Formel 1

Formel 1 - Ungarn-GP: Lewis Hamilton siegt vor Max Verstappen - Vettel und Ferrari im Niemandsland

Sebastian Vettel war nach dem Ungarn-GP alles andere als zufrieden.

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Ungarn gewonnen. Der Formel-1-Weltmeister setzte sich vor Red-Bull-Fahrer Max Verstappen (2.) und Sebastian Vettel im Ferrari (3.) durch.

"Ich bin müde, aber das muss wohl so sein", flachste Hamilton nach der Zieleinfahrt und bedankte sich bei seinem Team für eine perfekte Strategie.

Diese war beim letzten Rennen vor der Sommerpause auch nötig, denn im Gegensatz zum turbulenten Rennen in Hockenheim vor einer Woche gab es diesmal weniger Möglichkeiten auf der Strecke. Lange Zeit fand somit die auf dem engen Hungaroring typische Prozessionsfahrt statt. Erst nach den Boxenstopps nahm das Geschehen an Fahrt auf.

Das lag allerdings weniger an Ferrari, das sich vor den Toren Budapests im Niemandsland befand und in Sachen Sieg nichts mitzureden hatte - über eine Minute Rückstand bei Zieleinfahrt belegen dies. Somit musste Vettel sich mit einem Podestplatz begnügen, den er sich dank eines späten Überholmanövers gegen Charles Leclerc verdiente. Der Monegasse wurde somit Vierter.

"Wir haben heute auf die Mütze bekommen. Die Pace der anderen konnten wir das gesamte Wochenende nicht mithalten, da liegt viel Arbeit vor uns", resümierte Vettel frustriert, machte den Tifosi aber Hoffnung: "Es wird Strecken geben, die uns besser liegen, aber wir müssen stärker werden."

Für mehr Aufregung als Ferrari sorgten da schon Verstappen und Hamilton. Während Verstappen den Mercedes-Mann im ersten Stint einigermaßen im Griff hatte, änderte sich das Bild in der Folge. Hamilton gelang es innerhalb weniger Runden, eine Lücke von fast fünf Sekunden zu schließen und sich so im Getriebe des Spitzenreiters festzusetzen.

Allerdings: Ob der kurvigen Strecke reichte es zunächst nur zu einem einzigen Angriff von Hamilton - und der scheiterte. Weil der Engländer anschließend nicht mehr an Verstappen herankam, entschied er sich für eine alternative Strategie und bog überraschend zu einem zweiten Stopp ab.

Red Bull gibt zu: "Wir haben uns verkalkuliert"

Nun fuhr Hamilton eine schnellste Runde nach der anderen, so dass er drei Umläufe vor Schluss eine Attacke gegen den wehrlosen Verstappen setzen konnte. "Wir haben uns verkalkuliert", gab Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko mit Blick auf die Strategie bei Sky zu: "Dass der Reifen am Ende so einbricht, hätten wir nicht gedacht. Das war eine Fehleinschätzung." Verstappen selbst wirkte trotz des knapp verpassten Triumphs nicht sonderlich enttäuscht. Er sprach von einem "guten Rennen", bei dem man realistisch bleiben müsse: "Mercedes ist einfach schneller."

So groß die Freude also auf der einen Seite der Mercedes-Garage war, so groß dürfte auch die Enttäuschung bei seinem Teamkollegen Valtteri Bottas gewesen sein. Dieser fiel nach einer Kollision in der Startunde weit zurück und konnte sich davon nie wirklich erholen. Er beendete das Rennen als Achter.

Die restlichen Punkteplätze belegten Carlos Sainz Junior (5./McLaren), Pierre Gasly (6./Red Bull), Kimi Räikkönen (7./Alfa Romeo), Lando Norris (9./McLaren) und Alexander Albon (10./Toro Rosso). Nico Hülkenberg wurde im Renault lediglich Zwölfter.

In der Fahrer-WM bleibt Hamilton ungefährdet an der Spitze. Hinter ihm folgt weiterhin Bottas, dann Verstappen. Vettel ist Vierter im Klassement.

