Dienstag, 11.05.2010

Spanien-GP: Driver-Ranking

Schumi zieht an Vettel vorbei

Beim Spanien-GP in Barcelona hat es zum ersten Mal in dieser Saison im Driver-Ranking kein Deutscher aufs Podium geschafft. Dafür sicherte sich Michael Schumacher erstmals den Status als bester Deutscher. Sieger Mark Webber war unantastbar.

Michael Schumacher hat nach fünf Saisonrennen 22 WM-Punkte auf dem Konto
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Michael Schumacher hat nach fünf Saisonrennen 22 WM-Punkte auf dem Konto

Nach einer Menge Chaos in Übersee sind beim Spanien-GP dank Trockenheit wieder mal geordnete Verhältnisse eingekehrt. Das Rennen war dadurch zwar nicht so turbulent wie die vorherigen, es hatte aber trotzdem seine Helden und reizvollen Momente.

Meine Wertung für den Spanien-GP:

Platz 1, Mark Webber: Da geht kein Weg dran vorbei. Wer Sebastian Vettel das ganze Wochenende so klar beherrscht, der muss das Ranking gewinnen. Egal, was Vettel im Qualifying vorgelegt hat, Webber war immer gut eine Zehntelsekunde schneller. Im Rennen hat er seinen Red-Bull-Kollegen dann vollends dominiert. Im bisherigen Saisonverlauf war ich von Webber etwas enttäuscht und dachte, er hätte den Kampf gegen Vettel endgültig verloren. In Barcelona hat er meine Überzeugung ins Wanken gebracht. Aber abwarten, Webber hat immer mal wieder ein Sahne-Wochenende dabei. Jetzt muss er Konstanz zeigen, wenn er um den WM-Titel fahren will. Das Auto dafür hat er nach der Red-Bull-Demonstration in Barcelona offensichtlich.

 

Platz 2, Lewis Hamilton: Diesmal war Hamilton nicht der große Überholer. Dafür hat er aus dem McLaren das ganze Rennen über die letzte Hundertstelsekunde gepresst. Beeindruckend, wie er das Tempo der Red Bull über weite Strecken mitgehen konnte. Sein Duell mit Vettel an der Boxenausfahrt war eng, aber absolut in Ordnung. Pech, dass am Ende das Rad kaputt gegangen ist. Das hatte aber nichts mit seiner angeblich zu harten Fahrweise zu tun. Die Felge hat nicht mehr mitgemacht.

Platz 3, Fernando Alonso: Fast so gut wie Hamilton, wenn es darum ging, im Rennen an den im Qualifying noch so überlegenen Red Bull dranzubleiben. Alonso hätte Hamilton und Vettel bei normalem Rennverlauf nicht schlagen können, das ist klar. Aber er ist im Ferrari konstant am oberen Limit gefahren und hat seinen Teamkollegen Felipe Massa mal wieder gehörig gebügelt. Für diese Leistung beim Heimspiel wurde er am Ende mit viel Glück und einem geerbten Podestplatz belohnt.

Spanien-GP, Highlights, Michael Schumacher, Jenson Button

Platz 4, Michael Schumacher: Es geht doch noch! Neue Airbox, längerer Radstand - und schon kann Schumi wieder vorne mitfahren. Leider noch nicht ganz vorne, denn dafür ist der Mercedes nach wie vor zu langsam. Aber fahrerisch war das wieder ungefähr der Schumacher, der 2006 die Königsklasse verlassen hat. Teamkollege Nico Rosberg hatte er klar im Griff. Dazu hat er mit seinem Duell gegen den amtierenden Champion Jenson Button für die größte Unterhaltung im Rennen gesorgt. Das Überholmanöver nach Buttons Boxenstopp war schon sehr mutig und konsequent. Noch besser waren aber danach seine Abwehraktionen gegen den attackierenden Button. Der war auf der Geraden immerhin bis zu zehn km/h schneller, kam aber trotzdem nicht vorbei.

