Formel 1

Österreich-GP - Max Verstappens Manöver spaltet die Formel 1: "Fahren hier nicht um den Kindergarten-Cup"

Max Verstappen hat den Großen Preis von Österreich gewonnen.

Bis klar war, dass Max Verstappen seinen Sieg beim Großen Preis von Österreich behalten darf, vergingen Stunden. In der Zwischenzeit tagten die Rennkommissare wegen eines hart geführten Zweikampfs zwischen dem Red-Bull-Piloten und Charles Leclerc. Das Thema spaltete am Sonntag die Formel 1.

Was war geschehen? Verstappen überholte den bis dahin führenden Leclerc in der 69. Runde, ließ sich in der entsprechenden Kurve aber so weit heraustragen, dass es zu einer Berührung zwischen beiden Fahrern kam. Leclerc, außen fahrend, musste in die Auslaufzone ausweichen.

Das Manöver war hart, letztlich aber legal. Verstappen hatte den Vorteil der Innenlinie auf seiner Seite, Leclerc wollte nicht nachgeben - Unentschieden. Entsprechend konnten die Stewards keinem der beiden Fahrer eine eindeutige Schuld am Zwischenfall nachweisen.

Bis das Urteil aber um 19.46 Uhr, also mehr als drei Stunden nach Rennende, bekanntgegeben wurde, debattierte die Formel 1 über die Situation. "Das war hartes Racing. Wenn so etwas nicht erlaubt ist, wozu fahren wir dann in der Formel 1?", fragte sich Verstappen noch vor der Siegerehrung.

Teamchef Christian Horner stimmte ihm erwartungsgemäß zu: "Max sticht innen rein, es ist sauber, er ist direkt daneben. Leclerc lenkt aggressiv ein, aber was soll Max da machen? Das ist die Formel 1. Es ist hartes Racing zwischen zwei Jungs der Zukunft. Wenn sie Max diesen Sieg hier wegnehmen, dann stehlen sie der Formel 1 etwas."

Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko, bekannt für klare Aussagen, wollte über eine mögliche Strafe seines Schützlings gar nicht diskutieren. Dafür solle man besser "zu einem Meeting für Verkehrssicherheit" gehen.

Strafen-Diskussionen überschatten Formel-1-Rennen

Die vielen Strafen in den letzten Rennen haben zu einem neuerlichen Streitpunkt in der Königsklasse geführt, über den seit Wochen diskutiert wird: Was ist erlaubt? Was zu hart? Was ist regelkonform? Was nicht?

Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die Strafe gegen Sebastian Vettel beim Großen Preis von Kanada, die ihm den Sieg gegen Lewis Hamilton kostete. Der Ferrari-Pilot kehrte damals laut Kommissaren nach einem Ausritt "unsicher" auf die Strecke zurück.

Vettel wollte sich zum Zwischenfall in Spielberg nach dem Rennen nicht auf eine Seite stellen. Grundsätzlich prangerte er aber an: "Ich bin kein Freund davon, dass Leute auf einem Bürostuhl diese Entscheidungen fällen müssen. Am besten kann man es aus dem Auto einschätzen. Das ist Racing und wir fahren nicht um den Kindergarten-Cup. Wir sind erwachsene Menschen und wissen, was wir tun. Man sollte uns in Ruhe lassen."

Leclerc beklagt Verstappens Manöver

Teamkollege Leclerc, der am Sonntag als Zweiter über die Ziellinie fuhr, war nach dem verpassten Sieg sichtlich angefressen. "Ich bin sauer", sagte er und gab Verstappen die Schuld an der Berührung: "Er hat mir in dieser Runde keine Wagenbreite Platz gelassen. Wir haben uns berührt und ich bin von der Strecke gerutscht. Dadurch hatte ich keine Chance mehr, einen Konter zu setzen."

Auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto wies darauf hin, dass sein Fahrer von der Strecke gedrängt worden sei: "Die Regeln sind klar. Es geht darum, dass eine Kollision verursacht wurde." Trotz des für ihn nicht zufriedenstellenden Urteils kündigte Binotto aber an, keinen Protest einlegen zu wollen.

Die Diskussionen um das Regelwerk werden auch nach dem Urteilsspruch weiter gehen. Fakt ist nur: Verstappen feierte seinen ersten Triumph seit dem Mexiko-GP 2018 und ist der erste Sieger in dieser Saison, der nicht in einem Mercedes-Auto saß. Und Leclerc? Der muss weiter auf seinen ersten Sieg in der Formel 1 warten.

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