Formel 1 - Fahrer-Weltmeisterschaft:

PlatzFahrerTeamPunkte
1Lewis HamiltonMercedes250
2Valtteri BottasMercedes188
3Max VerstappenRed Bull181
4Sebastian VettelFerrari156
5Charles LeclercFerrari132

Ungarn-GP: Der Start

Im Vergleich zu den vergangenen Starts fuhr Verstappen diesmal ohne Probleme los. Dahinter kam Bottas bei der Anfahrt auf Turn 1 zwischen Verstappen auf der Innenbahn und Hamilton außen in Bredouille. Er verbremste sich zweimal und verlor so seine Position an Hamilton. Leclerc nutzte den Mercedes-Zweikampf aus und huschte ebenfalls durch. Vettel konnte hingegen nicht profitieren und blieb zunächst Fünfter.

Im Mittelfeld machte Hülkenberg derweil einen Platz gut. Eng wurde es zudem bei, der in Kurve eins von einem Williams und einem Racing Point eingequetscht wurde. Nur durch eine starke Bremsung vermied er einen Dreifach-Crash.

Reifenstrategie beim Ungarn-GP:

Als Leclerc nach dem Start an Bottas vorbeizog, kam es zu einer leichten Berührung, die den Frontflügel des Finnen beschädigte. Sein Zeitverlust belief sich auf rund zwei Sekunden pro Runde, so dass er bereits nach sechs Umläufen zum Stopp gezwungen war. Er fuhr auf Hard weiter.

Den eigentlichen Boxenstopp-Reigen eröffnete Verstappen an der Spitze. Er kam nach 25 Runden zu seinen Mechanikern und bekam die harte Mischung aufgeschnallt. Hamilton, zu diesem Zeitpunkt direkt dahinter, reagierte erst einmal nicht und wollte am Rennende frischere Reifen haben. Also zögerte er seinen Stopp bis zur 32. Runde hinaus.

Aufgrund des Rennverlaufs entschied sich Mercedes später aber für Plan B und rief Hamilton ein zweites Mal herein. Für die letzten 21 Umläufe fuhr der Brite auf Mediums.

Derweil splittete Ferrari seine Strategie. Während Leclerc ordnungsgemäß nach 27 in die Boxenstraße abbog, wechselte Vettel erst nach 40 Runden seine Gummis. Anders als die Konkurrenz fuhr er anschließend auf der weichsten Mischung weiter. Der Schlussspurt half, Leclerc am Ende noch zu überholen.

Highlight des Rennens: Max Verstappen vs. Lewis Hamilton

Hamiltons Angriff deutete sich über mehrere Runden an, in der 39. war es dann soweit: Hamilton attackierte zunächst am Ende der Start-Ziel-Graden, dann in den Folgekurven noch mal. Verstappen verteidigte sich jedoch stark, so dass es Hamilton im schnellsten Knick der Strecke versuchen und letztlich in die Auslaufzone ausweichen musste. Erst im zweiten Anlauf kurz vor Schluss war Hamilton schließlich erfolgreich. Auch stark: Das über fast einen Sektor andauernde Rad-an-Rad-Duell zwischen Kvyat und Albon.

Top des Rennens: George Russell

Neben Verstappen und Hamilton glänzte vor allem der Rookie. Nach einer Runde überraschend auf Rang 14 unterwegs, hielt Russell über die gesamte Renndauer hinweg Stroll, Giovinazzi und Kubica hinter sich. Mehr ist im Williams nicht drin.

Flop des Rennens: Valtteri Bottas

Die Startphase vermasselt, sich einen kaputten Frontflügel abgeholt und im Laufe des gesamten Rennens immer wieder mit einem blockierenden Vorderrad zu kämpfen gehabt - der Auftritt von Bottas war alles andere als optimal und wird die Mercedes-Chefs weiter an seiner Zukunft im Team zweifeln lassen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung