei Sebastian Vettels erstem Titelgewinn 2010 bewiesen, dass dem Favoriten dank eines falschen Setups noch ein Strich durch die Rechnung gemacht werden kann. Damals verlor Fernando Alonso den Titel, weil er dauerhaft hinter Vitaly Petrov im Renault herfuhr - trotz des deutlich schnelleren Autos hatte er keine Chance zu überholen.

Selbst die Einführung der DRS-Zonen auf den langen Gegengeraden nach Turn 7 und Turn 10 haben nicht viel daran geändert, dass das Überholen in der Wüste schwierig ist. Daran ändert auch Vettels Aufholjagd 2012 nichts. Der Heppenheimer fuhr mit extrem wenig Abtrieb aus der Box los, während die anderen Piloten aufgrund der engen und Bremsen mordenden Kurven die steilsten Flügel drauf hatten.

Wer also überholen will, sollte sich vorher Gedanken machen, ob ein Setup-Kompromiss hilfreich ist. Zumal das Auto im Rennen mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert wird. Schließlich ist Abu Dhabi das neben Bahrain eins von zwei Rennen, das am Tag und bei Nacht ausgetragen wird. Die abkühlenden Temperaturen wirken sich immens auf Balance und Reifenverschleiß aus.

Wetter-Prognose:

Freitag: klar, 24 Grad, 10 Prozent Regenrisiko

Samstag: klar, 23 Grad, 10 Prozent Regenrisiko

Sonntag: klar, 24 Grad, 0 Prozent Regenrisiko

Reifen:

Supersoft und Soft. Pirelli ist eine Stufe weicher gegangen als noch im Vorjahr, um ein bisschen mehr Dramatik zu schaffen. Die Ingenieure sollen zum Nachdenken gezwungen werden. "Die Teams müssen so viele Informationen wie nur möglich darüber erhalten, wie die Autos mit den beiden Mischungen zurechtkommen. Und das nicht nur mit unterschiedlichen Tankfüllungen, sondern auch bei unterschiedlichen Streckentemperaturen", erklärt Motorsportchef Paul Hembery: "Dass bei diesem Rennen die doppelte Punktzahl vergeben wird, bietet jenen Teams, die nicht mehr viel zu verlieren haben, die Chance, mit einer außergewöhnlichen Strategie weit nach vorn zu kommen."

OPTA-Fakten zum Rennen:

  • Sollte Lewis Hamilton das Rennen in Abu Dhabi auf einem der ersten beiden Plätze beenden, wäre er Formel 1-Weltmeister 2014.
  • Die beiden Mercedes Fahrer konnten in den letzten vier Grands Prix jeweils einen Doppelsieg einfahren. In jedem der vier Rennen stand ein anderer Fahrer auf Platz drei (je 2 Mal Red Bull und Williams).
  • In den letzten sechs Jahren änderte das abschließende Saisonrennen nur einmal den Ausgang der Weltmeisterschaft, als Sebastian Vettel (2010) dem vor dem Rennen führenden Fernando Alonso noch den Titel wegschnappte.
  • Nico Rosberg stand in der laufenden Saison bisher zehn Mal auf der Pole Position, genauso viele wie Sebastian Vettel im Jahr 2010.
  • Nur in einem der bisherigen fünf Rennen in Abu Dhabi konnte der Pole-Mann auch das Rennen gewinnen (Vettel im Jahr 2010).
  • Mercedes feierte 2014 die meisten Doppelsiege (11) in einer Saison der Formel-1-Geschichte.
  • Sollte einer der beiden Mercedes-Fahrer zum 18. Mal in dieser Saison auf der Pole Position stehen, würde Mercedes den 2011 von Red Bull aufgestellten Formel 1-Rekord egalisieren.
  • Sollte Mercedes in Abu Dhabi gewinnen, wäre es das Team mit den meisten Siegen in einer Formel 1-Saison (16).
  • Ferrari bräuchte in Abu Dhabi 44 Punkte mehr als Williams um den dritten Platz in der Konstrukteursweltmeisterschaft einzufahren.

Statistik:

Sieger 2013: Sebastian Vettel (Red Bull), 1:38:06,106 Stunden

Pole Position 2013: Mark Webber (Red Bull), 1:39,957 Minuten

Schnellste Rennrunde 2013: Fernando Alonso (Ferrari), 1:43,434 Minuten

Rundenrekord: Sebastian Vettel (Red Bull, 2009), 1:40,279 Minuten

Rekordsieger: Sebastian Vettel (3 - 2009, 2010, 2013)

Zeitplan:

Freitag, 10 Uhr: 1. Training

Freitag, 14 Uhr: 2. Training

Samstag, 11 Uhr: 3. Training

Samstag, 14 Uhr: Qualifying

Sonntag, 14 Uhr: Rennen

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung