Formel 1

Die Suche nach dem neuen Champion

SID
Nico Rosberg hat überraschend seinen Rücktritt verkündet

Mercedes ist wie aus dem Nichts zur Suche nach einem Ersatz für den zurückgetretenen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg gezwungen. Die kommenden Wochen werden hektisch.

Niki Lauda hatte sich eine besinnlichere Adventszeit vorgestellt. Doch Glühwein und den Geschenke-Einkauf für seine fünf Kinder muss der dreimalige Weltmeister sich vorerst aus dem Kopf schlagen.

Es werden hektische Wochen - noch vor Heiligabend will Lauda mit dem Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff einen fähigen Nachfolger für Weltmeister Nico Rosberg präsentieren.

Reaktionen zu Rosberg: "Wird seltsam und traurig sein"

Der Rücktritt des Champions hat selbst Lauda, der "sonst immer alle Optionen durchdenkt", völlig auf dem falschen Fuß erwischt. "Nicos Lücke zu schließen, ist unmöglich. Eine Katastrophe ist das aber nicht. Wir werden nun einen Neubeginn mit einem neuen Fahrer starten", sagte er bei Sky Sport News HD: "Wer es wird, müssen wir vor Weihnachten entscheiden."

Wehrlein wäre die logische Wahl

Kursierende Namen wollte der Aufsichtsratsvorsitzende des Rennstalls noch nicht kommentieren. Es gebe "keinen Plan B" - doch es gibt einige Optionen. Pascal Wehrlein, 22, ein Mercedes-Zögling von Jugendtagen an und zuletzt bei Manor, hat noch kein Cockpit für die kommende Saison. Er wäre die logische Wahl: Jung, talentiert, dem schwierigen Lewis Hamilton dennoch (zunächst) klar untergeordnet.

Wehrlein wurde zuletzt im Kampf um ein Force-India-Cockpit für 2017 von seinem französischen Manor-Kollegen Esteban Ocon (Frankreich) ausgestochen. Das könnte sich nachträglich als Glücksfall erweisen. Andererseits wäre der noch mal zwei Jahre jüngere Ocon auch bei Mercedes denkbar, sofern eine Lösung mit Force India gefunden wird.

Wehrlein zeigte sich zuletzt optimistisch. Er sei in Sachen Arbeitgebersuche "ziemlich entspannt", sagte er vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi. Da sah es noch danach aus, als seien nur Plätze bei Manor (2) und Sauber (1) vakant. Nun könnte Rosbergs Rücktritt das gesamte System in Schwung bringen.

"Unerwartet, aber auch aufregend"

Zuletzt hatte Alain Prost (Frankreich) 1993 als Weltmeister abgedankt - die Situation ist ungewohnt. "Für das Team ist es unerwartet, aber auch aufregend", sagte Toto Wolff. "Wir stehen vor der Herausforderung, dass vor uns nun die neuen technischen Regularien liegen und wir vor der Saison ein freies Cockpit haben."

Mercedes werde sich "die notwendige Zeit nehmen und alle Varianten prüfen, um den richtigen Weg für die Zukunft einzuschlagen".

Mit wem? Valtteri Bottas (27/Finnland) vom Williams-Rennstall wurde zuletzt eigentlich immer genannt, wenn es um die Besetzung der Top-Cockpits ging. Sergio Perez (26/Mexiko) fährt für Force India - und dort mit Mercedes-Motoren. Bisher ist der Plan, dass er bleibt.

Hamilton vertraut den Bossen

Fernando Alonso, Champion von 2005 und 2006, besitzt bei McLaren einen Vertrag für die kommende Saison. Das ließe sich vielleicht regeln, aber der Spanier und der dreimalige Weltmeister Lewis Hamilton können sich seit ihrer gemeinsamen Zeit bei McLaren nicht riechen.

Auch Sebastian Vettel (Ferrari) und Shootingstar Max Verstappen (Red Bull) sind vertraglich gebunden. "Wir haben gute Teamchefs, ich bin sicher sie werden den Richtigen auswählen", sagte Hamilton.

In Ruhe. "Das kann man jetzt nicht über Nacht entscheiden", sagte Lauda bei n-tv: "Wir müssen jetzt prüfen, was die beste Fahrerkombination ist." Gemeinsam mit Wolff geht er in den nächsten Tagen in Klausur. Es gibt viel zu besprechen - und die Weihnachtsgeschenke müssen warten.

Formel 1: Die Saison 2016 auf einen Blick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung