Michael Schumacher verliert die Lust am Fahren

Von Alexander Maack
Montag, 29.10.2012 | 18:00 Uhr
Auf seiner Abschiedstournee scheint Michael Schumacher die Lust endgültig vergangen zu sein
© spox
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Auch in der Formel-1-Saison 2012 bewertet SPOX nach jedem Grand Prix die fahrerischen Leistungen der Piloten und stellt ein persönliches Driver-Ranking auf. Teil 17: Der Indien-GP in Neu-Delhi.

Sebastian Vettel fuhr in Indien zu seinem vierten Sieg in Folge. Dennoch reicht es in meiner Bewertung der fahrerischen Leistungen für ihn nicht zur Spitzenposition. Ganz oben thront Fernando Alonso, der endlich wieder aggressiv fährt, anstatt wie ein Beamter konservativ seine Pflicht zu erfüllen. Seit neuestem untermauert er dies auch mit martialischen Statements.

Gar nicht aggressiv ist dagegen Michael Schumacher. Für den Abschied des Rekordweltmeisters gibt es nur ein Wort: traurig. Eine Legende geht. Ohne Chance, ohne Hoffnung und mittlerweile wohl auch ohne Lust.

Die Wertung für den Indien-GP:

Platz 1, Fernando Alonso: Der WM-Zweite fährt wie ausgewechselt. Beim Qualifying hatte er keine Chance gegen Red Bull, nicht mal die McLaren konnte er hinter sich lassen. Im Rennen aber zeigte er seine Stärke. Während Felipe Massa mit gleichem Material keinen Platz gut machen konnte, kassierte Alonso schon auf der Gegengeraden erstmals beide McLaren.

"Wenn das Schwert bricht, kämpfe mit deinen Händen. Wenn sie dir die Hände abschneiden, schubse deinen Gegner mit den Schultern oder nimm sogar die Zähne", twitterte Alonso nach seinem zweiten Platz martialisch. Endlich ist der Kämpfer in Alonso wieder erwacht.

Er setzte seinen Schlachtplan in Neu Delhi konsequent um, überholte beide McLaren wie nach dem Qualifying angekündigt und setzte dann konsequent Mark Webber unter Druck, bis er ihn durch den KERS-Defekt des Red Bull sogar überholen konnte.

Nur im Qualifying hat Alonso dringenden Verbesserungsbedarf, wobei der Unterschied zu Red Bull vor allem im Auto begründet ist. Dass der Vorsprung Alonsos auf den eigenen Teamkollegen am Samstag nur eine Zehntelsekunde statt wie üblich drei betrug, kann auch daran liegen, dass der Ferrari des Spaniers eher aufs Rennen abgestimmt war.

Platz 2, Sebastian Vettel: Der WM-Führende regiert das Feld wie kein anderer Fahrer in dieser Saison. Seinen Teamkollegen hat er im Griff, die Trainings dominiert er und im Rennen kann er die Führung dank der Pole Position nach Belieben verwalten.

Warum der Heppenheimer bei der Bewertung der fahrerischen Leistung nicht ganz vorne steht? Alonso hatte die besseren Szenen im Rennen, wurde von Red-Bull-Teamkollege Webber aufgehalten und hätte andernfalls wohl auch Vettel unter Druck setzen können.

Zudem zeigte Vettel im Qualifying kurz Nerven und verbremste sich auf seiner ersten schnellen Runde. Bei der zweiten konnte er durch die fehlende Back-up-Zeit nicht mehr mit vollem Risiko angreifen.

Vettel verpasste zwar zum zweiten Mal in Folge die schnellste Rennrunde, drehte aber vor dem Boxenstopp auf weichen Reifen auf und steigerte seine Rundenzeiten gegen Ende des Stints. Keinem anderem Fahrer im ganzen Feld gelang dieses Kunststück.

Platz 3, Mark Webber: Der Australier schafft es wie im Rennen auch im Driver-Ranking auf das Podest. Er startete stark, hätte Vettel attackieren können, zog dann aber zugunsten des Teamfriedens zurück und reihte sich auf Platz zwei ein. Nach dem Reifenwechsel verringerte Webber den Abstand auf seinen Teamkollegen und wurde erst nach dem Ausfall seines KER-Systems langsamer.