Platz 5, Sebastian Vettel: Zum ersten Mal in dieser Saison hat er etwas enttäuscht. Er konnte zu keinem Zeitpunkt seinem Teamkollegen Webber das Wasser reichen. Vor allem im dritten Streckensektor war er regelmäßig deutlich langsamer als der Australier. Irgendwas hat der in der letzten Schikane anders gemacht, denn er nahm Vettel dort bis zu einer halben Sekunde ab. Ärgerlich, dass Vettel erneut die Überlegenheit seines Autos nicht in WM-Punkte ummünzen konnte. Zweiter hätte er mindestens werden müssen, das haben aber auch ein zu langsamer Boxenstopp und erneute Bremsprobleme verhindert.

Platz 6, Robert Kubica: Unauffällig wie immer. Bärenstark wie immer. Seit mittlerweile fünf Rennen quetscht er das Allerletzte aus dem Renault heraus. Besonders beeindruckend war sein Qualifying, in dem er fast beide Mercedes geschlagen hätte. Im Rennen hat ihn ein mäßiger Start ein besseres Ergebnis gekostet. Danach konnte er nur noch hinter Adrian Sutil herfahren. Überholen war mit dem Renault nicht drin. Trotzdem, Kubicas außergewöhnliche Saisonleistung kann man gar nicht oft genug loben.

Platz 7, Adrian Sutil: Zum ersten Mal hat er es im Qualifying nicht in die Top Ten geschafft, dafür ist es im Rennen dank eines sehr guten Starts umso besser gelaufen. So herum wird es ihm lieber sein als noch in China, als er nach gutem Zeittraining nicht in die Punkte kam. Frappierend war diesmal der Abstand zu Teamkollege Vitantonio Liuzzi. Das zeigt, dass Sutil auch dann gut unterwegs ist, wenn der Force India mal nicht perfekt auf eine Strecke abgestimmt ist. Liuzzi schafft das nicht.

Platz 8, Jenson Button: Nach zwei Siegen in vier Rennen ist Button diesmal von Teamkollege Hamilton vorgeführt worden. Button hatte nie eine Chance. Dazu war er etwas schlafmützig, als er sich nach seinem Boxenstopp von Schumacher überrumpeln ließ. Hamilton hat das in einer ähnlichen Situation gegen Vettel viel cleverer gemacht. Danach hatte Button den Salat. Normalerweise kann er gut überholen, aber an Schumi hat er sich die Zähne ausgebissen.

Spanien-GP, Gridgirls: Heiße Grüße aus Barcelona
Die Gridgirls des Spanien-GP auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona
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Platz 9, Felipe Massa: Platz sechs im Rennen hört sich besser an als Massa das ganze Wochenende über war. Sein Rückstand auf Alonso ist Besorgnis erregend. Der Brasilianer macht gegen seinen neuen Teamkollegen überhaupt keinen Stich mehr. Das sieht nach klarer Nummer zwei bei Ferrari aus.

Platz 10, Rubens Barrichello: Ganz schwaches Qualifying, aber umso tollere Aufholjagd im Rennen. Von Startplatz 17 auf Rang neun nach vorne zu fahren, ist gerade in Barcelona eine tolle Leistung. Der Williams ist lange nicht so konkurrenzfähig wie im vergangenen Jahr, Barrichello macht dank seiner Erfahrung trotzdem das Beste daraus.

Härtefall, Nico Rosberg: Was war denn da los? So gut Schumacher mit dem modifizierten Mercedes zurechtgekommen ist, so schlecht konnte sich Rosberg auf das Auto einstellen. Er hat die Abstimmung überhaupt nicht hinbekommen, klagte über krasses Untersteuern. Genau das soll der längere Radstand aber eigentlich verhindern. Rätselhafte Probleme, die Rosberg hoffentlich schnell wieder in den Griff bekommt. Denn Schumachers Renaissance soll aus deutscher Sicht schließlich nicht auf Kosten von Rosberg vonstatten gehen.

Meine Punkte für das Barcelona-Wochenende:

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Alexander Mey

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