Formel 1

Aserbaidschan-GP: Lewis Hamilton gewinnt chaotisches Rennen in Baku - Vettel nur Vierter

Lewis Hamilton übernahm die WM-Führung in der Formel 1.
© getty

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Aserbaidschan gewonnen und damit erstmals in der Formel-1-Saison 2018 die WM-Führung übernommen. Der Mercedes-Pilot profitierte von einem kuriosen Rennverlauf und setzte sich vor Kimi Räikkönen im Ferrari (2.) und Force-India-Fahrer Sergio Perez (3.) durch. Sebastian Vettel verpasste das Podest als Vierter.

In einer chaotischen Startphase inklusive Safety Car behielt Polesitter Vettel auch nach dem Restart die Führung. Dort blieb der Heppenheimer bis zu seinem Boxenstopp.

Nachdem die beiden Red Bull von Max Verstappen und Daniel Ricciardo in der 40. Runde kollidierten und das Safety Car ein weiteres Mal auf die Strecke kam, absolvierte Bottas, der zu diesem Zeitpunkt noch auf seinen Startreifen unterwegs war und daher die Spitze inne hatte, seinen Pflichtstopp.

Weil auch die Fahrer dahinter ihre Pneus ein weiteres Mal wechselten, blieb Bottas in Front. Beim Restart scheiterte Vettel schließlich mit seinem Überholversuch und fiel nach einem Verbremser auf den vierten Rang zurück. Nur wenig später ereilte Bottas ein Reifenplatzer, sodass plötzlich Hamilton die Führung übernahm und diese bis zur karierten Flagge behielt. Bottas stellte seinen Silberpfeil wenige Meter später ab.

Hinter Vettel kam Carlos Sainz Junior (5./Renault) ins Ziel, dahinter folgten Charles Leclerc (6./Sauber) und Fernando Alonso (7./McLaren). Die Top 10 komplettierten Lance Stroll (8./Williams), Stoffel Vandoorne (9./McLaren) und Brendon Hartley (10./Toro Rosso). Renault-Pilot Nico Hülkenberg schied nach einem Fahrfehler aus.

In der WM-Wertung führt nun Hamilton mit 70 Punkten vor Vettel, der auf 66 Zähler kommt. Dahinter folgen Räikkönen (48 Punkte), Bottas (40 Punkte) und Ricciardo (37 Punkte).

Aserbaidschan-GP: Der Start

Vettel gewann den Start vor Hamilton, auch im Verfolgerfeld gab es auf den ersten Metern keine Verschiebungen. In Kurve zwei nahm das Chaos dann aber seinen Lauf: Erst berührten sich die beiden Williams und Perez, wenig später Hülkenberg, Sirotkin und Alonso. Auch Räikkönen und Ocon kollidierten. Durch die zahlreichen Unfälle kam das Safety Car auf die Strecke und neutralisierte das Geschehen.

Strategie beim Aserbaischan-GP:

Hamilton steuerte nach einem massiven Verbremser in Runde 22 die Box an und wechselte von Supersoft auf Soft. Der Undercut gegenüber Vettel (Boxenstopp in Runde 30) war aber nicht erfolgreich, weil dieser schon einen zu großen Vorsprung hatte.

Einen anderen Weg schlug Mercedes bei Bottas ein. Der Finne übernahm nach Vettels Stopp die Führung und kam erst im 40. Umlauf zum Reifenwechsel, als das Safety Car zum zweiten Mal ins Rennen geschickt wurde.

Weil auch Vettel, Hamilton und Co. die Chance zum Boxenstopp nutzten, um den Schlussstint mit Ultras zu fahren, blieb der Finne zunächst vorne.

Highlight des Rennens: Red-Bull-Zweikampf

Über mehrere Runden bekämpften sich Max Verstappen und Daniel Ricciardo in einem echten Rad-an-Rad-Duell. Der junge Niederländer attackierte seinen Teamkollegen immer wieder, bis er schließlich (inklusive Berührung) vorbei war. Später im Rennen probierte es Ricciardo dann in einem ähnlich engen Manöver mit der Revanche. Das Ergebnis: Crash und Doppel-Ausfall.

Mann des Rennens: Charles Leclerc

Schon früh schob sich der Monegasse auf Rang sieben vor, hielt sogar Räikkönen im Ferrari lange hinter sich. Hielt sich auch im weiteren Rennverlauf dauerhaft in den Top 10. Ein starker Auftritt des Rookies, der hier seine ersten Punkte in der Königsklasse holte.

Flop des Rennens: Marcus Ericsson

Während Teamkollege Leclerc zeitweise auf Rang sieben fuhr, hing der Schwede ständig zurück. Fing sich zu Rennbeginn eine 10-Sekunden-Strafe ein und verbremste sich zu allem Übel auch noch so schwer, dass er einen der Notausgänge des Baku City Circuit benutzen musste.

Reaktionen nach dem Aserbaidschan-GP:

Lewis Hamilton (Mercedes): "Valtteri hat außerordentlich gute Arbeit geleistet. Er hätte den Sieg wirklich verdient gehabt. Auch Sebastian war stark. Es fühlt sich ein bisschen seltsam an, das Rennen gewonnen zu haben, aber ich nehme den Sieg natürlich gerne mit."

Kimi Räikkönen (Ferrari) über seine Kollision mit Ocon: "Ich war auf der Innenseite. Wahrscheinlich hat er mich nicht gesehen. Ziemlich knifflig. Er lenkte einfach ein und ich war da."

Sergio Perez (Force India): "Die letzten zwei Runden mit Sebastian im Heck und auf kalten Reifen waren unheimlich schwierig. Ich musste sicherstellen, dass er nicht nahe genug herankommen würde. Und jetzt bin ich einfach nur sprachlos."

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