Dass Webber nicht weiter vorne platziert ist, liegt an seiner schnellen Runde in Q3. Er verbremste sich in der Anfahrt zu Turn 3. Dadurch konnte er die Chance auf die Pole Position, die durch Vettels abgebrochenen ersten Versuch entstanden war, nicht nutzen.

Platz 4, Lewis Hamilton: Das Lenkrad als Wegwerfprodukt. Lewis Hamilton beklagte sich schon in der Einführungsrunde, dass er über Funk fast nichts verstehe. So war es beim Boxenstopp Zeit, das Lenkrad samt der enthaltenen Elektronik auszutauschen.

Der Brite erledigte dies derart souverän, dass er sich dadurch Pluspunkte fürs Driver-Ranking einheimste. Sein McLaren stand noch nicht mal, da montierte Hamilton schon sein Lenkrad ab, reckte es dem Mechaniker entgegen und verließ in der normalen Zeit wieder seinen Standplatz.

Sonst fuhr der Brite auf einem Level mit dem ebenfalls starken Teamkollegen Jenson Button. Zwar verlor Hamilton am Start seinen dritten Startplatz an Button und Alonso, überholte seinen Teamkollegen aber schon in der sechsten Runde wieder.

Platz 5, Nico Hülkenberg: So gut wie zuletzt war der Emmericher wohl vorher nie in Form. Er nutzte wieder das gesamte Potenzial seines Autos, fuhr deutlich schneller als sein Teamkollege Paul di Resta und verbesserte sich vom zwölften Startplatz auf Rang acht.

Besonders das Abwehren der zahlreichen Überholversuche von Romain Grosjean, der mit dem Lotus das wesentlich leistungsfähigere Auto fährt, war beeindruckend.

Platz 6, Bruno Senna: Dass der Brasilianer nicht das Talent seines Onkels Ayrton hat, ist längst bekannt. Auch in Neu Delhi haperte es vor allem wieder im Qualifying. Im Rennen legte Senna aber eine gute Leistung hin, setzte seine Vorderleute konsequent unter Druck und zeigte einige sehenswerte Überholmanöver.

Senna schob sich unter anderem an Nico Rosberg vorbei und düpierte den eigenen Teamkollegen Pastor Maldonado, als er das Überholmanöver von Romain Grosjean brilliant ausnutzte und sich beim Herausbeschleunigen aus Kurve vier am Venezuelaner vorbeischob.

Platz 7, Jenson Button: Der Brite fuhr ähnlich stark wie Hamilton, machte aber zu Beginn einen Fehler, der überhaupt nicht zu ihm passt. Während Button sonst als absoluter Reifenflüsterer verschrien ist, verlangte er den weichen Pirelli-Pneus im Kampf gegen Alonso und seinen Teamkollegen zu viel ab. Blasen bildeten sich am rechten Vorderreifen. Ein Fehler, der Button mindestens einen Platz kostete.

Platz 8, Charles Pic: Marussia in den Top acht! Was in der kommenden Saison nach dem Willen des Teams öfter passieren soll, schafft der französische Teamkollege von Timo Glock schon beim Indien-GP. Warum? Am Start verbesserte er sich vom letzten Startplatz um fünf Positionen und zog in der zweiten Runde auch noch an Pedro de la Rosa vorbei auf Platz 17. Zudem verteidigte sich Pic ohne KERS lange Zeit erfolgreich gegen Witali Petrow im Caterham.

Platz 9, Kimi Räikkönen: Der Finne war wieder schneller als Grosjean. Fast die Hälfte der Renndistanz fuhr er im Heck von Massas Ferrari, doch zu einem Überholmanöver reichte es nicht. Räikkönen ist wohl der konstanteste Fahrer der aktuellen Saison, doch spektakuläre Aktionen sind nicht seine Sache.

