Montag, 18.01.2016

Streit um Alternativmotoren

Teams verbünden sich gegen Bernie

Der Alternativmotorplan von Formel-1-Chefpromoter Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt ist offenbar endgültig gescheitert. Wie Auto Bild Motorsport berichtet, werden die Teams bei der Sitzung der F1-Kommision am Dienstag fast geschlossen gegen den Vorschlag stimmen. Red Bull guckt in die Röhre.

Der Alternativmotorplan von Bernie Ecclestone droht endgültig zu scheitern
© getty
Der Alternativmotorplan von Bernie Ecclestone droht endgültig zu scheitern

Das Team aus Milton Keynes wollte ab der Saison 2017 mit den vom Automobilweltverband FIA bereits ausgeschriebenen V6-Bi-Turbo-Motoren starten. Vier verschiedene Hersteller hatten sich um den Bau der Aggregate beworben, die pro Saison nur 6 Millionen Euro kosten sollen. Die aktuellen Hersteller mussten bis zum 15. Januar einen Alternativplan erarbeiten, um dessen Einführung zu verhindern. Dies ist geschehen.

Mercedes, Ferrari, Renault und Honda verfassten einen Brief an die Rennställe, der alle Hersteller-Logos trägt. Inhalt: Die Kosten für die Hybridantriebe sinken ab der Saison 2017 von aktuell rund 18 Millionen Euro auf maximal 12 Millionen Euro.

Die Kostenreduzierung soll durch Einheitsteile ermöglicht werden, dadurch könnte auch Mercedes' Leistungsvorteil geringer werden. Batterie, MGU-K, MGU-H, sogar der Turbolader könnten künftig bei allen Herstellern gleich sein.

Teams geschlossen gegen Alternativmotor?

Der Vorschlag hat die Teams offenbar überzeugt. Sie sollen bei der Sitzung der 26-köpfigen F1-Kommission am Dienstag geschlossen gegen die Einführung der Bi-Turbo-Triebwerke stimmen. Damit wären zehn Stimmen gegen den Vorschlag reiner Verbrennungsmotoren sicher. Zudem wird auch die FIA wahrscheinlich gegen ihren eigenen Plan stimmen.

Präsident Todt wollte mit der Drohung lediglich erreichen, dass die Preise deutlich sinken. Die Chance, dieses Ziel zu erreichen, beurteilte er schon am Freitag optimistisch. "Ich glaube, wir sind sehr nah dran. Vielleicht ist es eine Frage, die ich in 72 Stunden beantworten könnte. Ich bin optimistisch", sagte der Franzose.

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Red Bull gibt auf

"Wir rechnen nicht mehr mit einer positiven Abstimmung für uns. Der einzige Vorteil ist, dass jetzt neue Hersteller planen können, falls sie Interesse an dem Bau eines Formel-1-Motors haben", zitiert Auto Bild Motorsport nun das Red-Bull-Team.

Audi hegte unter Konzernchef Martin Winterkorn die Idee eines Einstiegs in die Königsklasse. Gespräche mit Red Bull gab es. Nur beerdigte der VW-Abgasskandal in den USA, die durch "Dieselgate" drohenden Strafzahlungen und der Aufstieg des bisherigen Porsche-Chefs und F1-Kritikers Matthias Müller an die Konzernspitze die teuren Pläne.

Ecclestones Traum ist damit geplatzt. Der Brite hatte die moderne Hybridtechnik der Formel 1 schon vor der Einführung zur Saison 2014 vehement kritisiert. Zu kompliziert, zu leise und zu teuer seien die Power Units. In Red Bull, die aufgrund der Probleme von Motorenpartner Renault vom Weltmeisterteam zum oberen Mittelfeldteam degeneriert, fand Ecclestone Gleichgesinnte.

Der unabhängige Hersteller sollte die Machtposition der Motorenwerke zerstören. Dafür hatte der World Motorsport Council den oft zerstrittenen Ecclestone und Todt im Dezember 2015 ein gemeinsames Mandat eingeräumt. Sie hätten die Formel-1-Regeln auch ohne Zustimmung der Teams ändern können. Ohne die Unterstützung des FIA-Präsidenten ist dieses Mandat aber nutzlos.

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