Formel 1

Formel 1 - Frankreich-GP: Lewis Hamilton dominiert - Sebastian Vettel verpasst große Aufholjagd

Sebastian Vettel wurde beim Frankreich-GP lediglich Fünfter.

Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Frankreich einen Start-Ziel-Sieg eingefahren. Bei seinem sechsten Triumph in dieser Formel-1-Saison setzte sich der Mercedes-Pilot deutlich vor Teamkollege Valtteri Bottas und Charles Leclerc im Ferrari durch. Sebastian Vettel wurde lediglich Fünfter.

"Das Rennen war okay, mehr war nicht drin. Die schlechte Nachricht ist, dass wir im Vergleich zu Mercedes keinen Schritt nach vorne machen konnten. Das ist nicht unser Anspruch", sagte Vettel und fügte genervt an: "Es ist nicht so, als würden wir es nicht versuchen. Da nehme ich mein Team in Schutz und höre mir auch gerne jeden Spruch an."

Der Heppenheimer war nach seinem verkorksten Qualifying im Kampf um die Podestplätze chancenlos und durfte nur zu Beginn hoffen, wenigstens auf Platz vier zu fahren.

Nach einigen Runden hatte Vettel nämlich die beiden McLaren von Carlos Sainz Junior und Lando Norris überholt und machte Jagd auf Max Verstappen. Nach seinem Boxenstopp verlor er aber den Anschluss auf den Red-Bull-Piloten, der schließlich Vierter wurde.

Derweil dominierte Hamilton bei seinem vierten Sieg in Folge das Geschehen nach Belieben. In einem ereignislosen Rennen gab er seine Führung zu keinem Zeitpunkt ab, auch Bottas gelang es nie, seinen Stallgefährten unter Druck zu setzen. Am Ende trennten die beiden Silberpfeil-Piloten rund 18 Sekunden.

"Es war ein wirklich gutes Wochenende", freute sich der amtierende Weltmeister: "Ich fahre nun schon so lange Rennen und es wird einfach nicht alt. Es ist immer eine Herausforderung, das Auto ans Limit zu bringen. Wir schaffen hier gemeinsam Geschichte, das macht schon stolz."

Mercedes hat nun alle acht Saisonrennen gewonnen. Dass die Spannung darunter leidet, weiß auch Motorsportchef Toto Wolff. Im ORF sagte er entschuldigend: "Es tut mir leid. Auch wir wollen spannende Rennen."

Hinter Vettel komplettierten Sainz Jr. (6.), Kimi Räikkönen (7./Alfa Romeo), Nico Hülkenberg (8./Renault), Lando Norris (9./McLaren) und Pierre Gasly (10./Red Bull) die Punkteränge. Daniel Ricciardo beendete das Rennen zwar als Siebter, wurde aber wegen zwei illegaler Überholmanöver in der letzten Runde - er hatte im Duell mit Norris und Räikkönen jeweils die Strecke verlassen - mit zwei 5-Sekunden-Strafen auf Rang elf zurückgestuft.

Die schnellste Rennrunde und damit einen Extra-Zähler holte sich Vettel mit frischen Reifen am Rennende. In der WM-Wertung baute Hamilton seine Führung aus und hat nun 187 Punkte auf dem Konto. Es folgen Bottas (151) und Vettel (111). Verstappen kommt auf 100 Zähler, Leclerc auf 87.

Frankreich-GP: Der Start

Vorne gab es keine Verschiebungen, weil Hamilton seine Pole Position ohne Probleme vor Bottas und Leclerc behauptete. Derweil blieb Vettel anders als von ihm erhofft hinter den McLaren.

Die beiden orangefarbenen Autos kamen ohnehin gut weg, wobei Sainz Teamkollege Norris überholte. Fast hätte sich das Duo zudem Verstappen geschnappt, der sich aber wehren konnte und fast noch Leclerc aufgeschnupft hätte.

Im Mittelfeld gewann Hülkenberg eine Position. Ricciardo kam gut weg und war für wenige Meter sogar vor Vettel, wurde dann aber eingeengt und fiel um mehrere Plätze zurück.

Strategie beim Frankreich-GP:

Trotz der hohen Temperaturen war es ein klassisches Ein-Stopp-Rennen. Die Spitzengruppe startete ihren Boxenstopp-Reigen nach 20 Runden mit Max Verstappen, der wie seine Konkurrenten von den roten Startreifen auf Hart wechselte.

Am längsten zögerte vorne Vettel seinen Stopp hinaus, um am Rennende einen vermeintlichen Vorteil gegenüber Verstappen zu haben. Der Plan ging nicht auf.

Eine andere Strategie wählten einige Fahrer im Mittelfeld, die auf den harten Gummis gestartet waren. Hülkenberg beispielsweise kam erst nach 34 Runden an die Box und fuhr auf Mediums weiter. Mit dieser Taktik versuchte Renault, den Emmericher an Räikkönen vorbeizuquetschen - ohne Erfolg.

Highlight des Rennens: Überholmanöver im Mittelfeld

Zugegeben, der diesjährige Frankreich-GP geht nicht als Highlight-Motor in die Geschichtsbücher ein. Vorne waren die Positionen klar verteilt, sodass einzig im Mittelfeld ein paar Überholmanöver für Unterhaltung sorgten. Besonders sehenswert war der Vierkampf in der letzten Runde zwischen Ricciardo, Norris, Räikkönen und Hülkenberg.

Top des Rennens: Lewis Hamilton

Während der Sieg in Kanada höchst umstritten war, zeigte Mercedes - und vor allem Hamilton - in Le Castellet die alte Stärke. Vom Start weg gab es über die 53 Runden hinweg keinen Zweifel, wer hier gewinnen würde. Hamilton fuhr eine schnellste Runde nach der nächsten und hatte auch Bottas gänzlich im Griff.

Flop des Rennens: Pierre Gasly

Während Verstappen zwar das Podium verpasste, aber immerhin einen Ferrari hinter sich ließ, dümpelte Gasly durchs Mittelfeld - ein übliches, aber für Red Bull wenig zufriedenstellendes Bild. Der frühe Boxenstopp half dem Lokalmatadoren ebenfalls nicht, selbst die Punkteränge verpasste er. Ebenfalls schwach: Valtteri Bottas.

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