Neues aus der Königsklasse: Räikkönen bleibt 2013 bei Lotus

Ein wenig mehr Aggressivität würde zwar das Risiko eines Ausfalls erhöhen, aber auch die Chance auf mehr WM-Punkte steigern. Dass Räikkönen nicht an Massa vorbeizog, ist aber nicht allein seine Schuld: Lotus verpokerte sich beim Set-up. Das Auto war auf der langen Geraden einfach nicht schnell genug.

Platz 10, Nico Rosberg: Mercedes fährt weiterhin außer Konkurrenz. Im Qualifying haben die Silberpfeile regelmäßig die Chance in die Top 10 vorzustoßen. Ohne den Einsatz von Doppel-DRS und dem damit verbundenen Vorteil des F-Schachts konnte Nico Rosberg aber auch in Indien nicht in die Punkte fahren. Nach der Entscheidung im Qualifying keine schnelle Runde zu setzen, entschied sich Mercedes bei freier Reifenwahl dafür, Rosberg mit den soften Pirelli-Slicks ins Rennen zu schicken.

Vielleicht hätte man zuerst die harten bevorzugen sollen, in der Hoffnung, dass Rosberg möglichst lange seine Verfolger hinter sich halten kann, um dann nur einen kurzen Run auf den weichen Reifen hinzulegen. So aber kämpfte Rosberg abermals mit dem viel zu hohen Reifenverschleiß und musste zahlreiche Fahrer passieren lassen. An seiner persönlichen Leistung lag das nicht. Deshalb bekommt er von mir immerhin einen Trostpunkt.

Härtefall 1, Michael Schumacher: An der Startkollision mit Jean-Eric Vergne war der Rekordweltmeister schuldlos. Aber schon im Qualifying verschenkte er einen möglichen Startplatz unter den ersten Zehn. Nach dem Plattfuß am Start brauchte Schumacher fast die Hälfte der Renndistanz, um Narain Karthikeyan im HRT zu überholen.

Seit vier Rennen ist Schumacher damit ohne einen einzigen Punkt. Das gab es in seiner Karriere noch nie. Sein Team ist seit drei Rennen in Folge ohne Punkt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Schumacher in seinen letzten Rennen zum Sonntagsfahrer der Formel 1 wird.

In Indien monierten mehrere Fahrer, dass sie beim Überrunden des Rekordweltmeisters Zeit verloren hätten: Vettel, Hülkenberg und Grosjean. Ob Schumacher aufgrund der nicht vorhandenen Konkurrenzfähigkeit seines Silberpfeilchens die Lust verloren hat?

"Solange ich um vordere Plätze kämpfen kann, gebe ich mein Bestes, mache meinen Job und unterstütze das Team so gut ich kann", erklärte Schumacher nach dem Rennen: "Ich will das Team so gut es geht auf 2013 vorbereiten. Abgesehen davon ist es ein ganz normaler Job für mich." Absolute Motivation hört sich anders an.

Immerhin: Die Untersuchung der Rennkommission, ob der frühere Hürther die blauen Flaggen bei der Überrundung durch Grosjean ignoriert hat, blieb ohne Folge. Schumacher erhält weder eine Ermahnung noch eine Strafe beim nächsten Rennen in Abu Dhabi. Ob es da besser läuft?

Härtefall 2, Felipe Massa: Wozu der Ferrari im Rennen fähig war, bewies Alonso. Wozu Massa nicht fähig ist, bewies er leider an diesem Wochenende wieder. Vertragsverlängerung erfolgt und schon sinkt die Formkurve.

Zweimal drehte er sich im Freien Training am Freitag. Die Boxencrew hatte vergessen, ihn über eine Einstellungsänderung am Frontflügel zu informieren. Trotzdem hätte Massa danach eigentlich einen Gang zurückschalten müssen, als er bemerkte, dass sich das Auto nicht wie gewünscht verhält.

Im Rennen konnte Massa zu keinem Zeitpunkt Rückstand wettmachen. Die Lücke zum Vordermann wurde im Gegenteil konstant größer. Immerhin: Massa konnte sich gegen Räikkönen behaupten. Lediglich die gute Höchstgeschwindigkeit des Ferrari rettete den Brasilianer davor, nach hinten durchgereicht zu werden.

Die Punkte für das Neu-Delhi-Wochenende:

Der Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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