Formel 1

"Das machen wir bei Fiestas"

Von Vom Red Bull Ring berichtet: Alexander Maack
Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery teilt gegen Konkurrent Michelin aus
© getty

Pirelli hat am Rande des Österreich-GP in Spielberg (So., ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) selbstbewusst auf die Bewerbung von Konkurrent Michelin als Exklusivausrüster der Formel-1-Teams reagiert. Motorsportdirektor Paul Hembery zog die Änderungsvorschläge der Franzosen sogar ins Lächerliche.

Die Bedingung, nur beim Umstieg der Teams von 14- auf 18-Zoll-Felgen in die Formel 1 zurückzukehren, erzeugte bei Hembery nur ein Lächeln: "Warum sollten sie das tun? Wir fahren mit Fiestas bei Rallyes auf 18-Zoll-Felgen. Wenn der Sport eine Änderung der Relevanz wegen will, dann müssen es mindestens 20 Zoll sein. Ich weiß nicht, warum jeder auf 18 Zoll fixiert ist. Das ist nichts Interessantes. Das machen wir bei Fiestas."

Der Automobilweltverband FIA hat kürzlich die Neuvergabe des Exklusivlieferantens der Formel-1-Reifen ab der Saison 2017 ausgeschrieben. Michelin hatte sich daraufhin beworben und im selben Moment Bedingungen gestellt: Die Felgengröße soll wachsen, die Slicks möglichst lange halten.

Pirelli will dagegen an seinem Weg festhalten und die Wunschvorstellungen der vermeintlichen Königsklasse des Motorsports umsetzen. "Wir machen, was die Regeln für 2017 vorschreiben - zum Beispiel, wenn es einen Wechsel zur Breite von 25 Zoll gibt", sagte Hembery und bezog sich damit auf den Vorschlag der regelfindenden Strategiegruppe.

Hembery: "Wir machen, was der Sport verlangt"

"Der Input von Teams und Promoter ist immer noch derselbe. Im Moment beschweren sie sich, dass wir keinen Abbau haben. Die Fahrer können pushen, wie sie wollen. Offenbar will man das aber auch nicht", so der Brite: "Wir machen, was der Sport von uns verlangt. Wir sind nicht in der Position die Regeln zu ändern. Natürlich können wir Vorschläge machen."

Die Größe von Reifen und Felgen sei durch den Automobilweltverband FIA vorgegeben. "Sie bitten uns immer noch, dabei zu helfen, eine bestimmte Anzahl an Boxenstopps herbeizuführen. Wenn sich das ändert, können wir das auch tun. Wir reagieren auf das, worum man uns bittet."

Die Idealvorstellung der Verantwortlichen ist ein Rennen bei dem zwei bis drei Boxenstopps möglich sind. So soll die Spannung steigen, weil die Positionen sich mehrmals verschieben. Pirelli sieht sich als Dienstleister und entwickelt seine Reifen nach diesen Vorstellung, während Michelin die Leistungsfähigkeit des eigenen Produkts bestmöglich zeigen will.

Pirelli würde jeden Wunsch erfüllen

Für Hembery steht fest: "Wir haben gesagt, dass wir liefern, was sie wollen. Wenn es 20 Zoll sein sollen, machen wir das. Wenn die Reifen das ganze Rennen halten sollen, werden wir das tun. Sagt uns, was ihr wollt, wir machen es. Wir würden alles machen."

Dass Michelin überhaupt Bedingungen stellt, verwundert Hembery: "Dass ist als würde ein Motorenhersteller ankommen und sagen: 'Wir schlagen einen V8 mit 5,0 Litern Hubraum vor.' Und dann wäre er auch noch überrascht, wenn gesagt wird: 'Wir haben eigentlich einen 1,6-Liter-Turbo.' Das ist eine vergleichbare Diskussion."

Zudem versteht er nicht, warum Michelin für seinen Einsatz in Le Mans viel Lob erntet. "Das ist ein ganz anderes Produkt und ein ganz anderes Publikum", stellte er klar: "Wir arbeiten in 250 Serien, 259 davon wollen die Formel 1 sein.

Er sei überrascht, wenn über sie geredet wird. Schließlich sei die Formel 1 immer noch "die Spitze des Motorsports. Sie ist die bedeutendste Marke im Motorsport - mit gehörigem Abstand."#

Die Formel 1 auf einen Blick

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